Sonntag

Die Idee für die „Love Congresbury“-Aktion wurde von Pfarrer Hanno angestoßen, der eine zentrale Figur bei der Organisation und Durchführung der guten Taten war. 

Hanno war ein junger Mann mit einem großen Herzen für andere. Nach dem Abschluss seines Studiums beschloss er, seine Karrierepläne zu ändern und sich dem Krankenhaus in Osnabrück anzuschließen, um dort als Freiwilliger zu arbeiten. Jeden Tag arbeitete er hart, er zählte die Gurken auf den Abendessen und kratzte die Joghurtbecher aus, um den Patienten zu helfen, ihre Krankheiten zu überwinden und ihnen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern.

Mit der Zeit bemerkte Hanno, dass er eine tiefere Berufung hatte – er wollte den Menschen auf eine spirituelle Ebene helfen. Also beschloss er, Pfarrer zu werden. Nach Jahren harter Arbeit und Studium wurde er schließlich zum Pfarrer ordiniert und führte fortan Gottesdienste in seiner Gemeinde.

Aber er vergaß nie seine Zeit im Krankenhaus und besuchte regelmäßig die Patienten, um ihnen Trost und Hoffnung zu bringen. Mit jedem Besuch und jeder Predigt, die er hielt, inspirierte er die Menschen, ihr Leben zu verbessern und ihre Träume zu verwirklichen. Und so wurde Hanno zu einer wahren Inspiration für alle, die ihm begegneten. Durch seine Frau Gwen Tulip kam er nach England.

Als spiritueller Anführer der St. Andrews-Gemeinde hatte er ein tiefes Verständnis für die Bedeutung von Gemeinschaft und Nächstenliebe und arbeitete eng mit den Mitgliedern der Gemeinde zusammen, um sicherzustellen, dass niemand vergessen wird.

Am Ende des Jahres waren es 817 gute Taten, die die Einwohner des englischen Dorfes Congresbury im vergangenen Jahr vollbracht hatten. Wahrscheinlich waren es noch viel mehr. Aber 817 Mal hatten die Menschen ihre guten Taten auf einen Zettel geschrieben. Diesen Zettel warfen sie dann in einen großen, bunt beklebten Pappkarton, der in der Kirche stand. Und um die Kirche ging es auch. Na gut, in erster Linie ging es um „Love Congresbury“, so heißt die Aktion für gute Taten. Aber der Anlass war die Kirche in dem 3500-Seelen-Ort im Südwesten Englands. St. Andrews, die imposante, vielleicht etwas überdimensionierte gotische Kirche mitten im Ort, feierte im vergangenen Jahr ihren 800. Happy Birthday, dachte sich das Festkomitee und überlegte, wie man das ganze Dorf zum Geburtstag der Kirche ein bisschen fröhlicher, glücklicher machen könnte. So entstand die Idee von Love-Congresbury“. 800 gute Taten sollten zum 800. Geburtstag von St. Andrews gesammelt werden. Und alle machten mit. Die Mitglieder der anglikanischen Gemeinde St. Andrews natürlich. Aber auch andere Gemeinden und was es sonst noch an Konfessionen in Congresbury gibt. Gläubige anderer Religionen waren auch dabei, und natürlich haben auch nichtreligiöse Menschen mitgemacht. Alle eben.

Beeindruckend, was da an guten Taten zusammengekommen ist. Natürlich war der Klassiker der guten Taten gleich mehrfach vertreten: ‚Einer älteren Dame die schwere Einkaufstasche nach Hause tragen‘. Einige sammelten den Müll im Dorf ein. Einige Senioren organisierten Kleiderspenden für Obdachlose. Jugendliche strichen Zäune für Menschen, die es selbst nicht mehr konnten. Auch Hecken schneiden, Rasen mähen, solche Sachen. Einer hat für seinen Nachbarn die Tierarztrechnung übernommen. Ein anderer schenkte einem Fan die Karte für die Premiere des neuesten Helene Fischer Film.Der soll vor Glück geweint haben.

Hanno bekam Post vom Bürgermeister aus Osnabrück.

