Schwarz

Guten Tag, spreche ich mit Herrn ……?“ fragte Naina Sharma den Hörer am anderen Ende der Leitung.

· Naina Sharma arbeitete in Bielefeld. Sie war seit wenigen Jahren in Bielefeld. Sie wohnte früher auf einer indischen Insel, Neil Island. Neil Island (Shaheed Dweep), ebenfalls in den Andamanen, mit einer kleineren Einwohnerzahl und ruhigerem Ambiente. Naima hatte eine ältere Schwester. Anaya Sharma war zur Welt gekommen mit einer rüsselartigen Nase. Man munkelt, dass das kein Schicksal der Götter war, sondern Auswirkungen von Atomtests sind. Shaheed Dweep ist nur 6000 km vom Bikini-Atoll weg. Hier fanden zwischen 1946 und 1958 zahlreiche US-Atomtests statt, darunter die berühmte Wasserstoffbombe „Castle Bravo“ 1954, die eine enorme Zerstörungskraft hatte. Das Atoll wurde dadurch stark radioaktiv verseucht und die Bewohner mussten evakuiert werden.

Auf Shaheed Dweep stieg langsam das Wasser durch die Klimaerwärmung. Die Großmächte wollten weitere Atomtests in ihrer Region durchführen und Naima zog nach Bangalore. Sie wollte keine Rüsselnase.

Dort jobbte sie in einem Call-Center. Es war okay. Sie sollte zum einen für europäische Kunden das Lieferkettengesetz durchforschen und Verbraucheranfragen für den asiatischen Bereich klären. Zudem die Daten dem BIG BOY geben, einer mächtigen KI. So erfuhr sie, dass in Deutschland viele Haustiere leben. Im Durchschnitt geben Deutsche monatlich etwa 40 bis 70 Euro für ihre Haustiere aus, wobei die Ausgaben je nach Tierart variieren. Hunde sind am teuersten mit durchschnittlichen Kosten von etwa 110 Euro pro Monat, Katzen kosten etwa 60 bis 70 Euro monatlich. Kleinere Haustiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen sind günstiger, während Vögel mit rund 7 Euro pro Monat zu den kostengünstigeren Haustieren gehören.

Diesem Land muss es gut gehen. Da will ich hin. Naima hatte Geld gespart. Bis Warschau ging die chinesische Seidenstraße. 7500 km. Von da mit dem Flixbus. Passt.

Sie fing beim Schwarz-Discounter an zu arbeiten. Zuerst hieß es nur: MOPRO vorziehen. Dass Europäer so viele Milchprodukte trinken, war ihr neu. Dann durfte Naima an der Kasse arbeiten und einige Zeit später war sie Filialleiterin. Später war sie Buchhalterin der elf Schwarz-Discounter der Stadt. Der Discounter hatte Großes mit ihr vor. Sie sprach die Sprachen Asiens und man brauchte Kontakte nach China, Indien und Indonesien. Naima machte die Monatsabrechnung. In allen elf Läden gab es seit längerer Zeit ein Minus von fast 5000 Euro jeden Monat. Wie konnte das sein?

Naima ordnete eine Inventur an. Die Neffen der Grundschullehrerin L. Credi stockten durch das Zählen von Klopapier und Bauerntrunk ihr Taschengeld auf. Naima bekam die Zahlen online. Wieso waren demnach noch Champagner, Gänse, Wachtelbrüste tonnenweise im Laden und Hefe, Erbsen in Dosen und 19ct-Joghurts ständig ausgebucht?

Naima verglich die Einkaufslisten mit den Handynummern. An den SB-Kassen musste man eine Handynummer eingeben, um Rabatte zu bekommen. Und komisch, ein Kunde kaufte immer das Gleiche ein. Wer war dieser Mensch? Mann oder Frau? Die Telefonnummer war ge-ixt. Da stand nur 016745xxxx. Aber immer wieder. Ja, Naima war Chefin, aber sie musste das Gesetz brechen. Sie konnte die XXX entfernen und das Datenschutzgesetz brechen. Sie könnte gefeuert werden oder einen großen Sprung auf der Karriereleiter machen. Was sagt man in Deutsch? „Einmal ist keinmal.“

Ursprünglich bezog es sich vermutlich auf alte deutsche Gerichtsverfahren, in denen eine einmalige Vorladung oft als ungültig galt, wenn der Angeklagte nicht erschien. Es kann bedeuten, dass einmalige Fehler tolerierbar sind oder dass einmaliges Verhalten noch keine Gewohnheit darstellt. Es wird auch verwendet, um zu sagen, dass einmal zu wenig ist, um einen dauerhaften Effekt zu erzielen. Zusammengefasst heißt es: Ein einzelnes Ereignis zählt nicht wirklich oder ist unbedeutend, wenn es nicht wiederholt wird – einmal ist keinmal.

Naima änderte die Software, sah den Klarnamen und tippte die Nummer in ihr Dienstgerät.

Es klingelte. Gabriel Hoffer nahm das Gespräch an. Er nannte seinen Nachnamen. Da stockte ihm der Atem.

„Guten Tag, Naima Sharma am Apparat, Schwarz-Discounter -AG. Spreche ich mit Gabriel Hoffer?“ fragte die Stimme.

Gabriel donnerte sein iPhone an die Wand.

SB-Scanner

Gabriel Hoffer schloss die Tür ab. Es war vorbei. Er hat seinen Laden geschlossen.

Er hatte den letzten Kolonialhandel in der ostwestfälischen Oberstadt. Vom Strumpfband bis zum Pelikan-Goldfüller hat Gabriel tausende Dinge in seinem Laden. Aber die Kunden bevorzugten den amazonischen Warenfluss und die Umsätze schrumpften. Nun sollte ein asiatischer Nagelladen der Nachfolger werden. Gabriel packte die letzten Dinge auf die Ladentheke, dann in seinen Rucksack und ging nach Hause. In den Rucksack passten kleine Dinge, Kleber, Etiketten, Stifte. Seinen Computer mit dem Druckscannmultigerät hatte er eh zu Hause stehen, weil im Laden dafür kein Platz war. Er musste in seinem Geschäft jedes Gummiband, jeden Fingergut mit einem Barcode versehen.

Das war zum Einen eine Vorgabe des Finanzamtes  und zum Anderem erleichterte es ihm die Abrechnung. Das Kassenbuch war bei ihm auch schon aussortiert.

Zum Ende seiner Dienstjahre gönnte er sich einen leckeren Schnaps aus Steinhagen. Die Flasche war schnell alle.

Er war jetzt Rentner.  Also Kolonialhändler verdient man nicht so viel. Der wöchentliche Lottoeinsatz spülte maximal 14.80 Euro in die Geldbörse. Die Postbotin brachte nun das Schreiben der Rentenkasse. Es war der Schock des Lebens. Darauf noch ein Steinhäger, aber die Flasche war leer.

Nun musste er also noch mehr sparen. Margarine statt Butter, Magerquark statt Mascarpone, Dosenbier statt Craftbeer.

Nun schaute er sich im Laden um. Was machten denn die Kunden an den sogenannten SB-Kassen. Sie scannten ihre Produkte selber ein? Das machte er als Geschäftsinhaber doch immer selber. Ob da aber alles mit rechten Dingen zuging?

Expertenschätzungen gehen davon aus, dass die Diebstahlrate an SB-Kassen um 20 bis 30 Prozent höher als an regulären Kassen liegt. Händler berichten, dass die Verluste durch SB-Kassen im Bereich von ein bis zwei Prozent des Umsatzes liegen, was im Einzelhandel als sehr hoch gilt.

Gabriel probierte es selbst aus, Er schummelte. Der Laden war voll. Er drehte seinen Rücken zur Kassiererin, die gegenübersaß. Die Butter scannte er nur einmal und packte das zweite Stück direkt in seine Tasche.

Da aber auf der linken Seite acht Waren lagen, was die Waage bestätigte, mussten auf der rechten Seite acht Waren liegen. Das Stück Butter wanderte schnell wieder aus dem Rucksack zurück auf die Waage. Schnell bezahlen und weg aus dem Laden. 1,29 Euro gespart. Aber Gabriel kam auf eine Idee.

