China in Bielefeld

Hier sind die Geschichten von Shao gebündelt

China in Bielefeld

Shao Li Ping reichte es. Er musste handeln. Shao war vor einigen Jahren von China nach Bielefeld gekommen. Über die neue Seidenstraße. Er versteckte sich in einem Sojamehl-Container. Der wurde nicht durchsucht. Aber der Reihe nach.:

Shao Li Ping war in der 3.Brigade der Xhingpijmer Wirtschaftsabteilung aktiv. Sein großes Vorbild XI JINPING hielt eine begeisternde Rede und forderte seine Landsleute auf, die Welt zu erobern. Shaos Freund Yong war schon lange in Deutschland. Gerade hatte man den Deal in Hamburg eingefädelt. Die Chinesen konnten den Hamburger Hafen übernehmen. Erst ein kleines Stück, aber das reichte, um den bekannten Fuß in die Tür zu kriegen. Yong war in Bielefeld.

Er sollte die entscheidenden Schritte tun, damit Dr.Oetker bald Dr. PingPing heißt. Dann kommen auf die Pizza feine Katzenpfötchen, von Siamkatzen, die durch leckeres Thunfisch-Sheba schön zart waren.

Yong ließ den Containerfrachter „rotes Morgenlicht“ ohne Papiere in den Hafen einlaufen und so konnte Shao Li Ping europäisches Festland betreten. War Shao nun ein Spitzel oder Agent? Wir werden sehen.

Shao war doch sehr überrascht von den Deutschen. Es war der Tag der Zeitumstellung. Und was sagen die Deutschen: „Hurra, ich kann eine Stunde länger schlafen!“ So ein Quatsch, man schläft durchschnittlich immer gleich lang. Für Shao bedeutet es, dass er eine Stunde mehr arbeiten kann. Die Deutschen arbeiten immer weniger und bekommen auch noch Geld, wenn sie nicht arbeiten. Das Bürgergeld. Da lohnt sich Arbeiten nicht mehr. Shao rief seine Geliebte in China an und schwärmte von Deutschland:

Deutschland ist reich.

Finanzminister Christian Lindner wird im kommenden Jahr mehr Geld in der Kasse haben als gedacht. Am Donnerstag legte er die Prognose der Steuerschätzer für die Jahre bis 2026 vor. Die Experten gehen davon aus, dass Bund, Länder und Kommunen bis 2026 rund 126,4 Milliarden Euro mehr einnehmen als noch im Mai erwartet. 

Der Staat profitiert dabei unter anderem von der hohen Inflation. Wenn Waren teurer werden, steigen auch die Einnahmen aus den Steuern, die darauf zu entrichten sind. Vor allem die Mehrwertsteuer spült mehr Geld in die Kassen. Das ist also der Grund, dass alles teurer wird.  Lindner ist ein Schlingeling! Jetzt sollen die Deutschen noch einen Feiertag opfern, damit dadurch Waffen gekauft werden können. Ja, Shao Li Ping fragte sich sowieso, warum Ostern, Pfingsten und Weihnachten zwei Tage gefeiert wird. Die können alle weg. In die Kirche geht doch eh keiner mehr. Und Shao hätte sich sehr gefreut mal so eine richtige Bielefelder Osterfeier zu erleben.

Sollte Shao Li Ping  seine Familiendynastie nach Deutschland holen? Shao arbeitete. Er wollte kein Bürgergeld und keine Feiertage. Ein Arbeitnehmer in China hat Anspruch auf fünf bezahlte Urlaubstage, wenn die Beschäftigungsdauer mehr als ein und weniger als zehn Jahre beträgt. Bei mehr als zehn und weniger als 20 Jahren sind es zehn Urlaubstage.

Er hatte sich als Vertriebsleiter der neuen Elektroautoserie von Nio am Ostring in Bielefeld etabliert. Dieses Auto war der Renner. Es musste nicht mehr tanken. Wenn der Akku leer war, wurde er an neuartigen Tankstellen einfach ausgetauscht. So wie beim Sodastream. Ein Austausch dauert vier Minuten. Das Auto war dann für 1000 km wieder startklar. Shao parkte sein Vorführmodell immer vor dem Haus in der Nähe der städtischen Kliniken. Dort hatte er eine Wohnung gekauft. Leider aber wurde sein Parkplatz wegrasiert, weil die 1.Fahrradstraße in Bielefeld dort lang ging. Shao war fassungslos. In seiner Stadt Xhingpijm wohnte er an einer großen Prachtallee:

„Die Allee zum sozialistischen Lächeln“

Wenn er in sein Nudelstudio auf der anderen Straßenseite wollte, konnte er die Straße nicht überqueren, weil Millionen Fahrradfahrer ihm den Weg versperren. Er dachte an Katie Meluas Song:

Es gibt neun Millionen Fahrräder in Peking.
Das ist eine Tatsache, etwas, das man nicht abstreiten kann.
Genauso wie die Tatsache, dass ich dich lieben werde, bis ich sterbe.….

In den letzten Jahren wurden die Fahrräder in der chinesischen Stadt durch Motorräder ersetzt. Noch schlimmer! Zum Nudelstudio ging es jetzt nur noch mit FFP2 Maske. In der Mitte war ein Loch, wo er die 10m langen Glasnudeln einsaugen konnte. Und was war nun in Bielefeld? Seine Straße wurde zur Fahrradstraße?

Fahrradstraße

Ohne ihn. Sein Parkplatz war weg und nun reichte es ihm. Auf seinem Parkpkatz standen nun Möhren. Alte, Rostige, Platte , Sattellose. Da stand sein ÖKO-Elektrowagen- ein Vorzeigeobjekt Habecks und nun stand da… Schrott. Er rief Yong an.

Sein Freund Yong hatte einen Container mit Reißzwecken übrig.

Er schickte Shao eine halbe Tonne Reißzwecken und Shao schmiss jeden Abend eine Hand voll Reißzwecken auf den Ehlentruper Weg. Mögen die Radler dort einen Platten bekommen… ist ihm egal. Sie nervten, Radler fahren betrunken ihr Bike und wenn Helga Hefentum ihre Blagen morgens im Lastenfahrrad mit einer Bibi Blocksberg-Sirene an Shaos Wohnung vorbei fuhr, roch er noch stundenlang den Duft der Weleda-Kinderkrem. Und zudem nahmen die Fahrenden sein Elektroauto nicht ernst!