Ein Friedenskongress in den Städten Osnabrück und Münster, der von 1643 bis 1648 dauerte, brachte nach langwierigen Verhandlungen schließlich den Frieden. Damit war der Dreißigjährige Krieg in Deutschland beendet. Historiker bezeichnen den Friedensschluss als eine der Geburtsstunden des modernen Europas.  2023 sollten viele Jubiläumsfeiern rund um den Westfälischen Frieden geben.

Das Rathaus, eine aufsteigende Taube und die Zahlen 375 und 2023 bilden zusammen das Logo des Jubiläums „375 Jahre Westfälischer Friede“. Doch damit nicht genug: Sieben Themen bestimmen die sieben Monate, in denen Osnabrück an den ersten universellen Friedenskongress der Menschheitsgeschichte erinnert. Und Hanno sollte nun Europas Ehrenbürger Nr.1 werden. Hanno wollte einen Vortrag zu den Babyboomern halten. Alle wollten schnell in Rente gehen. Mit Anfang 60 soll Schluss sein. Das kann für die Wirtschaft, Gesellschaft und für einen persönlich nicht gut sein. Davon war Hanno  überzeugt. Vorzeitige Ruhestand ist nicht nur schlecht für die körperliche Gesundheit, es schadet auch dem Gehirn. Das warten wissenschaftlich erwiesen. Anno war sich sicher, dass auch in Osnabrück sein Hilfsprojekt „lovecongresbury“ viele Menschen vom Sofa zieht.

Seife

Schwester Gisela

„Guten Morgähn! Wie war der Stuhlgang?“ rief Schwester Gisela in Herrgottsfrühe mir im Krankenzimmer zu. Wie soll der denn schon sein, wenn man nur im Bett liegt, seinen Körper nicht bewegen kann und weder Zucker noch vergorenen Hopfensaft zu sich nimmt. Das dauert, bis der Darm sich auf die Krankenhauskost umgewöhnt hat. Und dass bei mir, der es liebt mit vielen internationalen Gewürzen zu hantieren. Gisela brachte mir zwei Waschlappen. Einen für oben und einen für unten und hängte sie an die entsprechenden Haken. Warum stand da nicht Süd und Nord oder rechts und links? Der Waschlappen erlebt seit der Energiekrise eine Wiedergeburt, weil Gas teurer geworden ist. Über die Rückkehr des Waschlappens freut sich die Haut. Und macht braucht sogar gar keine Seife, weil die Baumwolle alte Hautfetzen abrubbelt. Man hat auch festgestellt, dass man Seife überhaupt nicht braucht. Sie sollte nur eingesetzt werden, wenn erkennbarer Dreck oder Schweiß zu sehen ist. Statt Seife kann man auch Spüli nehmen. Das stimmt! Aber diese Erkenntnis wird in Deutschland nicht propagiert, weil Hans Zurbring, Lobbyist der Schönheitsindustrie, dafür sorgt, dass es in Deutschland immer mehr Drogerieläden gibt. Mittlerweile gibt es fast 5000 Drogerieläden und dazu in jedem Supermarkt genügend Pflegeprodukte.Was wäre die Bielefelder City ohne Rossmann, Müller und DM? Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich zehn Flaschen Shampoo, elf Flaschen Duschgel und 3,7 Packungen Flüssigseife im Jahr. Das ergibt 24,7 Flaschen pro Kopf. Allein in Deutschland sind das hochgerechnet jährlich rund 2 Milliarden Plastikflaschen – nur für Pflegeprodukte!

Und die Haut leidet darunter. Auch die Umwelt. Und ich leide auch. Schwester Gisela war taff. Sie wollte meinen Rücken nicht mit Franzbranntwein einreiben. Das soll ich alleine machen. Ist auch eine gute Yoga-Übung. Gisela lachte sich kaputt, als ich mein geliebtes Arminia Bielefeld Schlaf-Shirt auszog. Ich war in Osnabrück! Dritte Liga! Die Arminia war so schlecht und so peinlich. Aber zu einer echten Liebe gehört auch viel Leidenschaft, die Leiden schafft. Da warf mir Gisela ein Arsenal London T-Shirt rüber. Das könne ich haben, der Patient ist letzte Woche verstorben. 