Lagen nicht zu Hause noch die Etiketten aus dem Laden?  Schnell lief Gabriel zurück in den Laden und kaufte Gegenstände, die nicht viel kosten. Ein Stück Hefe für 9 ct, einen Jogurt für 39 ct, Tomatenhack für 89 ct und vieles mehr. Zuhause scannte er die Barcodes ab, übertrug sie auf seine Etiketten. Er freute sich auf den nächsten Tag.

Im Supermarkt kommen hauptsächlich 13-stellige EAN-Codes (bzw. GTIN – Global Trade Item Number) zum Einsatz. Diese Nummer ist weltweit für jedes Produkt einzigartig. Die ersten drei Ziffern zeigen das Herstellungsland oder die Region (z.B. 400-440 für Deutschland), danach folgt die individuelle Artikelnummer und eine Prüfziffer.

Somit musste er mit seinen Etiketten immer bei derselben Kette einkaufen gehen. Aber das war ja nicht schwer.

Es war Adventszeit und es war voll. Niemals würde Gabriel samstags um 10.00 Uhr einkaufen gehen. Aber im Laden musste es voll sein. Und es war voll. Gabriel schob seinen Einkaufswagen durch die Gassen des Konsumtempels. Weihnachten stand an. Gabriel schnappte sich den Champagner, überklebt den Barcode des Schaumweines mit seiner Fake-Plakette und packte das Gesöff in den Einkaufswagen. Dasselbe mit dem Graved Lachs, Stollen, Rehrücken. Büffelmozarella und die Gans durften nicht fehlen. Schnell zur Selbstscankasse. Genüsslich zog er die Waren über den Scanner. Er genoss den Blick anderer Kunden, die dachten: was für ein reicher Schnösel.

Am Ende des Scannens spuckte ihm die Kasse einen Betrag von 29, 45 Euro aus. Der echte Warenwert lag bei 378,32 Euro. Am Ausgang den Marktleiter noch schnell grüßen und ab nach Hause.

Vom rot-gelben-Schwarz-Discounter gibt es in Bielefeld elf Filialen, die Albrechtbrüder hatten achtzehn Geschäfte. Das reichte für zwei Besuche in jedem Monat. Gabriel war glücklich.

Fortsetzung folgt.

Tauben

Es werden immer mehr. Bielefeld wächst und auch die Zahl der Tauben nimmt zu. Wie kann man das in den Griff bekommen? Früher wurden Tauben als Nutztiere (Eier, Fleisch) gehalten. Die Tauben in unseren Städten stammen von diesen ab. Die heutigen Stadttauben sind somit verwilderte Haustiere und deren Nachkommen. Sie sind auf die Versorgung durch den Menschen angewiesen.

Peter Hunke war arbeitslos. Er war Taubentöter. Nun hörte er von einem neuen Job, die die Stadt Bielefeld schuf. Bielefeld braucht einen Taubenbeauftragten. Peter Hunke zog nach Bielefeld.

Tauben sind bemerkenswerte Geschöpfe, die Geschwindigkeiten von über 80 Stundenkilometern erreichen können, Kunstwerke unterscheiden und lebenslange Bindungen eingehen. Obwohl sie faszinierend sind, haben sie einen schlechten Ruf, insbesondere in städtischen Gebieten, wo sie oft als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet werden.

Ursprünglich domestiziert, haben Tauben sich erfolgreich in unseren Städten etabliert und vermehrt. Limburg ist keine Ausnahme, denn auch hier sind Tauben in großer Zahl präsent. Stadttauben sind vor allem aufgrund ihrer Hinterlassenschaften unbeliebt, und viele leiden unter Krankheiten, Verletzungen oder Nahrungsmangel.

Peter war einst in Limburg tätig und wurde damit beauftragt, Maßnahmen zu ergreifen. Eine Methode bestand darin, Tauben durch Futter in spezielle Fallen zu locken, die sie zwar hinein-, aber nicht mehr herausfliegen ließen. Diese Fallen, auch als Fangschläge bekannt, wurden genutzt, um die Tauben gezielt zu reduzieren. Personen mit behördlicher Genehmigung waren dafür verantwortlich, die gefangenen Tauben durch Genickbruch zu töten. Peter führte diese Aufgabe aus. Obwohl diese Maßnahme drastisch war, sollte sie dazu beitragen, die Taubenpopulation in stark besiedelten städtischen Gebieten schnell zu reduzieren. Nachdem alle Tauben getötet waren, verlor Peter seine Beschäftigung.

In Bielefeld machte er eine neue Strategie populär:

Es wurden mehrere Standorte für Taubenhäuser festgelegt. Ein Taubenhaus wurde in Arminia-Blau gestrichen, ein anderes trug das Logo von Dr.Oetker. Dort werden die Tauben gefüttert. Damit alle Tauben überwacht werden können, bräuchte es aber 18 Häuser.

Zusätzlich wird das Medikament „Ovistop“ verwendet, um die Fortpflanzungsfähigkeit der Tauben zu reduzieren. Anfangs wird das mit „Ovistop“ versetzte Futter an zwei Standorten ausgelegt: am Jahnplatz und an einem Taubenwagen in der Mindener Straße. In dem Taubenwagen an der Mindener Straße wird auch eine Geburtenkontrolle durchgeführt, bei der Taubeneier durch künstliche Eier ersetzt werden. Dieser Prozess wurde von freiwilligen Helfern des Tierschutzvereins Bielefeld durchgeführt, und allein im Jahr 2022 wurden 855 Eier ausgetauscht. Um die Tauben an den Taubenwagen zu binden und eine Eiablage an anderen Orten zu minimieren, übernimmt Peter die Fütterung der Tauben im und um den Wagen herum. Und Peter sammelt auch die Eier ein. Taubeneierrührei ist sehr lecker.

Die Begeisterung des Bürgermeisters für diese Maßnahme war so groß, dass er EU-Fördermittel dafür beantragte. Für eine halbe Stelle eines Taubenbeauftragten gab es 45000 Euro. Für die Antibabypille gab es 30000 Euro.

Das war super für Peter. Für 20 Stunden Arbeit 3750 Euro im Monat. Krass.

Peter aber wollte seinen Job natürlich lange behalten. Wenn nun aber die Tauben alle Babies mehr bekommen, dann würde er rausgeschmissen werden. Also verteilte er nur die Hälfte der Antibabypille im Stadtgebiet. Die andere Hälfte verpackte er in seinem Keller zu einem neuen Wundermittel gegen Nacktschnecken. Auf dem veganen VeltVestifal „one world“, bot er den Schneckenkiller an. Rein biologisch…die Wahrheit sagte er nicht. Mia ware die erste Kundin. Mia war in Bielefeld bekannt, weil sie mit ihren Freundinnen seit Jahren den Teutoburger Wald aufforstete. Mia war mit ihrer Mutter Prepperin (siehe vorherigen Beitrag) Mia hasste Tauben und Schnecken, Kaum hatte Mia ihre kleinen Baumsetzlinge in Blumentöpfe gesetzt, da pickten schon die Tauben daran herum und die Schnecken killten die Baumspitzen. Auch Mia sagte den Tauben den Kampf an. Peter und Mia könnten Freunde werden.

Kirschlorbeer

Beatrice wollte nicht mit ihrer Tochter als Prepperin Ostwestfalens enden. Nein, die Welt war gut und sie musste gut sein und gut werden und überhaupt.

Sie wollte keine Zombies töten, sondern mit ihrer Tochter den Sonnenuntergang mit einer Tasse Fencheltee im Garten betrachten. Beatrice schmiss den Fernseher aus dem Fenster. Sie wollte nicht mehr betreut denken und dem glauben, was Lanz und Co und all die Politiker schwafelten.

Sie wollte einen echten Wumms. Einen Doppelwumms für die Zukunft.

Sie schaute auf ihre Heimatstadt Bielefeld. Sie las, dass der Bürgermeister keine Gewerbeflächen für Neuansiedlung von Firmen hat. Bielefeld war vollgebaut. Nix ging mehr. War das schlimm?

