Heimat

Um die ganze Geschichte zu verstehen, muss man/frau die letzten beiden Einträge lesen.

Bünde – Downtown

Grundschulleererin L.Credi saß nun in Horn-Bad Meinberg mit einem Ladekabel für ein E-Bike. Der Akku des E-Bikes von ihrer Freundin LEG0, war alle und passte nur auf das Weihnachts-E-Bike aus dem Discounter von EL-DAI. Es war dunkel, aber L.Credi war mutig. Sie liebte es an den Wochenenden bei Freaks im Tecklenburger Land im Tiny House zu leben oder in Baumhäusern zu schlafen. Sie hatte einen Plan. Mit Solarbalkonanlage, Ladekabel und dem letzten Tropfen Bad Driburger Heilwassers machte sich  auf nach Altenbecken. Sie nächtigte im Hochstand von Förster Herbert Putlich, Revierförster im Bezirk Teuto 5, der sehr gut seinen Wald in Nadel- und Fadenbäumen unterscheiden konnte. Nach einer kalten Nacht, schnallte L.Credi sich das Solarpanel auf den Kopf und erreichte den Altenbekener Bahnhof gegen fünf in der Früh. Dort standen schon viele Pedelec-Fahrer mit leeren Akkus. Das war die Stunde von L.Credi. Um den ICE nach Bielefeld umzuleiten, musste sie den Bahnhofswärter, Holger Hustenbrink, mit 50 Euro bestechen.  Also malte sie wie Greta Thunberg (was macht die eigentlich?) ein Plakat in vereinfachter Ausgangsschrift. „Akku-Ladung mit dem Solarmodul. 10 Minuten 30 Euro. Dank eines Adapters der Firma Solarteck konnte so ein E-Bike in kürzester Zeit geladen werden. Das Geschäft brummte. Euro-Zeichen €€€€ waren in ihren Augen. Die Geldbörse füllte sich, während die Sonne ihre Arbeit tat. Was für ein Pfingst-Montag.

Leider hat das Schulministerium den Dienstag nach Pfingsten als Ferientag gestrichen und L.Credi musste zurück zur Schule, wollte sie doch ihre steile Karriere nicht gefährden. So gab sie Holger Hustenbrink, die 50 Euro, der ICE wurde angehalten und L.Credi fuhr mit 2000 Euro Reingewinn in das Oberzentrum Bielefeld. 

Kurz vor dem Einlaufen des Zuges kam die Durchsage des Schaffners. „ Der Bahnhof Bielefeld kann nicht angesteuert werden, weil circa 5000 Ostwestfalen mit dem 9-Euro Ticket unterwegs sind und die Bahnsteige überfüllt sind! Deswegen hält der Zug ausnahmsweise in Bielefeld Brake. Es dürfen aber aus Sicherheitsgründen nur fünfzig Personen aussteigen.“  Das störte Leererin L.Credi nicht. Ihre Geldbörse war ja voll.  Mit einhundert Euro kaufte sie sich Ausstiegsplatz 49. Denco Habbel, die auf diesem Platz war, nahm das Geld gerne. Auf den einundfünfzigten Platz rutschte leider Uli Forte, neuer Trainer bei Arminia Bielefeld. Er musste zu Fuß gehen. Oder das Bündnis Ostwestfalen fragen, ob er abgeholt wird.

Sollte Herr Forte am ersten Tag seiner Tätigkeit beim Sportclub zu spät kommen? Der Job wäre weg. L.Credi konnte damit leben. Sie wusste weder wer Uli Forte war, noch das man Fußball mit elf Leuten spielt. Wer war Uli Forte. Der 48-jährige Fußballlehrer kommt vom Schweizer Zweitligisten Yverdon Sport FC nach Ostwestfalen. Ich wusste noch gar nicht, dass Yverdon in der Schweiz liegt.

Aber auch Ostwestfalen hat viele Orte, die keiner kennt. Diese Dörfer gehören fest zum lippischen Landschaftsbild und zu meiner Heimat. Aber sie sterben aus. So gibt es schon Initiativen, wo Menschen mit Behinderungen einen Dorfladen aufmachen um dann subventioniert eine Grundversorgung für Oma Piepenbrinck gibt.  Es gibt einen Job. Der Dorfcoach! Neuer „Dorfcoach“ auf dieser Stelle war Thomas Cleve, ehemals Leiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Lippe. Er wurde pensioniert. Nun hat die 30-Jährige Laura Schuster den Job übernommen. Krass. So jung. Ich sollte meine Bitcoins in Ackerland umtauschen.

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