Nun muss ich noch bis Montag bleiben. Entweder will das Krankenhaus an mir noch verdienen, oder der Professor ahnt meine zunehmende Unruhe und will mir noch 50 Stunden Ruhe gönnen. Aber irgendetwas musste ich tun. Ich schmuggelte mich hinter Giselas Rücken in die Krankenhausküche. Es war Wochenende und es herrschte auch hier Personalmangel. In der Ecke saß FSJtler Hanno. Er wollte etwas Sinnvolles machen nach dem Abitur. Der Wehrdienst war nix. Hanno wollte Menschen helfen. Nun saß er in der Küche und zählte immer drei Cherry-Tomaten ab, die er auf die Abendessenteller der Patienten legte. Das war nun nicht besonders anspruchsvoll und machte Hanno immer trauriger. Er wollte doch den Menschen helfen, ihnen Mut und Zuversicht geben. Da begann ich mit ihm ein Spiel. Wir legten kleine Zettel unter die Deckel der Teller mit dem Graubrot. Dort schrieben wir kleine Sprüche und Lebensweisheiten drauf, wie:

„du bist wertvoll“, „gute Besserung“ oder „morgen kommt der Weihnachtsmann“. Aber auch so Sachen wie „Ein Freund mehr, ein Weg mehr“ oder „besser auf neuen Wegen etwas stolpern als in alten Pfaden auf der Stelle zu treten“ Wir wussten nicht, wer die Texte bekommt, oder was das mit den Lesern machte. Jedenfalls war es ein Experiment.

Dann warteten wir auf die Antworten. Und tatsächlich, die Patienten auf den Stationen schrieben zurück. Hanno sammelte alle Zettel, kam nach der Schicht auf mein Zimmer und zusammen entwarfen wir die Antworten für den nächsten Tag. Viele freuten sich, manche Patienten kamen ins Nachdenken. Nur Robert Swermann, Patient auf der Inneren schrieb: „ Ich will Nutella und kein Nusspli!“ So wurde Hanno glücklicher und die Patienten konnten schneller genesen und eher entlassen werden.

Adam

Aus meiner Hüfte wurde ein Knochen entnommen. Ich fühle mich wie Adam im Paradies. Bei ihm war es die Rippe aus der Gott einen Menschen schuf. Bei mir war es nicht so, der Knochen kam in den Fuß. Da sollte er anwachsen. Außerdem hatte dieser Eingriff keinen Einfluss auf die Keimzellen bei mir und bei Adam, der bei seinen Kindern, Jungen oder Mädchen, die Zahl der Rippen beeinträchtigt hätte. Jeder Mann und jede Frau hat 24 Rippen.

Bemerkenswerterweise kann eine Rippe, die entfernt wurde, wieder nachwachsen, wenn die Knochenhaut (Periost) erhalten bleibt. Ob  Gott so vorging oder nicht, wird nicht berichtet; doch sicherlich wusste Gott als Schöpfer des Menschen über diese außergewöhnliche Eigenschaft der Rippenknochen Bescheid.

Ich wollte nicht der neue Adam werden, der dann für die Erbsünde in der Welt verantwortlich gemacht werden konnte .Es wird ein ca. 2-5 cm langer Hautschnitt über dem vorderen Beckenkamm gemacht. Die Muskulatur wird soweit erforderlich vom Beckenkamm abgeschoben werden. Danach kann der erforderliche Knochen mit einer oszillierenden Säge entnommen werden. Die Muskulatur und die Haut werden wieder zusammengenäht.

Es ist aber schon krass, was die Medizin kann. Aber auch im Krankenhaus kann jeder etwas. Aber nicht einer hat den kompletten Überblick.