Sollte nun doch der Teutoburger Wald abgeholzt werden? Sie dachte an Costa Rica. In nur 25 Jahren hat sich der Waldbestand in Costa Rica mehr als verdoppelt. Das Land befindet sich auf gutem Weg, sein Ziel, eine Bewaldung von 60 Prozent bis 2030, zu verwirklichen. Jeden Tag wächst der Wald. Und was ist in Deutschland? Und die Touristen kamen. In Scharen. Der Teutoburger Wald muss zu einem neuen Urwald werden. Dann kann man auch sanften Tourismus machen. Ein neues Geschäftsmodell?

Beatrice Tochter Mia sammelte Eicheln. Sie saßen ja zwei Wochen im Wald beim Prepper-Grundkurs. Eigentlich sollten die Eicheln die Tiere im Tierpark Olderdissen bekommen, aber

Markus Hinker, Tierpflegermeister im Tierpark sagt: „Wir freuen uns über die gut gemeinte Mithilfe unserer Besucher. Doch die Verarbeitung dieser Baumfrüchte zu haltbarem Futter ist sehr arbeitsaufwendig und teuer. Der Einkauf von fertigem geeignetem Wildfutter ist deutlich günstiger. Deshalb möchten wir auch dieses Jahr mit dem gemeinschaftlichen Sammeln aussetzen.“ Der Heimat-Tierpark weist darauf hin, dass Eicheln und Kastanien auf keinen Fall durch die Besucher selbst an die Tiere verfüttert werden dürfen.

Also setzte Mia ihre Eicheln in Anzuchtserde. 1000 Eicheln. Mia war 10 Jahre alt. In 10 Jahren kann die Eiche schon 5 Meter hoch sein. Diese Aktion kostete dem kleinen Mädchen nix. Ihre Freundinnen Lia, Finnja und Sinja machten auch mit. 5000 neue Bäume waren geboren. Sie begeisterte ihre gesamte Schule, zu der sie nun wieder regelmäßig ging. Aber wo sollte sie die Setzlinge auspflanzen. Es machte sich im Wald eine neue Plage breit. Weniger Platz im Wald.

Hier musste Mama Beatrice mithelfen. Beim Prepper-Grundkurs stolperte sie über ein Grün, welches nicht heimisch war.

Beatrice gründeten die Kirschlorbeer-Guerilla. Der Kirschlorbeer breitete sich immens in Bielefeld aus. Kein Garten war ohne ihn. Der Kirschlorbeer ist eine invasive Pflanze, die absolut unnötig ist.

Für einige ist der Kirschlorbeer eine attraktive Pflanze mit immergrünen Blättern, die dichte Hecken bildet. Für andere ist er entweder ein Symbol für langweilige Gärten oder eine ökologische Bedrohung. Naturschützern ist der Kirschlorbeer schon lange ein Ärgernis: als invasiver Neophyt, der einheimischen Pflanzen ihren Lebensraum streitig macht. Deshalb reagiert die Schweiz nun und hat ab dem 1. September 2024 ein Verbot für Kirschlorbeer und andere invasive Pflanzenarten erlassen.

Ein Hauptkritikpunkt ist die unkontrollierte Ausbreitung des Kirschlorbeers. Zudem enthalten seine Samen und Blätter cyanogene Glykoside, die im Magen zu giftiger Blausäure umgewandelt werden können. Daher sollte der Kirschlorbeer nicht die erste Wahl bei der Gartengestaltung sein. Doch waren Kunststoff-Sichtschutz-Streifen für Doppelstabgittermatten-Zäune die bessere Alternative? Obi, Toom und der Hagebaumarkt haben die Pflanze aus ihrem Sortiment genommen. Und was machte Beatrice? Sie setzte ihre Sturmhaube auf, sie maskierte sich und in der Dämmerung der Nacht zog sie los und sägte alle Kirschlorbeerpflanzen weg. Einfach weg.  Das machte Freude. Leider aber war das zu wenig, denn die Pflanze muss mit der Wurzel entfernt werden. Sonst kommt sie wieder. Aber es war ein Zeichen gesetzt, an alle Neubaugebietsbewohner, die den Garten immer nur als Chillout-Area betrachteten und nicht als Natur.

Und eine andere Pflanze musste auch bekämpft werden. Eine schöne Pflanze, die voll von Insekten war. Der Sommerflieder, auch bekannt als Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii), ist in vielen Gärten anzutreffen. Wenn dieser Zierstrauch in voller Blüte steht, wird er von zahlreichen Schmetterlingen umschwärmt – daher sein Name. Ursprünglich stammt der Schmetterlingsflieder aus China und fand als dekorative Pflanze den Weg in die Gärten Europas. Doch auch in der freien Natur hat er sich rasch ausgebreitet und vermehrt sich sehr leicht. Zudem wird behauptet, dass der Nektar des Schmetterlingsflieders Schmetterlinge regelrecht süchtig macht.

Ein einziger Schmetterlingsflieder kann etwa 3 Millionen Samen produzieren. Diese Samen sind äußerst leicht und werden über weite Strecken vom Wind getragen. Zusätzlich bleiben die Samen bis zu 40 Jahre lang im Boden keimfähig. Daher hat sich der Strauch schnell von den Gärten in die Natur ausgebreitet und verdrängt nun an einigen Orten heimische Wildpflanzen.

Beatrice entschied sich den Flieder erst stehen zu lassen. Dann waren da noch die schönen Hortensien, die zwar ein prächtiges Blütenkleid tragen, Bienen aber nichts nützen. Gezüchtete Hortensien sind oft geschlechtslos und damit für Bestäuber wie Bienen uninteressant. Und das galt auch für Geranien.

Beatrice hatte viel vor. Sie machte den Anfang. Und Mia? Mit der Eichelaktion begeisterte sie immer mehr Menschen und im Jahr 2050 war der 3.Oktober der Deutsche Baumpflanztag. Mia bekam das Bundesverdienstkreuz.

Zombie

Beatrice Schneider meldet ihre Tochter Mia an der neuen Schule an. Sie wollte ihr Kind bei „Be-Saved“ für die Zukunft fit machen.

L.Credi, Grundschulbildungsleitende aus dem Bielefelder Norden, Rita Delacroix, Lehrerin für Französisch und Spanisch und Hannah Hagenstroh, gründeten diese Privatschule. (Siehe vorheriger Beitrag)

 Laut Schulministerium soll die Schule die Kids auch auf Krisensituationen vorbereiten.

Basierend auf der verfassungsrechtlichen Schulpflicht delegiert der Staat der Schule die Verantwortung und die damit verbundene Pflicht, die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Dies umfasst auch die Vorbereitung auf Notfälle und Krisensituationen, da eine unzureichende Vorbereitung seitens der Schule den Schülern keinen angemessenen Schutz bieten kann. Da weder der Gesetzgeber noch die Rechtsprechung den genauen Umfang dieser Schutzpflicht festlegen, liegt dies im Ermessen der Schule. Allerdings birgt diese Tatsache die Gefahr, dass die Schule im Ernstfall nicht ausreichend vorbereitet ist.

Das Ziel sollte sein, eine Vielzahl von Notfall- und Krisensituationen durch angemessene Vorbereitungsmaßnahmen abzudecken. Doch welche Krisen soll die Schule berücksichtigen? Es ist festzuhalten, dass das Kriterium der Zumutbarkeit, wie vom Bundesgericht festgelegt, als Leitlinie gilt: Die Schule muss alle ihr zumutbaren Maßnahmen zur Vorbereitung ergreifen.

Die Bundesbildungsministerin der FDP, Bettina Stark-Watzinger, unterstützt die Idee, dass Schulen junge Menschen auf Krisen und Kriege vorbereiten sollten. Sie betont die Notwendigkeit, dass die Gesellschaft als Ganzes sich auf Krisensituationen vorbereiten muss – sei es eine Pandemie, Naturkatastrophen oder Krieg. Stark-Watzinger unterstreicht die Bedeutung des Zivilschutzes und plädiert dafür, dass dieser auch in den Lehrplan der Schulen integriert werden sollte. Das ultimative Ziel sei es, die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft zu stärken. Stark-Watzinger sprach sich dafür aus, Zivilschutzübungen an Schulen abzuhalten. In anderen Ländern wie Großbritannien gehörten Übungen für den Katastrophenfall an Schulen zum Alltag.