Leider ertappte ihn Kommissarin Sandra Schweger, Kommissarin auf Bielefeld und Heldin meines Buches. Sandra fotografierte abends immer die Autofahrer, die verbotenerweise in die Einbahnstraße fuhren. Shao Li Ping sprang in sein Elektroauto und raste in Nullkommanix hoch zur Detmolder Straße. Sandra Schweger hatte jedoch Kennzeichen und damit konnte sie auf der Behörde den Halter ausfindig machen. Und so kam Shao in Kontakt mit den deutschen Behörden. Er dachte an Umerziehungslager, Folter und digitaler Verfolgung, aber Kommissarin Petra Schweger belehrte ihn, Sachbeschädigungen begangen zu haben und las die vierundzwanzig Anzeigen vor. Shao versprach Verbesserung und  spendiert für jeden kaputten Reifen fünf Euro in die Polizeikaffeekasse. Nein, das war keine Bestehung sondern diente dem deutschen Volk, denn so konnten die Ordnungshüter bei chronischer Unterbesetzung länger arbeiten. Und allen geschädigten Fahrradfahrern spendierte er einen Gutschein seines neuen Einkaufszentrums und eine Tube Sekundenkleber. Man weiß ja nie,wofür das gut sein kann !

Ein aufregender Tag ging zu Ende. Shao Li Pings Freund Yong rief an. Sie verabredeten sich zur Frühlingsrolle im Restaurant „Goldener Lotus“.

Übernahme

Yong hatte eine persönliche Nachricht des großen Führers XI JINPING

Yong war Hafenarbeiter und geheimer Mitarbeiter der Partei. Shao Li Pings Freund Yong hatte den Doppeldrachen-Bonus. Der chinesische Führer konnte über seinen Messengerdienst Wechat auf alle 1,3 Milliarden Landsleute zugreifen.

Täglich schickte der große Führer jahreszeitliche Weisen auf die Endgeräte der Chinesen. Wie: „Wenn ich einen grünen Zweig im Herzen trage, wird sich ein Singvogel darauf niederlassen.“

So wie Elron Musk dies bei Twitter machen möchten. Aber Yong hatte den Doppeldrachen-Bonus. XI JINPING konnte Yong direkt anrufen und er hatte einen Plan mit Shao Li Ping. Als Shao diesen Plan beim nächtlichen Treffen mit Yong im Restaurant „Goldener Lotus“ hörte, wusste er, was seine patriotischen Pflichten waren.

In Bielefeld gab es ein neues Aufregerthema. Da hatte die rot-rot-grüne Regierung ein Gesetz zum Schutz der Bäume auf den Weg gebracht. Wo sollen nun die Weihnachtsbäume herkommen?

 Drei Bäume brauchte man und es gab so manchen Gartenbesitzer, der  diese garstigen Nadelbäume gerne aus dem Garten gehabt hätten. Man wolle das Klima in Bielefeld schützen. Wie kann man Klima eigentlich schützen. Das Verb passt doch gar nicht! Also mussten woanders die Bäume gefällt werden. Dort durfte man also das Klima schädigen!?  

9000 Euro sollte das ganze Spektakel kosten. Die Bielefelder wunderten sich, als die Bäume aufgestellt wurden. Hatte der Bürgermeister in der Post-Lotterie mit seiner Postleitzahl 33611 gewonnen?  Pustekuchen.

Statt eines Weihnachtsengels auf der Spitze rotierte dort das Werbebanner von Shao Li Pings Autohaus. In Deutsch und Chinesisch. Der Stadtsäckel wurde verschont. Das war der Start der Bielefeldübernahme. Dass es Bielefeld nicht geben sollte, war für Shao absoluter Quatsch, latschte er doch täglich über den wunderschönen Jahnplatz.  Weiter ging es mit der Übernahme. Markus Schön, Investor aus Detmold wollte das Karstadt-Kaufhaus in Bielefeld nicht übernehmen. Ach, was waren das damals für Zeiten. Damals, als es beim Karstadt noch ein Restaurant gab und eine echte Zoo-Abteilung. Da waren wir als Kinder immer gerne, weil wir die blöden Bären in Olderdissen eh nie sahen, weil die immer schliefen, weil die immer so weit weg waren.

Und dann der WSV und der SSV. Da standen die Kunden stundenlang vor der Eröffnung des Geschäftes vorm Karstadt, um dann auf den Wühltischen zwischen khaki, -kakao- oder cremefarbenen Miedern zu wühlen. Vielleicht ist da ja damals Corona entstanden?

Für Shao Li Ping war das eine Steilvorlage. Das erste chinesische Kaufhaus und ab dem 13.03.2023 endlich geschlossen. Nie wieder das beige Linoleum sehen.

Er würde es übernehmen. Das Kaufhaus. Dann würde er alle Mitarbeiter rausschmeißen. Die waren eh viel zu teuer. Im kompletten Kaufhaus würden nur noch chinesische Waren angeboten werden. Auf drei Etagen Tigersocken, Haifischkämme, Katzenhaarpullis und vor allem Elektronikgeräte. Im Keller wurde ein Wok-Restaurant eröffnet.

Da alles über moderne Bezahldienste geregelt wurde, brauchte Shao fast keine Mitarbeiter mehr. Er orderte einen Container voller Chinesen, die dann im Keller untergebracht wurden, die Überwachungskameras steuern sollten. So würde  in Bielefeld eine neue Kommandozentrale errichtet werden. Langfristig solle ja Dr.Oetker in Dr.PingPing umgewandelt werden.

Das Kaufhaus bekam Shao Li Ping für den symbolischen Euro.

Shao legte noch 4999 Euro drauf und ließ einen echten Pandabären zur Eröffnung vom Ableger: des Happy Valleys (chinesisch 太陽新天地購物中心 / 太阳新天地购物中心, einfliegen.

Später würde der Bär dann im Tierpark „Pandawelt“ im Johannistal die neue Attraktion werden. Noch war der Eintritt frei, aber auch hier könnte man neue Devisen bekommen.

Die hiesige Arminia war schlecht. Mega-schlecht. Sie taumelt in Richtung 3.Liga. Einen chinesischen Fußballclub; den wollte man sich auch noch leisten. Shao rief in Peking an.