1.Nachtschwester

2) Blutdruckmesser

3) Bettenmacher

4) Pfleger mit Waschschüssel

5) Frühstücksfrau

6) Blutabnehmerin

7) Ärztin

8) Physiotherapeuten

9) Drainagemasseurin

10) Hilfsmittel firma ①

11) Lieferant für den Gehschuh 

12) Anästhesistin

13) Qualitätskontrolleur für Privatpatienten

14) Mülldienst

Diese Personen waren zwischen 7.00 und 12.00 Uhr bei mir. Nur heute Morgen!

Wie soll man da ein Buch lesen ? Keine Konstanz, bis auf 21.00 Uhr. Da kam sie. Lazlo aus Ungarn. Mit ihrem hellen Akzent und dem tollen Parfum und den fantastischen Augen, verzauberte sie meinen Abend mit einer Schmerztablette.Ich wollte sie öfters sehen und stellte die Stationsklingel auf Dauerbetrieb. Beim dritten Erscheinen kam sie mit einem Piccolo und stieß mit mir an. In meinem Gläschen war ein Schlafmittel und ich werde Lazlo nie wieder sehen, weil Morgen Pfleger Bodo wiederkommt. Vielleicht sollte ich eine Woche verlängern. Bodo arbeitete in Bielefeld, wechselte aber nach Niedersachsen , weil er hier

1. Deutscher Meister beim angry bird Wettbewerb wurde und hier im Wald ein ideales Trainingsgelände hatte. Ich lernte ihn vor einem Jahr in der Komfortklinik kennen. Er half mir beim Level 1357 meines Computerspieles „der hurtige Hubert“. Hierbei musste man Salamischeiben auf Pizzaböden werfen und durfte dabei nicht den hungrigen und hurtigen Hubert mit Ketchup beschmutzen. Im Level 1357 tauchte ein Nacktschnecke auf, die man in gleich große Stücke schneiden musste. Das schaffte ich nicht so gut. Das Spiel war ab zwölf Jahre erlaubt. Bodo konnte die Schnecke super sezieren und mühelos kam ich in den Goldstandard Level 1358; wo man die genaue Kalorienzahl jeder Salamischeibe exakt als virtuelle Klimmzüge nachturnen musste.

Osnabrück

“Oben oder unten” steht auf dem Haken im Badezimmer. Ich bin im Krankenhaus, weil meine Sehne genäht wurde. Dafür wurde ein Stück Knochen aus meiner Hüfte entfernt und vieles mehr. “Das ist ihr Zimmer! “Schwester Annemarie und ich dachte, das wäre eine Suite. Okay, Einzelzimmer mit Chefarzt war nicht drin, aber hier bin ich auch allein. Über der Steckdosenleiste finden sich Kratzspuren von anderen Patienten, die entweder aus Verzweiflung oder Langeweile die Treppenhäuser von Escher in 3D nachkratzen wollten. Die zerrissenen Gardinen verdecken den bunten Blick in die Menschmachheile-Anlage, und im Badezimmer hängen vier Haken mit der Aufschrift oben und unten. Was das wohl bedeutet? Handtücher gibt es jedenfalls nicht. Hier gibt es noch keine Bettenschupser wie in Bielefeld.Schwester Annemarie bringt die Patienten eigenhändig in die Fachräume, nur nicht nach draußen in den Pavillon für ein Schnaepsken und eine frische Camel-Zigarette. Bis jetzt habe ich keine Ahnung, was heute Morgen passiert ist. Schwester Annemarie hatte Frühschicht, KrankenBruder Osman fängt gerade erst an.

Gestern traf ich eine Frau, deren Mann 6 Monate im Krankenhaus war, weil erüberfallen wurde,ich hoffe auf wenige Tage. Schwester Annemarie hatte Feierabend. Ich war aus der Narkose erwacht und las in der Zeitung, dass Bielefelds Attraktivität stark mit dem sportlichem Erfolg von Arminia zu tun hat. Es ging bergab. Die meisten Besucher wollen in der Stadt etwas erleben. 35 %der Cityhopper wollten in der Stadt etwas essen. Nicht mehr shoppen. Aber was konnte man in der City essen? Schwester Annemarie lud mich ein. Sie packte mich in den

Rollstuhl und zeigte mir einen zentralen Platz in Osnabrück. Das Krankenhaus lag auf einem Finkenhügel, was auch immer ein Finkenhügel ist. Wir erreichten das Zentrum. Wow, es gab dort Peter Pane, ein Burgerladen, daneben das Kaffee Extrablatt und dann noch ein McDonalds. Daneben ein Wellensteinladen, in den man höchstens einmal in zwei Jahren geht, wenn das Plagiat aus der Türkei kaputt ist. Und dann wurde noch ein Burgerladen aufgemacht mit dem Namen Ahoi.