Beatrice Schneider bemerkte jedoch, dass diese Themen nicht im Lehrplan der Schule ihrer Tochter vorkamen. Stattdessen wurden chorales Lesen geübt, der virtuelle Adventskalender mit einer Streichholz-App entzündet und durch Schülerparlamente Demokratie und Partizipation gefördert. Beatrice erkannte, dass in Krisenzeiten das Zusammengehörigkeitsgefühl schwindet, wie es während der Corona-Krise deutlich wurde. Wer brauchte damals schon 100 Liter Sonnenblumenöl oder eine Tonne Toilettenpapier?

Sie erhoffte sich von der neuen Privatschule neue Impulse für das Leben in Extremsituationen. Daher entschied sie sich für den Grundkurs, der für sie und Mia einen Einstieg in eine Welt bieten sollte, die eintreten kann, wenn Kriege, Seuchen oder Stromausfälle eintreten.

Im Schnupperkurs im Teutoburger Wald gab es zwei einfache Aufgaben:

1. Eine Dose öffnen.

2. Bärlauch von Maiglöckchen unterscheiden.

Für das Öffnen der Dose erhielt Beatrice von Lehrerin L. Credi eine laminierte Anleitung. Nach einer Stunde gelang es Mia schließlich, die Dose zu öffnen, jedoch mit einigen Steinsplittern, die in die Dose gelangten, und einem verlorenen Zahn, als sie versehentlich darauf biss.

Als nächstes sollten sie Bärlauch sammeln und essen, jedoch bestand die Gefahr einer Verwechslung mit Maiglöckchen, die giftig sind. Nachdem sie ein großes Bündel Grünzeug gesammelt hatten, spielten sie Schnick-Schnack-Schnuck, wobei Beatrice den Bärlauch erkannte und gewann.

Beatrice und Mia beschlossen, den nächsten Prepperkurs zu buchen. Im zweiten Level sollten sie eine Regenwurmsuppe zubereiten, im dritten Level sogar den Lieblingshasen von Mia, „Hoppel“, verzehren. Obwohl Beatrice bei diesem Gedanken erschauderte, erwies sich Mia als tapfere Überlebenskämpferin. Sie drehte Hoppel den Hals um.

Doch im Level 100 wurde es wirklich intensiv: Zombieland. Angeblich gab es laut einer englischen Zeitung in Frankfurt ein Zombieviertel am Bahnhof. Beatrice entschied sich, eine laminierte Handlungsanweisung zu erwerben, die im Premium-Abo 199 Euro kostete. Ein kleiner Preis für das Überleben. Mit diesen Regeln überleben Sie eine Zombie-Apokalypse

Das Leben, wie es die Menschheit kannte, wird es nach dem Ausbruch eines Zombie-Virus nicht mehr geben. Deshalb sollten Sie folgende Überlebensregeln beachten: Nach dem Ausbruch eines Zombie-Virus wird das Leben, wie die Menschheit es kannte, nie mehr dasselbe sein. Daher ist es entscheidend, die folgenden Überlebensregeln zu beachten:

  • Besorgen Sie sich eine Waffe und lernen Sie, sie zu handhaben! Menschen sind fast die einzigen Lebewesen, die im Kampf ein Werkzeug einsetzen. Dies hat sie bisher unangefochten an der Spitze der Nahrungskette gehalten – ein Fakt, den Sie im Kampf gegen Zombies niemals vergessen sollten!
  • Lernen Sie, Zombies effektiv zu töten! Kettensägen oder Flammenwerfer mögen zwar extrem cool wirken, sind jedoch unhandlich. Stattdessen sollten Sie eine tragbare Waffe wählen, mit der Sie auf weiten Wanderungen unterwegs sein und den Kopf des Angreifers abschlagen, zermatschen oder anderweitig ausschalten können. Denn eins ist sicher: Ist der Kopf ab, fällt auch der Rest des Untoten in sich zusammen.
  • Suchen Sie sich eine sichere Unterkunft! Dazu zählen schwer erreichbare Orte wie ein Hausboot, das von Wasser umgeben ist, oder ein Baumhaus, das nur durch Klettern zugänglich ist. Wenn Sie sich in der Nähe von Bielefeld befinden, erwägen Sie auch die Suche nach Schutz in dieser Region.
  • Meiden Sie große Gebäude um jeden Preis! Ohne Strom sind sie nur dunkel, unübersichtlich und gefährlich.
  • Überlegen Sie genau, wo Sie sich verbarrikadieren! Zombies haben Zeit – sie sind bereits tot und haben keinen anderen Zweck als auf ihre Beute zu warten. Ein Keller ist daher ein schlechter Ort zum Verstecken, da die Nahrung ausgeht, es kein Wasser gibt und kein Fluchtweg vorhanden ist.
  • Gehen Sie kein Risiko ein und zögern Sie nicht zu schießen! Jeder, der torkelt, humpelt und keine menschlichen Laute von sich gibt, ist grundsätzlich verdächtig. Lassen Sie solche Wesen nicht zu nah an sich herankommen und nutzen Sie sofort Ihre Waffe.
  • Konzentrieren Sie sich bei Ihrem Gepäck auf das Wesentliche! In einer apokalyptischen Welt müssen Sie essen, trinken, sich anziehen und sich verteidigen können. Verzichten Sie daher auf unnötigen Ballast, denn Sie werden oft unterwegs sein – es sei denn, Sie gelangen an einen der seltenen Orte, die Ihr Überleben garantieren. Mehr dazu später.
  • Bleiben Sie positiv! Der Überlebenswille erlischt ohne Optimismus und den Hauch eines Hoffnungsschimmers in Ihren Gedanken. Optimismus hat noch nie in einer Lebenssituation geschadet.
  • Zu guter Letzt: Suchen Sie Verbündete, keine Freunde! Unterstützung ist unerlässlich, aber bedenken Sie, dass in einer Zombie-Apokalypse nie schadet, jemanden im Rücken zu haben, der langsamer ist als Sie. In solch einem Fall sollten Sie nicht zögern, an Ihr eigenes Überleben zu denken, anstatt zurückzublicken.

Zombieviertel gibt es bereits.

Im Schatten der imposanten Wolkenkratzer und dem geschäftigen Treiben der Pendler offenbart das Bahnhofsviertel von Frankfurt eine düstere und bedrückende Seite. Hier, wo das Pflaster von vergangenen Träumen und zersplitterten Hoffnungen gesäumt ist, liegt eine erdrückende Atmosphäre der Verzweiflung über den Straßen. Es ist eine Welt, die von den Verlorenen, den Vergessenen und den Gebrochenen bewohnt wird, eine Welt, in der die Dunkelheit der Nacht niemals weicht. Davor warnt die englische Boulevard Zeitung „Sun“ zur Fußball- EM.

Das Frankfurter Bahnhofsviertel gleicht einer verlassenen Zombie-Area, in der Gestalten mit hohlen Augen und bleichen Gesichtern durch die finsteren Gassen schleichen. Ihre Bewegungen sind langsam und müde, ihre Stimmen erstickt vom Gewicht ihrer eigenen Traurigkeit. Sie sind die Gefangenen ihrer eigenen Misere, gefangen in einem endlosen Albtraum aus Armut, Sucht und Verzweiflung.

In dieser morbiden Szenerie herrscht eine bedrückende Stille, nur unterbrochen vom gelegentlichen Schrei der Verzweiflung oder dem Klirren der leeren Flaschen. Die Straßen sind verlassen und düster, die Häuser verfallen und gezeichnet von Verfall und Zerstörung. Es ist eine Welt, in der die Tragödien des Lebens keine Grenzen kennen und die Hoffnung längst verloren scheint.

Und auch am Bahnhof in Bielefeld spiegelt sich diese trostlose Realität auch wider. Hier, wo die Lichter der Stadt auf trübes Pflaster fallen und die Schatten der Nacht sich ausbreiten, kämpfen auch hier diejenigen, die am Rand der Gesellschaft stehen, um ihr Überleben. DerBahnhof wird zu einem weiteren Schauplatz in diesem düsteren Theaterstück, in dem die Grenzen zwischen Menschlichkeit und Verzweiflung verschwimmen.