Recycling

Das Jahr des Hasen beginnt in China und auch in Bielefeld. Mit dem chinesischen Sternzeichen Hase verbindet sich Gefühl, Anmut und Langlebigkeit. Menschen, die unter diesem Tierkreiszeichen geboren sind, gelten als besondere Lebenskünstler, die Feinsinnigkeit, Schöngeist und diplomatische Fähigkeiten in sich vereinen.

Das las Shao Li Ping. Und war für ihn eine heilige Mission.

Shao Li Ping war in der 3. Brigade der Xingpijmer Wirtschaftsabteilung aktiv. Sein großes Vorbild, Xi Jinping, hielt eine begeisternde Rede und forderte seine Landsleute auf, die Welt zu erobern.

Aber es reichte ihm noch nicht. Der chinesische Infrastrukturfond war gut gefüllt und Shao Li Ping fehlte noch ein Tunnel. Und den gab es in Bielefeld. Der Jahnplatztunnel! Der Bürgermeister will den Jahnplatztunnel kaufen. Es soll 6 Millionen Euro kosten und dann soll unter dem Jahnplatz der Boden freigelegt werden für eine grüne Oase auf dem Jahnplatz. Halbstarke wollten dort aber Proberäume für Rock and Roll-Getöse anlegen. Wer soll das bezahlen? Vielleicht noch eine Kifferbude dazu! Shao hatte etwas anderes vor:


Shao Li Ping engagierte vier dunkle Typen. Er steckte sie in Teletubbies-Kostüme und schickte sie in den Tunnel. Sie sollen etwas im Ramschladen Teddy zündeln. Nur etwas Rauch machen. Dafür bekommen Tinky Winky, Dipsy, Lala und Po ein ewig langes Handyguthaben über den chinesischen Sputnik „ewige Liebe“

So eine kleine Rauchentwicklung schadet Shao Li Pink eigentlich auch, denn die Waren aus dem Teddymarkt kamen ja alle aus dem Reich der Mitte, aber dieser kleine Schaden war überschaubar. Und man konnte schnell nachordern.

So konnte man den Preis für den Tunnel drücken. Leider haben Tinky Winky, Dipsy, Lala und Po etwas zu viel gezündelt und der Tunnel musste gesperrt werden. Was aber nun wollte der Bürgermeister mit dem Tunnel? Ateliers für Künstler? Einen Escape-room öffnen?
Shao war Geschäftsmann und für ihn war die Übernahme des Tunnels mit Geldern aus dem chinesischen Infrastrukturfond ein Klacks. Zumal suchte sich die chinesische Führung immer neue Projekte aus. Weltweit.

Shao kaufte den Tunnel für 10.Millionen Euro. Cash! Ohne zu verhandeln.

Und er baute in Windeseile dort ein Fahrradparkhaus hin. Stunde Parken kostet 50 ct. Warum nicht.
Und er eröffnete eine Propagandazentrale seiner geliebten Partei in dem Tunnel. Jeder Passant wurde mit einem Lächeln und einem Glückskeks erfreut. Der Karstadt war geschlossen und nun konnte ein neuer Hotspot entwickelt werden.

Es gab TikTok-Videos und Animationsfilme 365 Tage lang. Im nächsten Laden wurden chinesische Massagen und Tigercreme angeboten. Der Renner waren Nashornhoden, das chinesische Viagra. Und das zum Einkaufspreis. Er ließ die Passage rot anstreichen. Der rote Pfad schlängelte sich nun durch das Herz der Oberstadt. Glücklicherweise konnte er auch das Sportcheck-Geschäft mitkaufen, denn keiner wollte die durch den Brand stinkenden Nike-Sachen kaufen.


In seinem Heimatmarkt China ist Anta Sports die Nummer drei hinter Nike und Adidas. Die kennt keiner, aber wenn der Bielefelder Fabian Klos sie trägt…..

Nun hat das in Europa weitgehend unbekannte Sportunternehmen für 4,6 Milliarden Euro Amer Sports übernommen und ist so zu einem der größten Player der Welt aufgestiegen. In Bielefeld sollte ein Headquarter entstehen. Shao war glücklich.

In der oberen Etage wollte er neue Fahrräder verkaufen. Er konnte den Hersteller Prophete für einen Euro symbolisch übernehmen. Die Ballade von Prophete, dem E-Bike-Unternehmen. Einst stand Prophete stolz und stark, das Familienunternehmen aus Rheda-Wiedenbrück, doch nun ist es dem Schicksal zum Opfer gefallen, das Insolvenzantrag gestellt, die Zukunft ungewiss. Prophete, der Hersteller von E-Bikes, die in Aldi und Lidl angeboten werden, konnte die Dinger dort nicht genügend verkaufen. Eine Umfrage zeigt, dass 34 Prozent der Deutschen nicht bereit sind, mehr als 2.000 Euro für ein E-Bike auszugeben, eine Zahl, die Prophete nicht mehr erfreut. Das war Shaos große Chance. Er konnte es billiger und der Name musste weg. Goldener Weg klang do besser.

Mehrweg

Shao war erneut verwundert über Deutschland. In Bielefeld gab es nun die Pflicht, dass die Gastronomie Mehrwegsysteme anbieten musste, wie z.B. für den Kaffee Togo die Reste für den Hund oder für die chinesische Nudelbox.

Aber das System kam nicht an. Auch deswegen nicht, weil es im Ort bereits drei Anbieter von Mehrwegsystemen gab. Sie nannten sich „Recup“ „Vystal“ und es gab auch den Weihnachtsmarkt und den Kaffee-Becher der Kommune.

Das war typisch Deutsch. Dieses System gab es nur in NRW! In Thüringen, Hessen und Berlin gab es andere Systeme. Da soll mit dem 49-Euro-Ticket die Tarifstruktur in Deutschland vereinfacht werden und dann baut man ein neues Recycling-System für Lebensmittel auf.

Shao Li Ping kannte das nicht. In seiner Stadt Xingpijm bekam jeder Neugeborene ein Set mit Töpfen für Reis, Lotusgemüse, Katzenfilet etc. und behielt es sein Leben lang. Das war so in ganz China.

Und wenn jemand in eine andere Stadt ging, nahm er seinen Becher natürlich mit. Auch ins Kino für Popcorn und Nachos. Bei der Vorstellung des neuen Blockbusters nahm Shao Li Ping natürlich seinen chinesischen Knacker in seiner Dose mit, während ringsherum dreihundert Zuschauer mit wolkenkratzergroßen Popcorn und Chipstüten dem Film einen schmatzenden Unterton gaben.