Drei mal Burger oder hieß es Bürger. Oder doch Börger. Wahrscheinlich  hieß es Klops. Annemarie rollte mich durch die Einkaufsstraße Nr. 1 in Niedersachsen mit dem modernsten Sportgeschäft Europas. Innen war eine echte Wellenreitanlage . Annemarie tauschte Schwesternhaube gegen Neoprenanzug und ritt die Welle. Ich wollte hinterher springen aber ich verhedderte mich am Katheter und plumpste wie ein Klops auf den Boden. Dabei  war Annemarie so anmutend wie Eisprinzessin Katharina Witt. 35 Millionen wurden in die Surf-Anlage gesteckt und es war ein Riesen-Erfolg. Es gab auch qein Höhentraining und ein Yogastudio zwischen der Abendgarderobe und der Miederwäsche. Kunden des Kaufhauses konnten bei goldener Milch für 5 Euro entspannen. 

Mitbringen muss man zum Wellenreiten nur Badebekleidung und ein Handtuch. Im Preis von 34 Euro (Kinder 8-14 Jahre 29 Euro) sind neben der 45 minütigen Surf-Session die Miete des Surfbretts, des Neoprenanzugs und des Helms enthalten. Begleitet wird man dabei von professionellen Surflehrern – perfekt für blutige Anfänger! Aber auch Fortgeschrittene haben ihren Spaß . Neben den Anfänger-Sessions gibt es die Möglichkeit auf einer höher eingestellten Welle mit dem eigenen Brett zu surfen. Und hier war Schwester Annemarie aktiv. Als Krankenschwesterin verdiente sie nicht viel und bot nebenbei Surfkurse an. Ich hatte im Krankenhaus viel Zeit und begann eine Serie von surfenden Skunks zu entwerfen. Ach und man kann viel über deutsche Krankenhäuser schimpfen … wie gut wir es haben sieht man gerade in der Türkei. Spenden: http://www.Bielefeldhilfe.de

Musk

Sie ist wieder da. Studienrätin Svenja Treerin war pensioniert, aber im Kopf noch frisch wie ein Frühlingssalat. Sie wollte nicht auf der Meditationsmatte liegen, Rheumadecken testen oder Ginseng-Kapseln schlucken. Nein, das Gehirn war noch an. Lange Zeit war sie an einem Bielefelder Gymnasium aktiv und hatte sich schon immer für Matrixdrucker und Faxgeräte interessiert. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben gelang es ihr, ihre Interessen und Hobbys zu pflegen, was ihr aufgrund der beamtenrechtlichen Neutralitätspflicht verboten war. Svenja besuchte die Hauptversammlung von Tesla in Amerika. Das war immer am St. Martinstag, an dem sie mit ihrer 9. Klasse den Laternenumzug des nahe gelegenen Kindergartens begleitete. Sie wollte Elron Musk treffen.  Musk war Gott, oder war er nur der Abgesandte einer fremden Instanz? Was Musk tat, revolutionierte die Welt.