Das Bahnhofsviertel von Frankfurt und der Bahnhof in Bielefeld mögen wie verfluchte Zombie-Areas erscheinen. War es wirklich so?

Beatrice schauderte es.

Es wird Zeit zu gehen. Oder nein. Die Welt durfte so nicht enden. Beatrice änderte ihr Leben. Fortsetzung folgt.

Bubblefish

Sie trafen sich. Mal wieder.

Am Stammtisch der Lehrendengewerkschaft GEEWE (heißt Gemeinsam, Einsam und Weinsam) kamen sie zusammen. Es war Zeit für einen Neuanfang.

Zu diesem Treffen kamen L.Credi, Grundschulbildungsleitende aus dem Bielefelder Norden, Rita Delacroix, Lehrerin für Französisch und Spanisch und Hannah Hagenstroh, Fremdsprachenkorrespondentin und Klassenbeste des Jahrgang 2019 des Ratesgymnasium auf eine Rhabarberschorle zusammen. Es sollte ein Tsunami kommen. Die künstliche Intelligenz und die Krisen dieser Welt fordern ein neues Bildungssystem.

Alle drei Bildungsakteurinnen meinten: Jetzt ist die Zeit für einen Reset.

Aber der Reihe nach.

L.Credi organisierte die Dienstpläne, die Schulentwicklungsziele der Schule im Bielefelder Norden. Sie war begabt, sie sang gerne, war sehr kreativ und war mit ihren 50 Lenzen im besten Alter für die Bildungslandschaft. Aber auch sie war konsterniert über die aktuellen Entwicklungen an ihrer Penne. (Das sind Nudeln, aber es ist auch ein alter Begriff für Schule). L.Credi hatte eine junge Kollegin. Englisch stand auf dem Stundenplan. Die junge Kollegin, nennen wir sie Gudrun, hatte ein Geburtstagskind in der Klasse.

Gudrun wollte das Kind im Morgenkreis auf Englisch feiern. Keiner der 42 Grundschüler der Klasse wusste, was „Happy Birthday to you“ bedeutete. Warum auch. Gudrun startete den Fernseher in der Klasse. Es kam YouTube. Leider hatte es der Schulträger versäumt, eine werbefreie Version anzuschaffen und so sahen die Kids der Klasse erst Werbung von Danone, Nestle und dann von Pfizer (Viagra). Für Gudrun kein Problem, denn sie hatte Aktienanteile dieser Firmen in ihrem Depot als Alterssicherung.

Dann kamen animierte Mikroben, die im wilden Mikrobentanz „Happy birthday to you“ sangen, hatte sich doch ein Mitochondrium geteilt. Aber das checkten die Kids nicht. Also schaltete Gudrun den Sprachgenerator an und so konnten die Lernenden ihrer Klasse das Lied in ihrer Landessprache hören. Egal ob kurdisch, japanisch oder kringolisch. Es war das reinste Sprachengewirr. War das der Gegenentwurf zum Turmbau zu Babel?

Der Turm zu Babel hatte eine Grundfläche von 90 mal 90 Metern und eine Höhe von ungefähr 91 Metern. In der Bibel wird der Turm als Symbol für die menschliche Überheblichkeit dargestellt, und Gott bestrafte diesen Hochmut, indem er Sprachverwirrung unter den Menschen verursachte. Sollten die Menschen wieder zusammenkommen, weil sie einander verstehen?

L.Credi hatte genug. Sie strich das Fach Englisch aus dem Stundenplan. Auch sie kaufte sich einen  Aktienfond. Sie investierte in EdTech Firmen. Und in den USA und China sind viel EdTech Firmen bereits an der Börse.

Unternehmen wie TAL Education aus Peking sind bereit, den Zukunftsmarkt aktiv zu gestalten. Die Zahlen sprechen für sich: Bis 2023 wird der weltweite E-Learning-Markt voraussichtlich ein Gesamtvolumen von 423 Milliarden US-Dollar erreichen. Die prognostizierten jährlichen Wachstumsraten belaufen sich auf beeindruckende 24 Prozent.

TAL Education ist gut positioniert, um von diesem Trend zu profitieren. China hat längst den Status als Entwicklungsland hinter sich gelassen, und eine wohlhabende Mittelschicht investiert beträchtliche Summen, um ihren Kindern einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. In Europa steht man in den Startlöchern. TAL Education bietet ein breites Spektrum an Bildungsdienstleistungen, das traditionelle Klassenzimmer, private Nachhilfelehrer und Online-Nachhilfeplattformen umfasst und sich an Grundschüler bis hin zu angehenden Universitätsstudenten richtet.  Das durchschnittliche jährliche Wachstum von 48 Prozent seit 2011 zeigt, dass das Konzept bei den Schülern sehr beliebt ist.

Vor zwölf Jahren startete die Lernplattform Sofatutor, als digitale Bildung noch kaum thematisiert wurde. Doch alles änderte sich mit dem Ausbruch des Coronavirus. Seitdem die Schulen in Deutschland während des Höhepunkts der Pandemie schließen mussten, verzeichnet die Plattform wöchentlich 1,5 Millionen Nutzer – mehr als zuvor in einem Monat. Zusätzlich greifen rund 5.000 Schulen auf die Lernvideos, interaktiven Übungen und Arbeitsblätter von Sofatutor für ihren digitalen Unterricht zurück. Und als E-Lehrer verdiente man mehr als in der Grundschule.

Aber was passiert jeden Morgen in den Lehrerzimmern in Deutschland?

 L.Credi Kolleginnen bastelten sich Arbeitsblätter zu Hause in Heimarbeit. Warum diese nicht online stellen und dafür einen finanziellen Obolus zu genieren?

Rita Delacroix, Fremdsprachenlehrerin nickte, fand L.Credis Ideen gut. Sich selbstständig machen. Sie selbst war 58 Jahre alt, unterrichtete Französisch und Spanisch und saß zu Hause herum. Haben wir nicht einen Lehrermangel? Rita wurde nicht mehr gebraucht. Die weiterführenden Schulen haben den Erwerb einer Fremdsprache abgeschafft Grund ist die Künstliche Intelligenz. Seit der Weiterentwicklung von ChatGPT und anderen Firmen, kann die KI alle Sprachen in einem Bruchteil der Sekunde erkennen, umwandeln und anwenden.

Warum soll in der Sekundärschule Klaus-Peter noch die französischen Sonderzeichen lernen. Die Cédille ist ein kleiner s-förmiger Haken unter dem Buchstaben c. Im Französischen gibt es bestimmte Regeln für die Aussprache des c. Wenn ein c von einem hellen Vokal wie e, i oder y gefolgt wird, wird es wie ein [s] ausgesprochen, zum Beispiel in „cinéma“ (Kino). Wenn ein c von einem dunkleren Vokal wie a, o, u oder einem anderen dunklen Laut gefolgt wird, wird es wie ein [k] ausgesprochen, wie in „cuisine“ (Küche).

Klaus Peter hatte einen Bubblefish im Ohr, einen kleinen Knopf, der in Sekundenschnelle seine Sprache in alle Sprachen der Welt umwandelte und auch alle Sprachen empfangen konnte. Super… endlich wird der Bericht des römischen Feldherrn Gaius Julius Caesar über den gallischen Krieg vor mehr als 2100 Jahren greifbar. Klaus Peter spielte Caesar und sein Lateinlehrer den Sklaven Oktavius unter der virtuellen Brille auf seinem neuen IPhone.

Noch nie etwas vom Bubblefish gehört?