An einem Tag in einem Kino fallen circa 200 kg Verpackungsmüll an. Der wird nicht recycelt.

Als Recycling bezeichnet man den Prozess der Wiederaufbereitung von weggeworfenen oder Wertstoffen oder nutzlosen Gegenständen zu einem neuen Produkt. Ging das auch bei Kunstwerken? Oder bei Menschen? Oder auch bei gebrauchten FFP2-Masken. Shao Li Ping jedenfalls kam mit sieben Masken durch die Coronazeit.

Er hielt sich an die Vorgaben der Stiko, nutzt jeden Tag eine Maske, hing sie auf die Wäscheleine und beschriftete sie mit den Wochentagen. Nach sieben Tagen konnte wieder seine erste Maske aufsetzen.

Da ja mittlerweile Shao Li Ping zu einem erheblichem Wohlstand gebracht hatte und dies seiner Schaffenskraft und der Cleverness seiner Partei verdankte, wollte er Bielefeld etwas zurückgeben.

Vor der Kunsthalle steht ein Kunstwerk von Rodin. Der Bielefelder „Denker“ wurde 1967/68 in Paris gegossen und zur Eröffnung der Kunsthalle für gut 200.000 DM von der Stadt erworben. Transport und Sockel schlugen damals mit weiteren 10.000 Mark zu Buche. Er ist einer von weltweit 13 Monumental-Abgüssen der Plastik von Auguste Rodin. Nun sollte eine kulturelle Revolution stattfinden. So etwas kannte Shao schon.

Es gibt einen Sammler, der einen Teil seiner Kunstsammlung nun versteigert wollte. Die Sammlung Bunte besteht aus einer Vielzahl von besonderen Kunstwerken, die in den letzten Jahren hinzugefügt wurden.. Die Sammlung umfasst etwa 300 Ölgemälde, 500 Aquarelle, Pastelle, Gouachen und Papierarbeiten sowie Zeichnungen und Druckgrafiken von westfälischen Künstlern. Und eigentlich gehörten diese Bilder nach Bielefeld. Die Stadt war entsetzt. Sollten diese Kunstwerke irgendwo auf der Welt nun in den Museen verteilt werden? Die Zeit von Shao Li Ping war gekommen. Er nahm einen Teil seines Wohlstandes und einen Teil aus dem chinesischen Infrastrukturprogrammes zu dem er dank der chinesischen Regierung Zugriff hatte und kaufte die komplette Kunstsammlung auf.

Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Unter jedem Bild lies Shao einen 3D-QR Code vom großen Führer installieren.

Die Kunsthalle, die von der Familie Oetker gesponsert wurde, bekam einen neuen Namen. Shao Li Ping-Show room und neben dem Denker ließ sich Shao eine Statue von seiner Herrlichkeit von Al Wei Wei aufstellen.

Reis

Es war mal wieder so weit. Der große chinesische Führer wurde wiedergewählt und verkündete in seiner morgendlichen Wechat-Ansprache, dass in China nie wieder ein Sack Reis umfällt. Da dachte Shao an seine Schwester Li. Reisverkäuferin.

Shao telefonierte mit seiner Schwester und fragte, ob bei ihr vielleicht doch ein Reissack umgefallen sei. „Ja“, antwortete sie. Sie verkauft duftenden Reis aus Thailand, darunter auch Jasminreis, gelben Vollkornreis, gewöhnlichen Rundkornreis aus der Provinz Liaoning und zwei Sorten, die sehr verstümmelt aussehen. Es gibt klebrigen Reis und auch Reis in kleinen Plastiktüten, gemischt mit Bohnen und verschiedenen Getreidesorten für die „Acht Köstlichkeiten“, eine bei den Chinesen vor allem in den Wintermonaten sehr beliebte Süßspeise. Dass der Boden vor ihrem Stand voller Reiskörner ist, scheint die Händlerin nicht weiter zu stören.

In China ist ein Reissack umgefallen. Aufgrund der vielen Reiskörner, die weit um den Sack herumliegen, als wären sie im hohen Bogen dorthin geschleudert worden, muss er mit einem Ruck umgekippt sein. Dies geschah auf dem Sanyuanli-Markt in Peking. Doch niemand unternimmt den Versuch, den 10-Kilo-Behälter mit dem bereits ausgelaufenen Reis wieder aufzustellen. Nicht einmal Shaos Schwester oder die junge Verkäuferin nebenan hinter dem Reisstand kümmern sich nicht darum. Sie hat ohnehin die Reste und das Einweggeschirr ihres Mittagessens auf den Boden geworfen. Da fällt der umgefallene Reissack nicht weiter auf.

Reis gibt es überall Der Sanyuanli-Markt gilt als gepflegte Adresse. Auch die wohlhabenden Ausländer, die sich inzwischen zahlreich in der chinesischen Hauptstadt niedergelassen haben, kommen gerne hierher. Er ist bekannt dafür, dass Gemüse und Obst, vor allem aber Fleisch und Fisch hier als frisch und für chinesische Verhältnisse als schadstoffarm gelten. Im vorderen Bereich locken Marktschreier mit exotischen Früchten aus China und aller Welt. Äpfel aus der Provinz Shandong, Orangen aus Kalifornien, Papayas aus Thailand, Litschis aus Südchina und Melonen aus dem tiefen Westen. Dann kommen die Fleisch- und Fischstände, die Stände mit den Haushaltswaren und die Gemüsestände. Eher am Ende der schlauchartigen Markthalle befindet sich der Reisstand mit dem umgefallenen Sack. Noch ein Stand mit Katzenfutter, gegenüber einer mit Tofu – dahinter türmen sich schon die leeren Kartons und der Müll der Marktschreier. „Reis gibt es in der Stadt an jeder Ecke“, sagt die junge Verkäuferin. Dafür muss man nicht nach Sanyuanli kommen. Vielleicht aber für Baby-Reis.

Reis aus Bangladesch war sehr begehrt, besonders der Baby-Reis, der aufgrund der Ernte durch Kinder besonders zart und weich war. Der Preis von 0,49 Euro pro Kilo war unschlagbar. Allerdings war die Menge immer begrenzt, da die Ochsenkarren aufgrund des veränderten Klimas oft im schlammigen Boden stecken blieben.