Seine beeindruckende Lernfähigkeit bewies Musk bereits im Alter von zehn Jahren, als er das Codieren und Programmieren von Computern beherrschte.  Auch sein unternehmerisches Gespür zeigte sich bereits in jungen Jahren, als Musk im Alter von 12 Jahren sein eigenes Videospiel, Blastar, entwickelte und für 500 Dollar an eine Zeitschrift verkaufte.Trotz dieser herausragenden Leistungen war Musks Kindheit nicht einfach. Oft wurde er von anderen Kindern ausgegrenzt und schikaniert, was so weit ging, dass ihn eine Gruppe von Mitschülern einmal eine Treppe hinunterwarf und bewusstlos schlug. Das war eigentlich ein Fall für die Sonderschule oder den Schulpsychologen. Musk wollte es allen zeigen, keiner mochte ihn. Und jetzt hassen oder feiern ihn alle. Was er sich alles ausgedacht hat:

a. The Boring Company – ein Unternehmen, das Löcher bohrt, um die Infrastruktur zu verbessern.

b. Hyperloop – Hyperloop ist ein vorgeschlagenes Transportmittel, mit dem Elon Musk glaubt, dass die Reise zwischen Los Angeles und San Francisco – eine Strecke von mehr als 600 Kilometern – in nur 35 Minuten möglich sein wird.

c.SolarCity … Eine Tochtergesellschaft von Tesla und der zweitgrößte Anbieter von Solarmodulen in den USA. Von langlebigem Glas bis hin zu unsichtbaren Solarzellen macht das Unternehmen einen großen Schritt in Richtung nachhaltige Energie.

d.Tesla – Autohersteller

e. Twitter —–Umwandlung des Unternehmens in ein globales Zahlungs- und Kommunikationssystem.

f. und jetzt chatGPT

Zuerst wurde das Tool kostenlos zur Verfügung gestellt, nun soll es bald 20 Dollar pro Monat kosten. Die KI ChatGPT von OpenAI ist eine der spannendsten Webanwendungen der letzten Zeit. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto vielfältiger werden die Anwendungsmöglichkeiten. ChatGPT liefert präzise Antworten auf Fragen und kann auf Wunsch sogar ganze Texte generieren.

Alle Lehrer zittern, alle Dichter fangen an zu weinen, alle Übersetzer fürchten um ihren Job.

Und hat Musk Recht? Ja. Man wird ihn lieben oder hassen.

Aber was macht die Studienrätin Svenja Treerin damit? Sie reitet auf der Welle und schüttelt wieder einmal den Kopf über ihre Stadt und ihr Land, das wieder einmal in die dritte Liga absteigen wird. Svenja hat ein kleines Vermögen mit Kryptowährungen gemacht, von denen es 22.000 Sorten gibt. Sie kaufte sich einen Supercomputer und das neueste Iphone und war nun selbstständige Freiberuflerin und Miner für Elron Musk, der bei Twitter tausende Mitarbeiter entließ, aber im Entwicklungsland Deutschland neue digitale Sklaven suchte. Und da es Bielefeld nicht gab, war Svenja Treerin die Richtige. Zunächst galt es, die typisch deutsche Skepsis gegenüber KI abzubauen.

Die Aufregung war groß, weil jeder ChatGPT benutzt (der Schreiber hier auch). Das muss reguliert werden! Der Staat und die Bildungsbehörden müssen eingreifen. So ein Blödsinn! ChatGPT ist erst der Anfang. Google, Facebook und Co. planen das nächste große Ding: Auch Googles KI „Lamda“, ein Chatbot, der sprechen, Fragen beantworten und verschiedene Persönlichkeiten darstellen kann. Und die KI kann kochen, Bilder malen, Helene-Fischer-Songs mit eigener Melodie schreiben und und und.

Inzwischen bietet Svenja Seminare im deutschen Schulportal an: ChatGPT – ein Weg in die Zukunft der Bildung?! Dafür bekam sie reichlich Bitcoins als Gehalt.

ChatBots werden überall eingesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen in Bielefeld lag bei gut 30000 Menschen. Und überall werden Mitarbeiter gesucht. Die Serviceangebote im kommunalen Bereich wurden immer geringen. Und werden noch weniger werden, wenn die künstliche Intelligenz mehr und mehr wird. Warum soll man Leute weiterqualifizieren? Warum soll Klein-Greta im Kindergarten eigentlich morgens von der Leiterin der Mariengruppe persönlich begrüßt werden? Ein Terminal wie bei McDonalds mit Smily und personalisertem Emojji geht doch auch. Und wer einmal in der Warteschleife bei der Grundsteuererklärung hing, würde sich über Hans-Huber dem Chatbot des Finanzamtes freuen, der auch noch Tee servieren kann.