Der Babelfisch, auch bekannt als Babel Fish, ist eine fiktive Kreatur aus Douglas Adams‘ Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“, die mittlerweile zu einem bekannten Symbol für maschinenbasierte Übersetzungssysteme geworden ist. Der Internet-Übersetzungsdienst Babel Fish hat sich nach diesem Vorbild aus Adams‘ Roman benannt. Im Buch wird der Babelfisch als eine kleine Kreatur beschrieben, die sich in das Ohr einführen lässt und dem Träger ein Verständnis aller gesprochenen Sprachen ermöglicht. Adams erklärt dieses Konzept, indem er den Babelfisch als Symbionten darstellt, der sich von externen Gehirnwellen ernährt und deren Bedeutung in Form von telepathischer Energie direkt ins Gehirn des Trägers überträgt. Der Name Babelfisch ist eine Anspielung auf die biblische Geschichte des Turmbaus zu Babel und die darauffolgende babylonische Sprachverwirrung aus dem Buch Genesis.

Und nun war Bubblefish das größte IT- Unternehmen der Welt mit Sitz in China.

Also brauchte man Rita Delacroix nicht mehr. Der Dienstherr hatte sie in den Ruhestand versetzt. Das war billiger als das Gehalt einer Oberstudienrätin weiter zu zahlen. Rita aber wollte ihren Geist trainieren. Sie stockte sie ihre Pension beim Flaschensortieren im Getränkecenter auf. Sie konnte rechnen. Das Einmaleins. Wenn Kunden kamen mit gemischten Getränkepaletten ratterte sie im Kopf die 0,8, 0,15 und die 0,25 ct Reihen rauf und runter.  Das hielt jung. Bis 2025. Dann wurden die Bierkisten durch eine Scanschranke erfasst und Rita war arbeitslos.

Hannah Hagenstroh, Fremdsprachenkorrespondentin und Klassenbeste des Jahrgang 2019 des Ratesgymnasium, übersetzte drei Jahre lange für eine Bielefelder Puddingfirma Zutatenlisten für den neuen Milchsmoothie für die Absatzmärkte in Polynesien und die Osterinseln. Die bedeutendste polynesische Sprache ist das Samoanische mit 430.000 Sprechern, es folgen Tongaisch und Tahitianisch mit jeweils 125.000. Die meisten polynesischen Sprachen werden nur von wenigen Tausend Menschen gesprochen. Von den 310.000 Maori auf Neuseeland sprechen nur noch 60.000 ihre polynesische Sprache als Muttersprache. Aber alle liebten Pudding.

Nun kam auch in der Firma die KI im Einsatz. Hannah brauchte man nicht mehr. Aber Hannah war innovativ. Jetzt, wo die KI im ganzen Bildungsbereich festkrallt, es fraglich wird, was die Kinder noch in der Schule lernen sollen, brauchte es eine Revolution. Musste man die jungen Menschen nicht auf ein Leben in der Apokalypse vorbereiten? Wer brauchte noch „Die Glocke“, „Effie Briest“ und vor allem „Iphigenie auf Tauris“.  Müsste man die Jugendlichen nicht „vorbereitet“ – preparieren – preppern?

Prepper sind Personen, die sich durch individuelle Maßnahmen auf verschiedene Arten von Katastrophen vorbereiten. Dies kann die Einlagerung oder der Eigenanbau von Lebensmittelvorräten, die Errichtung von Schutzbauten oder Schutzvorrichtungen an bestehenden Gebäuden, die Bevorratung von Schutzkleidung, Werkzeugen, Funkgeräten, Wertgegenständen, Edelmetallen und Waffen umfassen. Zusätzlich werden Fähigkeiten in den Bereichen Erste Hilfe, Survival, Bushcrafting, körperliche Fitness und Selbstverteidigung trainiert. Der Begriff „Prepper“ leitet sich vom englischen Ausdruck „to be prepared“ ab, was „bereit sein“ bedeutet, sowie vom Pfadfindergruß „Be prepared“ für „Sei bereit!“ oder „Allzeit bereit“

Das war eine gute Ideen. L.Credi, Grundschulbildungsleitende aus dem Bielefelder Norden, Rita Delacroix, Lehrerin für Französisch und Spanisch und Hannah Hagenstroh, gründeten eine Privatschule. „Bi-Saved“.

Fortsetzung folgt.

 

 

 

 

Seilbahn

Wie könnte der Verkehr im Jahr 2040 in Bielefeld gestaltet sein? Neue Systeme werden eine entscheidende Rolle spielen, um eine schnellere und umweltfreundlichere Mobilität für die Bürger zu ermöglichen. „Wenn ich morgens sehe, wie viele Studenten aus dem Hauptbahnhof strömen, könnte eine Seilbahn eine gute Alternative sein,“ sagt Heribert Wassenfall. Dieser Gedanke wird von vielen geteilt, besonders angesichts der häufigen Streiks der Straßenbahnen und der umständlichen Wege zur Uni. Es wird sogar überlegt, einen Bunker in einen Fahrradkeller umzubauen, obwohl dies Zeit in Anspruch nehmen wird. Außerdem steht der Bielefelder Bahnhof aufgrund seiner mangelnden Sauberkeit im Vergleich zu anderen deutschen Bahnhöfen in der Kritik. Es gab keinen Supermarkt, keinen Späti, keinen Starbucks. Dafür aber Tauben und Flaschenpicker. und es zog. Aber die Bahn gehört nicht der Stadt Bielefeld. Hier musste man warten, bis der Konzern etwas investieren wollte. Aber wie kann man die Menschenströme besser steuern. Ohne Auto. Eine Seilbahn vielleicht?

Ein herausragendes Beispiel ist Mi Teleférico (deutsch: meine Seilbahn), das derzeit das weltweit größte städtische Seilbahnnetz mit zehn Linien und einer Gesamtlänge von 30,431 Kilometern ist. Diese Gondelbahnen verbinden den bolivianischen Regierungssitz La Paz mit der Nachbarstadt El Alto und transportieren täglich mehr als 300.000 Fahrgäste. Obwohl die erste Linie bereits 2014 eröffnet wurde, befindet sich das Netz noch immer im Ausbau und wird von der staatlichen Betreibergesellschaft Mi Teleférico betrieben. Tausende Meter über dem Meer rollt die wuselige Stadt La Paz über die Hügel des Hochplateaus, nur relativiert durch die gewaltige Höhe des 6438 Meter hohen Illimani. Da ist der Teutoburger Wald hingegen ein Sandhügel.

Und das soll nun auch in Bielefeld realisiert werden. Eine Seilbahn. Ganz neu ist die Idee für Bielefeld nicht: Schon 2004 regte der parteilose Bezirksvertreter Hans-Joachim Linnemann eine Seilbahn zur Sparrenburg an. Auch eine Verbindung zum Johannisberg, um den Bielefelder Pass mit dem Ostwestfalendamm zu überwinden, regte die Phantasie an. Doch ernsthaft griff dies niemand auf. Aber nun soll es realisiert werden. Heribert Wassenfall war Dozent an der Uni Bielefeld und mit einem Team von Studierenden gründete er die Firma „Hayflay“. Hayflay soll die Seilbahnen in Bielefeld bauen. Die erste Linie soll von der Uni zu Ikea gehen. Dabei waren die Kabinen so gebaut, dass selbst ein aufgebautes Billy-Regal transportiert werden konnte. Wassenfall holte sich Venture Kapital von Elon Musk mit der Bedingung, dass es keinen Betriebsrat geben durfte und Streiks verboten sind. Die Seilbahn muss laufen. Nicht wie bei den kommunalen Linien, die immer wieder die Oberstadt lahmlegen. Wassenfall konnte die Bauteile billig aus Mannheim bekommen.

Die Seilbahn der Bundesgartenschau, die über die gesamte Laufzeit der Gartenschau 3 Millionen Beförderungen durchgeführt hat, war nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Events, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für innovative Mobilitätslösungen. Sie bot den Besuchern eine sichere, zuverlässige, komfortable und umweltfreundliche Möglichkeit, zwischen den beiden Ausstellungsgeländen zu pendeln. Aber nun…brauchte sie niemand mehr und konnte auf Pfeilern den Teutoburger Wald queren.

Es war so weit, die Seilbahn wurde eingeweiht. Die erste Linie zog sich von der Uni über den Johannesberg zur Sparrenburg und von da an den Südring, wo der schwedische Elch Kötbullar verkaufte.