Die Konkurrenz war begrenzt, da es nur einen weiteren Stand in der Nähe gab, der genau das gleiche Angebot hatte. Ein junger Mann saß hinter dem Stand und tippte fleißig auf seinem Smartphone. Ein anderer Mann hockte davor und schlief, während eine Zigarettenkippe zwischen seinen Fingern hing. Aber alle warteten auf den Reis aus Bielefeld, der bald verfügbar sein würde. Dank des Klimawandels war es möglich geworden. Obwohl die beiden Stände nicht miteinander verbunden sind, werden sie vom selben Lieferanten beliefert. „Jeden Morgen kommt jemand vorbei und füllt die Vorräte auf“, erzählt sie. Das Reisgeschäft ist sehr eintönig und weiß. Es unterliegt keinen großen konjunkturellen Schwankungen. „Die Leute kaufen Fleisch und Gemüse und wenn ihnen einfällt, dass sie zu Hause keinen Reis mehr haben, kommen sie noch schnell zu uns.“ Anders als die Frauen an den Obst- und Gemüseständen kämpft sie nicht um Kunden. „Entweder brauchen die Leute Reis oder nicht“, sagt sie.

Ein Kunde kommt mit einer großen Bestellung und möchte 10 Kilo hochwertigen Jasminreis kaufen. Er zählt bereits die 70 Yuan, umgerechnet 9,70 Euro, die diese Menge kostet. Als sie den Reis in eine dünne Plastiktüte füllt, fragt er nach etwas Stabileres „Ich habe nichts“, antwortet sie. Wenn er keine Plastiktüte möchte, soll er den billigeren Reis nehmen und zeigt auf die umgefallene Tüte. Der Kunde spuckte auf dem Boden und rutschte danach auf dem Reis aus.

Shaos Schwester Li sieht nicht sehr glücklich aus. Vielleicht fehlt es an Innovation. In Bielefeld gibt es Rieselfelder. Dort wurde früher Wäsche gebleicht. Es gibt viel Wasser. Vielleicht könnte man dort Reis anbauen. Und ihn dann mit dem Duft der Bielefelder Pudding-Vanille-Firma überziehen. Ja, Vanille-Reis. Damit könnte Shaos Schwester einen Pioniergewinn erzielen und vielleicht könnte sie, die kleine Li, damit in der chinesischen Sendung „Die Höhle des Tigers“ auf Sponsorensuche gehen.

Li wird in der Sendung „Höhle des Tigers“ gefragt, woher sie die Idee für den Vanille-Reis hatte. Sie erzählt von ihrem Bruder in Bielefeld, die auf die Idee gekommen war, Reis mit dem Duft der Pudding-Vanille-Firma aus Bielefeld zu verfeinern.

Die Juroren in der Sendung sind überrascht und lachen darüber, dass es auch in Bielefeld, das oft als eine erfundene Stadt bezeichnet wird, gute Ideen gibt. Li nutzt diese Gelegenheit, um Bielefeld zu verteidigen und erklärt, dass es eine echte Stadt mit vielen innovativen Menschen ist. Ihre Leidenschaft für Bielefeld und ihr innovatives Geschäftskonzept beeindrucken die Juroren und sie stimmen schließlich zu, in ihr Geschäft zu investieren. Li ist überglücklich und dankbar für die Chance, ihre Idee zum Leben zu erwecken und ihre Liebe für Bielefeld zu teilen. Sie ist entschlossen, ihr Geschäft auszubauen und den Vanille-Reis zu einem internationalen Erfolg zu machen.

Da saßen sie nun. Petra Schweger, Kommissarin aus Bielefeld, reiste mit dem 49 Euro Ticket durch NRW. Sie hatte frei, aber am Bahnhof Hamm, auf Gleis zweiundvierzig saßen zwei Kinder. Sie sahen asiatisch aus und waren traurig. In ihren Händen hatten sie einen Zettel in chinesichen Schrifttzeichen. Was hatte das zu bedeuten? „Die haben nicht bezahlt,“ rief Fahrgastbegleiter Gerd Raabe Petra aus der schließenden Zugtür zu. Gerd hatte die Kinder in Hamm einfach aus dem Zug geworfen. Petra hatte noch zwei Glückskekse vom letzten Restaurantbesuch in der Tasche und gab sie den Kindern. Ein Leuchten funkelte in ihren Augen. Petra war klasse. Aber wo sollen die Kinder hin? Petra erinnerte sich an eine alte Geschichte, die sie als Kind oft gehört hatte. Die Song-Dynastie war von 960 bis 1279 die herrschende Dynastie im Kaiserreich China und hier gab es eine bekannte Geschichte, die jedes Kind auswendig lernen musste. Spannend ist sie nicht, aber fast 2000 Jahre alt und absolut aktuell.

In der mächtigen Song-Dynastie gab es einen Bauer, dessen ungeduldiger Charakter ihm zum Verhängnis werden sollte. Mit einer Gier nach schnellem Erfolg, baute er Gemüse an und konnte es nicht erwarten, das Ergebnis seiner Arbeit zu sehen. Als er auf sein Feld ging, um nach den Pflanzen zu sehen, war er enttäuscht von dem, was er sah. Obwohl die kleinen Pflänzchen überall auf seinem Feld wuchsen, waren sie für ihn nicht groß genug. Seine Ungeduld trieb ihn dazu, am nächsten Tag zurückzukehren und Unkraut zu entfernen, in der Hoffnung, dass die Pflanzen schneller wachsen würden. Doch trotz all seiner Bemühungen waren die Pflanzen nur ein bisschen größer geworden.

Als einige Tage später immer noch keine signifikanten Fortschritte zu verzeichnen waren, geriet der Bauer in Panik. Er konnte es nicht ertragen, so lange zu warten und beschloss, zu betrügerischen Methoden zu greifen. Er lief zum Feldrand und begann nach einer geeigneten Pflanze zu suchen. Schließlich fand er eine, an der er zog, bis sie größer wurde. Der Bauer schaute auf das Ergebnis seiner unheilvollen Tat und war stolz auf sich. Aber zu welchem Preis? Seine Gier und sein Ehrgeiz hatten seine Moral und seine Verbindung zur Natur verdrängt. Was für ein kurzsichtiger und unverantwortlicher Bauer, der bereit war, seinen eigenen Betrug zu rechtfertigen, um schneller zum Ziel zu gelangen. Dies war ein trauriges Beispiel dafür, wie die Gier nach Erfolg die Menschen dazu bringen kann, ihre eigenen Werte zu opfern und die Konsequenzen ihrer Handlungen zu ignorieren. Atemlos kehrte der Bauer zum Feld zurück und begann, an den Gemüsepflanzen zu zerren. Mit jeder gezogenen Reihe fühlte er sich genialer und stolzer auf seine Leistung. Voller Begeisterung zog er weiter und weiter, bis alle Pflanzen schließlich die gewünschte Größe erreicht hatten. Triumphierend stand er auf seinem Feld und bewunderte seine Machenschaften. Doch als er nach Hause rannte, um seinem Sohn von seinem Erfolg zu berichten, schenkte ihm dieser kein Glauben und ging lieber schlafen.