Das nächste große Ding sollte Sven nun für Bielefeld programmieren. Am Jahnplatz, dem Bahnhof und im Einkaufstempel wurden Bildschirme aufgestellt. Dank Gesichtserkennung wurde jeder Besucher der Stadt herzlich begrüßt: „Hallo Sabrina, schön, dass du da bist. Im Loom gibt es Bubbletee im Angebot“ oder „Hallo Martin, dein Bus fährt in drei Minuten!“

Eine neue Willkommenskultur

Bitcoin

Hier sehen sie Svenja als Schülerin

Studienrätin Svenja Treerin freute sich. Endlich. Sie konnte in den Ruhestand gehen. Was hatte sie nicht alles erlebt. Rauchende Kollegen im Lehrerzimmer, Schülerratssitzungen mit Hanf und vor allem 1000 Liter Kaffee, besser gesagt braune Brühe, denn die schmeckte nicht. Der Kaffeedienst funktionierte wie in einer WG, also nie. Und was hat sie an technischem Fortschritt miterlebt. Vom Spiritusdrucker über kreischende Nadeldrucker und Disketten bis hin zur Wolke. Also der Wolke. Als Digitalisierungsbeauftragte wurde sie mit Ipads überschüttet. Es dauerte nicht lange, bis sie herausfand, dass man da keine CDs reinschieben kann. Aber jetzt war Feierabend. Doch dann kam Post vom Ministerium. Sie soll nicht aufhören. Es gebe noch zwanzig Jahre Lehrermangel. Ihre Pension soll eingefroren werden. Jahrelang hat man in Deutschland nicht in Bildung investiert und jetzt kommen diese Vorschläge. Manche sind nicht schlecht, Deutschland ist im Stillstand. Da ist es gut, wenn ein bisschen Bewegung reinkommt.

Hier Svenja Treerin als Referendarin 1971

Diese Vorschläge hat Svenja Treerin bekommen:

a. In den Ferien Klassenfahrten und Nachhilfeunterricht machen. Dann bekommt man über die Heilfürsorge zwei Massagetermine pro Woche.

b. Zwei Klassen übernehmen. Das nennt man Hybrid. Eine Klasse ist vor Ort und eine Klasse ist online zugeschaltet. Damit die Klasse dort nicht über Tisch und Bänke springt, wird ein Sicherheitsdienst als Aufpasser engagiert. Kostet 20 Euro pro Stunde.

c. Unterricht in der Hauptschulklasse machen. Da lernen die Kinder sowieso nichts. Da reicht auch Filme gucken.

d. Drehen Sie mit den Enkeln Tutorials auf Youtube über die Silbenkönige. Die Requisiten bekommen Sie vom Theater.

e. Für Lehrer ab sechzig gibt es keine Altersteilzeit mehr. Für Lehrer ab dreißig gilt die offizielle Lehrerarbeitszeit. Das sind 41,5 Stunden. Dafür wird ein Lehrerarbeitsplatz in der Aula eingerichtet.

f. Die Klassengröße wird auf 45 erhöht.

Studienrätin Svenja Treerin 2020

Svenja Treerin war geschockt, aber auch erleichtert. Ab Sommer 2025 sollte es so weit sein. und schnell weg aus Deutschland. Nach Südamerika. Dafür brauchte sie Geld. Sie ging zur Bank.  Der Chatbot, der dort mit ihr sprach, war neu. Er bestand aus einem Computeravatar. „Ich möchte mein Geld abheben“, tippte Svenja in das Gerät. Das geht nicht, sagte der Bot. Sie müssen es in Raten abheben. Jeden Tag 100 Euro. Svenja war geschockt. War das nicht ihr Geld? Nein.

Wem gehört das Geld auf dem Girokonto? Das Guthaben auf dem Konto symbolisiert lediglich einen Zahlungsanspruch des Kontoinhabers gegen die Bank auf Auszahlung von gesetzlichen Zahlungsmitteln (Banknoten und Münzen). Der Kontoinhaber besitzt also kein Geld, sondern eine Forderung auf Auszahlung von Geld.