Angesichts der wachsenden Mobilitätsanforderungen in städtischen Gebieten und der dringenden ökologischen Herausforderungen unserer Zeit rückt die Seilbahn als effizientes, barrierefreies und umweltfreundliches Verkehrsmittel in den Fokus. Tatsächlich stellt sie eine potenzielle Antwort auf die Frage nach zukunftsfähigen Mobilitätslösungen dar.

Aber was geschah. Damit hatte keiner gerechnet. Es wurde nicht weniger individueller Straßenverkehr verzeichnet. Sondern es gab immer mehr Verkehr. Menschen aus ganz Ostwestfalen wollten Seilbahn fahren. Familien nutzten den Ausflug in den Tierpark Olderdissen um mit ihren Blagen mal ein Ründchen Seilbahn zu erleben. Die Wohnmobilparker am Johannesberg flogen damit zum Eisessen nach Gadderbaum und die hunderttausenden Besucher der Sparrenburg fotografierten die Perle Ostwestfalens für ihre Insta-Story. Man baute nun neue Parkhäuser in der Innenstadt und an der Uni. Bielefeld hatte ein neues Wahrzeichen. Ein Touristenmagnet. Der normale Bürger Bielefeld mied diese Linie.

Und wenn Ignaz Ruhrig, Student an der neuen medizinischen Fakultät die Seilbahn nutzen wollte, um schnell vom Bahnhof zur Uni zu kommen, musste er sich online monatelang ein Ticket vorher reservieren. Das war die Stunde von Heribert Wassenfall. Nachdem er die Firma Hayflay erfolgreich an den Start brachte, verkaufte er sie wieder zurück an den Geldgeber Musk. Mit dem Gewinnerlös kaufte Wassenfall zwanzig indische Rikschas mit kleinen Elektromotoren. Diese stellte er vor den Bahnhof, vermittele seinen Studierenden einen Nebenjob als Fahrer. Und so kamen die Studierenden in Windelseile zur Uni oder in das Kneipenviertel.

Universität

Der Franziskanermönch William von Baskerville und sein Schüler Adson begeben sich auf eine Reise in eine entlegene Benediktinerabtei in den italienischen Alpen, um in einem Streit über den Glauben zu vermitteln. Kaum angekommen, werden sie mit einer Serie skurriler Morde und einem unnachgiebigen Großinquisitor konfrontiert. Während die Inquisition die Morde dem Werk des Teufels zuschreibt, führen Williams Ermittlungen ihn auf die Spur einer geheimnisvollen, verbotenen Schrift.

Vor ihrem Aufenthalt in der Abtei hatten sie die Stadt Bielefeld besucht, wo sie Professor Ferdinand auf der Sparrenburg trafen. Ferdinand, ein ehemaliger Forscher der Orthopädie an der Universität Bielefeld, war ein alter Bekannter von William. Sie fragten sich, ob in Bielefeld der Schlüssel zur Lösung der Morde in Italien liegen könnte.

Professor Ferdinand berichtete von einem Vorfall an der Universität Bielefeld, bei dem arsenbelastete Bücher in der Unibibliothek entdeckt wurden. Als Vorsichtsmaßnahme wurden 60.000 Bücher vorübergehend gesperrt und überprüft, da Arsenverbindungen in Büchern und Zeitschriften des 19. Jahrhunderts giftig und krebserregend sein können. Das Rektorat schätzte, dass weniger als zehn Prozent der Bücher betroffen sein könnten, insbesondere solche mit grünen Einbänden, Buchschnitten oder Vorsatzblättern.

William fand diese Informationen faszinierend und begann zu spekulieren, ob die alten Schriften in der Abtei in Italien möglicherweise ebenfalls mit Arsen behandelt wurden, insbesondere solche, die vor den Augen der Novizen geschützt werden sollten. Gemeinsam mit Professor Ferdinand beschloss er, das Wissen der Universität Bielefeld zu nutzen, um das Rätsel der Morde in Italien zu lösen.

Schließlich enthüllt William, dass der blinde Mönch Jorge de Burgos die Morde begangen hat, um das Geheimnis des verschollenen „Zweiten Buches der Poetik“ des Aristoteles zu wahren, da dessen Inhalt der kirchlichen Lehre widersprechen würde. Es wird auch angedeutet, dass in diesem Buch vermerkt ist, dass die Stadt Bielefeld, angeblich im Jahr 1214 von Graf Hermann von Ravensberg gegründet, nicht existiert und der ursprüngliche Name „Biliuelde“ vor über 810 Jahren eine Lüge war.

Münze

In Bielefeld herrschte eine ungewöhnliche Aufregung, als Professor Ferdinand, ein angesehener Orthopäde des städtischen Krankenhauses Bielefeld, eine Reihe von Experimenten über Münzwürfe begann. Die ganze Stadt war in eine Debatte über die Wahrscheinlichkeit von Münzwürfen vertieft.

Alles begann, als ein einfacher Urlaubsentscheid mit einer Münze die Neugierde von Professor Ferdinand weckte. Ferdinand hatte noch einhundert Schokomünzen. Er durfte 2024 als Gast im Kölner Dreigestirn dabei sein und Schokomünzen werden. Er wusste nicht, dass die Kölner Jecken die Schokotaler nicht essen, sondern beim EFFZEH auf den Grünen Rasen warfen, damit der Fußball in Fanhand bleibt.

Komisch, wenn Ferdinand Taler warf, lag immer das Konterfei vom König oben. Wieso eigentlich. Wie konnte es sein?

Ferdinand tauchte tief in die Geschichte und die mathematische Theorie der Münzwürfe ein. Als er auf die Arbeit von František Bartoš stieß, der die Annahmen über die Gleichverteilung von Münzwürfen in Frage stellte, war Professor Ferdinand sofort fasziniert. Ist es immer 50:50?

In der Vergangenheit gab es zwar zahlreiche Experimente mit Münzwürfen (beispielsweise führte der Mathematiker Karl Pearson im 19. Jahrhundert 24.000 Münzwürfe durch), jedoch wurde dabei nicht festgehalten, welche Seite der Münze vor dem Wurf oben lag. Die Fachleute notierten lediglich, ob Kopf oder Zahl erschien, und stellten stets eine ungefähre 50:50-Verteilung fest. Bartoš war jedoch klar: Um wirklich einen statistischen Unterschied zwischen den prognostizierten vorhergesagten 51 Prozent und den üblicherweise angenommenen 50 Prozent festzustellen, sind viele Münzwürfe erforderlich. Sehr viele.

Bartoš konnte diese Aufgabe nicht allein bewältigen – er brauchte Unterstützung. Zunächst versuchte er, Bekannte dazu zu überreden, an einem Wochenende einen „Herr der Ringe“-Filmmarathon zu veranstalten und währenddessen Münzen zu werfen. „Doch niemand hatte wirklich Lust darauf“, berichtete Bartoš. Also beauftragte er zunächst fünf Studierende, im Rahmen ihrer Bachelorarbeit insgesamt 75.036 Münzwürfe zu dokumentieren.

Danach gelang es ihm, 35 Personen zu überzeugen, wann immer Zeit dafür blieb – sei es während der Mittagspause oder sogar im Urlaub – Münzen zu werfen. Selbst zu Münzwurf-Marathons (ganz ohne „Herr der Ringe“) konnte er sie überreden: Von 9 Uhr bis teilweise 21 Uhr saßen Freiwillige beisammen und warfen Münzen. „Wenn du mit deinen Freunden in einem Raum sitzt, Musik hörst und dich unterhältst, ist das eine schöne Beschäftigung“, sagte Bartoš. „Manche Leute sehen sich gemeinsam Filme an, andere werfen zwölf Stunden lang Münzen. Es ist eigentlich viel angenehmer, als man erwarten würde.“ Aber selbst 75036 Münzwürfe waren nicht genug. Mehr als 750000 Würfe waren notwendig.

Professor Ferdinand beschloss, Bartoš‘ Ergebnisse zu überprüfen, und begann, ein Team von Studierenden zu rekrutieren, um ein Experiment durchzuführen. Die Studierenden konnte er gewinne, weil sein Patient Heribert Wassenfall Knie hatte, Ferdinand ihn heilte und Dozent an der Uni an der mathemagischen Fakultät der Uni Bielefeld war.