Am nächsten Morgen wurde der Sohn dann doch neugierig und begab sich aufs Feld, um sich die Pflanzen anzusehen. Doch was er dort vorfand, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren: Alle Pflanzen lagen am Boden, vertrocknet und tot. Der Bauer hatte in seiner Ungeduld die Wurzeln der Pflanzen herausgerissen und sie zu Tode gezerrt.

Diese Geschichte aus China lehrte Petra eine wichtige Lektion: dass Geduld eine Tugend ist und dass alles seine Zeit braucht. Wenn wir zu hastig und ungeduldig sind, riskieren wir, dass alles, was wir aufgebaut haben, in einem Augenblick zerstört wird. Und nicht nur das, auch unsere Beziehungen zu anderen können darunter leiden, wenn wir zu viel von ihnen verlangen und sie überfordern. Diese Geschichte ist somit eine Warnung an uns alle, uns Zeit zu lassen und unsere Erwartungen zu überdenken, bevor wir uns in ein Vorhaben stürzen.

Sie nahm die Kinder erst einmal mit nach Bielefeld. Sie rief ihren Bekannten Herrn Schnepel, an, der mittlerweile Schulrat im hiesigen Schulamt war. Platz wäre für die beiden in der Fichtenhainschule. Dort wurden zwar Luftfilter eingesetzt, aber es sind noch nicht überall 30 Kinder in einer Klasse.

Nachdem Petra die Kinder in der Fichtenhainschule abgegeben hatte, nahm sie die zerknitterten Zettel aus den Taschen der Kinder und übersetzte sie mit einem Buch in der Stadtbücherei. Sie konnte es kaum glauben.

Mein Name ist Li Mi Long und ich habe meine Kinder in Deutschland geschickt. Ich komme später nach. Mein Bruder lebt in Bielefeld. Er heißt Shao Li Ping. Dort hatte er ein Autohaus und ist nun ein reicher Bürger. Er sagte, meine Kinder Hong Shi und Lei Fei können nach Deutschland kommen, er würde für sie sorgen. Noch arbeite ich auf dem Reismarkt und werde noch meine Vorräte verkaufen. Vor allem der Vanille-Reis verkaufe sich gut. Ich würde gerne in der Vanille-Fabrik in Bielefeld einmal vorbeischauen und einen neuen Deal einfädeln. Ansonsten ist das Leben in Bielefeld besser als in China. Lieber Finder, passen Sie gut auf Hong Si und Lei Fei auf. Der chinesische Drache wird sie belohnen.

Petra kannte Shao Li Ping. Sie hatte ihn ertappt, als er Reißnägel auf die neue Fahrradstraße in der Stadt gelegt hatte. Sie ging zum Einwohnermeldeamt und erkundigte sich nach Shao.

Sie wählte die Nummer. Shao nahm das Gespräch an.

Süßigkeitenliebhaber aufgepasst! An der Ecke Bahnhofstraße und Arndtstraße gibt es seit Samstag einen neuen Zuckertempel namens „Candy Crush „, der mit einem bisher ungewöhnlichen Sortiment aufwartet – von Lollipops über Lakritz bis hin zu Limos ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Im Frühjahr hat ein Inhaber die Fläche einer Parfümerie an der Bahnhofstraße bereits um die Hälfte reduziert, kurz nachdem er das Geschäft und zwei Das neue Geschäft „Candy Lover“ an der Bahnhofstraße ist ein wahres Feuerwerk an Farben und bietet ein breites Sortiment an Süßigkeiten. Die Einrichtung des Geschäfts ist ebenfalls farbenfroh und lässt den Schriftzug „Candy Crush“ in Pink und Blau-Lila erstrahlen. Dies ist nicht nur für die Zielgruppe, sondern für jeden Passanten der Fußgängerzone unübersehbar.

Am Eröffnungstag strömten zahlreiche Kunden in den Laden, insbesondere junge Menschen zwischen 10 und 60 Jahren. Der Ansturm auf das Geschäft war so groß, dass vom Fußboden nichts mehr zu sehen war. Der Süßigkeiten-Bereich im Erdgeschoss von Galeria Karstadt war währenddessen völlig verwaist, was für die direkte Nachbarschaft des neuen Geschäfts zum Nachteil wurde.

Das bunte Sortiment des „Candy Crush “ lässt Naschkatzen das Wasser im Mund zusammenlaufen: Von neonfarbenen Lollipops über Limonaden und Kaugummis bis hin zu Schoko-Eiern mit unterschiedlichen Füllungen findet man hier alles, was das Herz begehrt. Dabei stammen die exotischen Produkte aus Ländern wie Deutschland, den USA, Japan, Mexiko oder Polen –  Witzigerweise lag ein Prospekt einer Zahnarztpraxis an der Kasse aus. Der Dentist hatte dafür 10000 Euro bezahlt.

Inhaber Shao Li Ping hat sein Sortiment grenzüberschreitend zusammengestellt. Besonders inspiriert wurde er bei der Gestaltung seines Shops von den Niederlanden und Amsterdam, wo er auch seine Ideen für das vielfältige Lakritz-Sortiment holte. Bei Shao Li Ping gibt es nicht nur die meist salzige und zähe Variante des Naschwerks, sondern auch süße Variationen. Doch damit nicht genug: Auf der Plattform TikTok ist ein Artikel zum Hit geworden, der in Deutschland noch relativ neu ist: Slaps, ein Sortiment aus zehn Lutschern, die ihren Geschmack erst in voller Intensität durch Sirups entfalten, die darüber geträufelt werden.