Von da an war die Stadt Bielefeld in ein Münzwurf-Fieber versetzt. Die Menschen warfen Münzen bei jeder Gelegenheit, sei es während ihrer Mittagspause, in der Schule oder sogar während ihrer Freizeit. Wassenfall und seine Studierenden bauten Tische am Jahnplatz und überall würden Münzen geworfen.

Professor Ferdinand und sein Freund Wassenfall dokumentierten akribisch jeden einzelnen Münzwurf und sammelten Daten von Tausenden von Versuchen. Die Ergebnisse zeigten eine leichte Abweichung von der traditionellen 50:50-Verteilung, was die Theorie von Bartoš unterstützte. Es gab einen statistisch signifikanten Unterschied, der darauf hinwies, dass die Seite, die vor dem Wurf oben lag, mit einer etwas höheren Wahrscheinlichkeit auch nach dem Wurf oben landete.

Die Forschung von Professor Ferdinand und seinem Team erregte weltweit Aufmerksamkeit und löste eine Debatte über die Natur des Zufalls aus. Bielefeld wurde zu einem Zentrum der Münzwurf-Forschung, und Professor Ferdinand wurde für seine Pionierarbeit in diesem Bereich gefeiert.

Die Menschen in Bielefeld waren stolz darauf, Teil dieses wissenschaftlichen Abenteuers zu sein, das nicht nur die Praxis des Münzwurfs, sondern auch das Verständnis für die grundlegenden Konzepte der Wahrscheinlichkeit vertiefte. Und so bleibt die Geschichte von Professor Ferdinand und seinen bahnbrechenden Experimenten ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte von Bielefeld und der mathematischen Forschung. Sein Kollege Wassenfall bekam den Nobelpreis für hochgeworfene Physik. Bielefeld ist eine Weltstadt.

Beim Karneval der Kulturen in Bielefeld entschlossen sich die Studierenden ein großen Feldversuch. Eine Millionen Schokomünzen sollten in die feiernde Menge geworfen werden.

Karneval

Am 10. Februar 2024 verkündeten Ärzte nach einem weiteren Treffen ein frustrierendes Ergebnis: Die Kölner Jungfrau müsse bereits am nächsten Sonntag operiert werden und könne daher nicht am Rosenmontagszug teilnehmen. Anschließend sei absolute Bettruhe verordnet. Friedrich Klupsch, der die Rolle der Jungfrau im Kölner Karneval 2024 innehatte, konnte demnach nicht am Rosenmontagszug teilnehmen.

Doch wo sollte Klupsch sich operieren lassen? Nicht in der Karnevalshochburg, sondern in Bielefeld. Seit 2020 ist die Orthopädische Klinik am Standort Bielefeld-Mitte als einzige und erste Klinik in Bielefeld als Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung zertifiziert. Die Klinik konnte diesen hohen Standard in der Patientenversorgung erfolgreich halten, wie durch die Rezertifizierung in 2023 bestätigt wurde. Klupsch hatte sich einen Faserriss im Kölner Kindergarten „Rotznasen“ geholt und sollte nun von Professor Ferdinand operiert werden. Ferdinandist ein Experte auf dem Gebiet der Endoprothetik, bekannt und respektiert in der Region Ostwestfalen, zu der auch Bielefeld gehört. Er ist bereits 76 Jahre alt, doch seine Hände zittern noch nicht und er hat noch immer Freude daran, Operationen durchzuführen. Klupsch rief ihn an, da er Ruhe und eine Hüfte benötigte.

Das Dreigestirn absolvierte in dieser Session mehr als vierhundert Termine, wobei der heftigste Tag mit 18 Verpflichtungen auf Weiberfastnacht lag. Die Termine werden vom Festkomitee jeweils zwei Jahre im Voraus geplant, ohne zu wissen, wer das Dreigestirn stellen wird. Etwa die Hälfte der Auftritte findet in sozialen Einrichtungen wie Altenheimen, Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen sowie bei zahlreichen Sponsoren und Partnern statt. Natürlich wurden das Dreigestirn mit Taxen gefahren. Im Namen des Festkomitees sprach Präsident Christoph Kuckelkorn seinen Dank für die Flotte von 74 Fahrzeugen aus, bestehend aus 63 Ford Transit, fünf Ford Kuga PHEV sowie acht Ford Tourneo Bussen. Nächstes Jahr wird die chinesische Firma BUILD YOUR DREAMS BYD den Job übernehmen.

Das Erstgespräch mit dem ostwestfälischen Doktor Professor E. Ferdinand und Klupsch fand in der Hofburg statt. Ferdinand bekam ein VIP-Wochenende in der Domstadt und hatte noch nie zuvor eine royale Jungfrau behandelt. Die Hofburg ist in einem Edelhotel, wo in den letzten sechs Wochen zehn Zimmer im siebten Stock des Dorint-Hotels am Heumarkt benötigt wurden. Dort wohnte das Dreigestirn, der Hofstaat und zwei Friseure. Es gab einen großen Raum als Treffpunkt mit einer Küche, wo die Maske aufgebaut wurde. Um die Jungfrau fit zu halten, gab es nur alkoholfreies Kölsch, Wasser und veganes Essen. Der Karnevalsprinz trug rote Lederschuhe mit einer weißen Schleife, orthopädische Maßanfertigungen, um Blasenbildung zu vermeiden. Die Strumpfhosen hatten zudem einen Reißverschluss, was das An- und Ausziehen erleichterte. Die römischen Verzierungen auf dem Kleid erinnerten an die Stadtgründerin Agrippina. Sie stand für die „Jungfräulichkeit“ der Kölner Stadtmauer, die nie im Kampf erobert wurde. Jungfrau Klupsch hatte „Hüfte“. Der Bauer schluckte ständig Kopfschmerztabletten. Auf dem 1,6 Kilogramm schweren Hut seiner „Deftigkeit“ befanden sich genau 125 Pfauenfedern, deren Quersumme acht betrug, was das Symbol für Unendlichkeit ergab. Auch das Detail, dass der Hut wie ein Rad aussehen sollte, spielte auf die Wehrhaftigkeit an.

Normalerweise sind montags keine Termine für das Dreigestirn geplant. Dann können alle drei nach Hause fahren und Zeit mit ihren Familien verbringen. Sonntagabends wurden die Ornate nach dem letzten Auftritt zur Spezialreinigung gebracht und montagsabends sauber zurück in die Hofburg gebracht.

Doch nicht im Jahr 2024. Irgendwie war alles anders.

Zum ersten Mal kamen alle Tollitäten aus einer Familie. Der Prinz war der Sohn der Jungfrau und der Neffe des Bauern. So kam es, dass die Jungfrau Frieda den Rosenmontag im Städtischen Krankenhaus in Bielefeld verbrachte. Eine Jungfrau mit Krücken geht gar nicht. Und im Ostwestfalenland kannte sie kein Mensch. Keine Krankenschwester kam mit lustigen Hütchen ins Zimmer. Jungfrau Frieda schaute im Fernsehen den Rosenmontagszug. Doch was musste sie sehen? Prinz Sascha hatte auf seinem Wagen noch zwei Tonnen Kamelle. Mit Freude schmiss er die Plombenzieher ins Volk. Oben, in der Schildergasse Nr.6 sah er seine Nichte, die aus dem 5.Stock rief: „Kamele, Kamelle, Strüßjer!“. Prinz Sascha brauchte alle Kraft, die Maoams in die 5.Etage zu schleudern. Dabei stürzte er aus dem Prinzenwagen, verletzte sich an der Hüfte und wurde sofort in das Endoprothetik-Zentrum am Klinikum Bielefeld geliefert. Jungfrau Frieda freute sich. Nun musste der Bauer den Zoch zu Ende führen. Die 1600 Gramm schwere Mütze schmerzte. Aber der Bauer hielt durch. Es war die Revolution. Der letzte Bauernkrieg im Rheinland war 1526. Der Adel war gestürzt. Bauern an die Macht.

Dachte man. Wer genau hinschaute, sah : nicht Bauer Werner war auf dem Prunkwagen. Er hatte Kopfping und lag im Bett. Geschmickt und aufgehübscht saß dort: Professor Ferdinand.

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