„Candy Crush “ ist ein Selbstbedienungsladen, in dem die Kunden an einer Wand gläserne hohe Zylinder vorfinden, die randvoll mit bunt verpackten Bonbons sind. Die Kundschaft hat die Qual der Wahl und kann entweder eine kleinere oder eine große Tüte selbst mit Süßem füllen. Der Laden führt gut 400 unterschiedliche Artikel. Bald soll an der zur Arndtstraße gelegenen Seite ein Ausschank für Coffee-to-go und Eis eröffnet werden.

Shao Li Ping war ein echter Geschäftsmann. Er hatte mehrere Industrieanlagen in Bielefeld übernommen und wartete auf seinen Neffen und seine Nichte. Sie sollten von der Kommissarin Petra Schweger nach Bielefeld gebracht werden. Sie waren gerade in der Fichtenhainstraße und lernten Deutsch.

Der Candy Crush Laden sollte die finanzielle Basis für seine Verwandschaft sein. Seine Schwester verkaufte Vanillereis in China und war auch auf dem Weg nach Bielefeld.

Sie wurde gerufen. Petra Schweger hatte sich gerade um die beiden chinesischen Kinder gekümmert  in dem Sie Shao Li Ping anrief. Der Onkel aus Bielefeld. Petra musste mal wieder ein Problem lösen. Zuerst waren die Gender-Ampeln zerstört worden. Nun hat jemand mit der Zwille auf die neuen Sonnen aus Glas geschossen, die seit zwei Tagen über dem Jahnplatz baumelten. An dieser Stelle wurde im Januar darauf hingewiesen.

Damals hatte Hanno die Sonnen entdeckt.

Hanno war in Sorge. Er stieg in den Zug, der zur Ministerin für Glück nach Berlin führen sollte. Aber wie immer gab es Baustellen auf der Strecke und Hanno stieg in Bielefeld aus. Diese Stadt sollte es doch gar nicht geben, aber auf einmal stand er an diesem Ort. Da er Aufenthaltszeit hatte, schlenderte er durch die Straßen und am neuen Jahnplatz erschrak er. Die ganze Welt sorgt sich wegen Sonnenstürmen und in Bielefeld werden zehn Nachtsonnen aufgehangen? Mit 10 riesigen Nachtsonnen von einem Durchmesser von 2,1 Metern und 15 kleineren von 130 cm Durchmesser soll der zentrale Platz erstrahlen. Die LED-Leuchten können mehr als 16 Millionen Farben ausstrahlen und sorgen für eine deutliche Aufwertung des mit 27,5 Millionen Euro renovierten Ortes. Die neue, dimmbare Beleuchtung wurde von der Firma „Nevue Homburg Licht“ geplant, die bereits für die sternchenartige Beleuchtung an Haltestellendächern verantwortlich ist. Die Gesamtkosten für die neue Beleuchtung betragen 300.000 Euro. Je nachdem, wie die Stimmung in der Stadt ist, wird der Jahnplatz beleuchtet. Wenn Arminia aufsteigt, dann schwarz-weiß-blau. Wenn der Bürgermeister darüber schreitet, da leuchtet es SPD-Rot.

Nun waren die Lampen zerschossen. Mit eine Zwille. Aber warum? Es war für die Stadt fatal, denn am Wochenende sollte Peter Maffay eingeflogen werden. Leider konnte er wegen der Lichtschnüre nicht mehr auf dem Jahnplatz mit seinem Helikopter  landen. Er sollte den Jahnplatz mit seinem Megaseller: Sonne in der Nacht einweihen.

Was sollte dieses Lied? Warum ist es für Bielefeld so wichtig? „Sonne in der Nacht“ wurde 1985 veröffentlicht und ist ein sehr bekanntes Lied von Peter Maffay. Der Song handelt davon, dass man trotz aller Dunkelheit und Schwierigkeiten im Leben die Hoffnung nicht verlieren sollte. Die „Sonne in der Nacht“ symbolisiert dabei das Licht am Ende des Tunnels und die Hoffnung auf bessere Zeiten.

Die Strophen des Liedes erzählen von unterschiedlichen Herausforderungen, mit denen man im Leben konfrontiert werden kann – beispielsweise Krankheit, Einsamkeit oder das Gefühl, verloren zu sein. Doch trotz allem gibt es immer eine Möglichkeit, weiterzukämpfen und nicht aufzugeben. Im Refrain wird dann die „Sonne in der Nacht“ als Symbol für diese Hoffnung besungen. Soweit sagt es die künstliche Intelligenz

Petra machte Fotos von den kaputten Lampen und brauchte Fett. Im Futterkasten 1969, einem Imbiss, der wohl jeder Bielefelderin und jedem Bielefelder bekannt ist oder zumindest schon mal aufgefallen ist, erfreuen Bratwurst, Currywurst, Krakauer, Pommes sowie Kartoffel- und Nudelsalate das Herz der Hungrigen. Auch die Kommissarin Petra Schweger gönnt sich hier gerne eine Portion Pommes, während sie auf dem Weg zu ihrem nächsten Einsatz ist. Sie bekleckerte sich mit Ketchup, als sie den Pommesschmied fragte, irgendetwas beobachtet zu haben. Jemand habe die Lampen auf dem neuen Jahnplatz zerschossen.  Sollte da doch ihr alter Bekannte Shao Li Ping hinterstecken?

„Nein, hier war heute Nacht niemand, jedoch stelle ich fest, dass die Dohlen, die auf den Grasdächern der Haltestationen von Rentner Hugo Halstenberg aus dem 3.Obergeschoss immer mit Pralinen gefüttert werden, immer fetter wurden. Vielleicht versuchten sie, die Sonnen als neues Nest zu benutzen. So mit Wärme von Unten. Gut für die Brut und den Popo.“ Petra dachte nach. Sie musste ein Beweisstück finden. Weder Federn noch die Munition der Zwillen waren auffindbar. Sollten die Sonnen doch kaputtgegangen sein, weil es durch die Sonneneruptionen elektromagnetische Spannungen in OWL gab? Oder wurde durch die neue Habecksche Stromschiene zu viel Energie von der Nordsee nach Bayern geschickt.

Jedenfalls musste der Marketingchef den Musiker Peter Maffay ausladen.

nselm Panstedt schüttelte den Kopf. Er war Bielefelds Energiesparfuchs, Berater für Sparmaßnahmen und Vorreiter des grünen Denkens in Ostwestfalen. In diesem Blog ist schon öfter von ihm die Rede:

https://wordpress.com/post/gerwin.home.blog/718

Aber was die Ampel da plante, regte ihn auf. Nicht die queeren Ampeln in der City, sondern die aus Berlin.

Es soll doch um Klimaschutz gehen und da hauen die Roten, Grünen und Gelben ein Klimapaket raus, was unvorstellbar ist. Niemand denkt an ein Tempolimit oder einen großen Schritt nach vorne, wie Solarpflicht oder die Subvention von E-Fahrrädern. Oder warum wurden neue Siedlung immer noch mit individuellen Heizungsanlagen ausgestattet und nicht mit Blockkraftheizwerken. Und wo soll der ganze Strom herkommen, wenn alle Welt die Atomkraftwerke hochfährt und Deutschland alles dichtmacht.  Wie soll das alles gehen? In Bielefeld gibt es 171410 Wohnungen. Wie sollen die denn alle eine Ökoheizung bekommen? Und wer soll das machen? Im Hochhaus in der Contibronx versorgt eine Gasheizung in einem Haus fast 80 Wohnungen. Da war kein Platz für eine Hackschnitzelanlage. Anselm Panstedt hatte schon eine Idee.

Er würde ein gutes Geschäft machen. Und eigentlich war es doch so einfach, die Welt zu retten, aber natürlich muss auch die Autoindustrie, die Bauindustrie und die Betreiber von Autobahnraststätten bedacht werden. Unglaublich auch, dass Bahnchef Lutz 2022 doppelt so viel Bezüge kassiert hat. Dazu kam ein Bonus von mehr als 1,26 Millionen Euro. Infrastrukturvorstand Berthold Huber (60) landete bei einer Gesamtvergütung von 1,41 Millionen Euro Personalvorstand Martin Seiler (58) verdiente 1,39 Millionen Euro. Ein Bonus ist ja ok, aber die Bahn ist so etwas von schlecht aufgestellt, macht Miese und ist unpünktlich. Den müsste doch der Scholz kündigen, oder wer macht das? Ist der Beamter? Jedenfalls bezahlt Krankenschwester Tarina Tunkenwald diese Menschen mit, wenn sie von Bielefeld nach Herford mit der Bahn zur Arbeit fährt.

Anselm öffnete die morgendliche Post und las die Post von seinem Schornsteinfeger. Er müsse nun 49,99 Euro mehr bezahlen, denn es gilt ab 2023 die Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über mittelfristig wirksame Maßnahmen (Mittelfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung – EnSimiMaV) und beinhaltet, dass einmal im Jahr die Heizung gewartet werden muss. Warum wurde das nicht inklusiv in einfacher Sprache geschrieben?

Was allerdings passiert, sollte Anselm die identifizierten Optimierungen nicht durchführen lassen, ist nicht bekannt. Konsequenzen für nicht durchgeführte Heizungschecks oder -optimierungen sind nicht durch das Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) kommuniziert worden. Immer neue Verordnungen im verordnetem Deutschland.

Zudem fand Anselm ein Schreiben seiner depotführenden Bank.

Er war schon lange einer chinesischen Solarfirma „sunny movement“ beteiligt, die ihre jährliche Dividende ausschütte. Im Aufsichtsrat in den Anfängen der Firma 1989 tauchte ein Name auf, den Anselm Panstedt schon einmal hörte. Shao Li Ping, mittlerweile Bielefelder Geschäftsmann und Wohltäter der Stadt Bielefeld. Anselm frohlockte. Da sollen doch wirklich an 145 Autobahnbaustellen Solaranlagen gebaut werden. Anselm vermutete ein Geschäft. Was für eine gigantischer Flächenverbrauch. Warum nicht alle Flachbauten in Deutschland mit Solar bedecken? Die breiteste Straße Deutschlands ist mit einer fast durchgehenden Breite von 87 Metern die Königsallee in Düsseldorf. Die Avenida 9 de Julio (Buenos Aires) bringt es mit 20 Fahrstreifen auf 140 Meter Breite, wenn man die beiden – anders heißenden – Parallelstraßen mitrechnet. Und die Autobahnen in Deutschland?

Der Mittelstreifen befindet sich zwischen zwei Richtungsfahrbahnen und dient der Trennung der Verkehrsströme. Er ist in Deutschland bei Autobahnen und vierstreifigen Kfz-Straßen in der Regel 4,0 Meter breit und dann kommen noch Standstreifen etc. dazu. Und dann noch Solarfelder? Wo sollen denn die Bauern ihr Getreide anbauen? Warum kommen die Grünen nicht auf die ideale Idee, die Autobahnen mit Solardächern zu bebauen.

Dann würden die Autos, die bald elektrisch fahren, vor Regen und Sonne geschützt sein. Ein Elektroauto im Gewitter ist nicht gut! Das wusste man schon im Physikunterricht der 1.Klasse.

Anselm nahm Kontakt mit Shao Li Ping auf. Sie trafen sich am Rande der A33 um einmal die Ausmaße einer Autobahn zu sehen.  Sie verabredeten diesen Plan.  Shao hatte noch sehr gute Kontakte zur Solarfirma „Sunny movement“. Sie schlugen der Regierung vor, dass die Firma „Sunny movement“ auf mehr als 100 km Solaranlage installiert. Man verspricht, dass die Anlagen in einem Jahr fertig sind. „Sunny movement“ kommt nach Deutschland mit 15000 Arbeitern, die dann hier alles installieren. Man möchte dafür kein Geld haben, sondern 20 % aller Autobahnmautgebühren (80% waren ja für die Bahn reserviert)

und den Solarertrag. Aber dafür alles für umme—umsonst.

Natürlich würden die 15000 Arbeiter in Deutschland bleiben. Es herrscht Fachkräftemangel. Die Arbeiter kamen nicht aus China, sondern wurde von „Sunny movement“ von einem Unternehmen aus Pakistan gestellt. Die waren noch billiger.

Und man konnte es als Entwicklungshilfe verkaufen, denn Bangladesh geht unter. Rechtzeitig stockten Anselm und Shao ihre Aktienpakete an der Firma auf. Insiderwissen. Risiko! Alle 60 km sollte eine Ladestation stehen. Shao versprach fünf! Tesla war damit draußen!

Mit diesem Vorschlag fuhren Shao Li Ping und Anselm Panstedt nach Berlin. Sollten beide in der politischen Hochburg in den nächsten Jahren noch weitere Erfolge feiern? Made in Bielefeld.

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