Und nun? Bis zu ihrer Ausreise hatte sie noch einige Wochen Zeit. Also ging sie jeden Tag zur Bank und holte sich ihren Teil ab. Warum gehört ihr das Geld nicht, das sie fünfzig Jahre lang eingezahlt hat? Warum gibt es überhaupt Banken? Sie dachte über eine Alternative nach. Die Blockchain.

Als zweites Land weltweit führt die Zentralafrikanische Republik Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel ein. Damit folgt der Staat dem Pionier El Salvador bei der Einführung der Kryptowährung. Panama unternimmt derweil Schritte, um alle Kryptowährungen gleichzeitig handelbar zu machen. Das ist die Lösung. Auf Platz eins der größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung im Jahr 2023 steht weiterhin unangefochten Bitcoin. Die Marktkapitalisierung der ältesten Kryptowährung liegt derzeit bei rund 332,6 Milliarden Dollar.

Vielleicht eine Alternative. Denn nun ist bewiesen, dass man Geld erfinden kann.

Aber warum kann man andere Dinge nicht erfinden?  Jetzt soll es verboten werden, Mops zu züchten und als Wolf zurück zu züchten. Das war die Hauptnachricht in der Tagesschau. Aber als Erstbesitzerin des 49-Euro-Tickets bekam sie ein fünfseitiges Anmeldeformular mit PostID-Verfahren und Schufa-Prüfung.

Statt einer deutschlandweiten Travelcard, die von Kiel bis Berchtesgaden gilt, hat jeder Verkehrsverbund sein eigenes Ticket entworfen. Mit 50 Euro wollte sie ein Ticket kaufen. Das ging nicht. Das geht nur noch mit Visa oder Mastercard, obwohl Euro-Banknoten und -Münzen im Euroraum gesetzliches Zahlungsmittel sind. Eine geheime Verschwörung in Brüssel? Svenja wollte ihre Rente genießen und konnte nicht mehr schlafen.

Studienrätin Svenja mit 74 Jahren

DU

Neulich hörte die Studienrätin Svenja Treering eine Verkehrsmeldung im Radio: „Auf der A2 in Richtung Bielefelder Berg müssen Sie mit einer 20-minütigen Stauzeit wegen eines defekten LKWs mit einem Loch rechnen.“ Dieser lockere und saloppe Ton ist seit Jahren beim WDR-Sender Eins Live zu hören – und nicht nur bei diesen Durchsagen. Schließlich richtet sich die Zielgruppe an 14- bis 39-Jährige. Doch nun hat auch der traditionsreiche WDR 2, der nicht dafür bekannt ist, junge Leute und Berufsjugendliche anzusprechen, das Duzen übernommen. Die Pop- und Infowelle richtet sich vor allem an die 25- bis 59-Jährigen, also an ein Publikum, das in seinen Umgangsformen teilweise noch an die alte Schule gebunden ist. Bei Radio Bielefeld kann Svenja Treering das noch durchgehen lassen, die finanzieren sich selbst. Aber der WDR? Die Studienrätin, die in ihrer Freizeit Benimmkurse für benachteiligte Jugendliche gibt, weil in Tanzschulen nicht mehr auf Etikette geachtet wird, hat recherchiert:

Im 12. Jahrhundert entwickelt sich die Höflichkeitsform der Anrede. Mit „Ihr“ zollt man anderen Respekt. Im späten 17. Jahrhundert folgt das Siezen. Im 17. und 18. Jahrhundert ist auch das Erzen verbreitet. Ein Du kann nicht eingefordert werden. Die Dame bietet es dem Herrn an, der Ältere dem Jüngeren, der Vorgesetzte dem Untergebenen. Ein einmal vereinbartes Duzen gilt lebenslang, ein einseitiges Du gibt es nicht – Kommunikation auf Augenhöhe setzt die gleiche Anrede voraus. Ausnahmen gibt es bei Wanderern, Wintersportlern und im Fitnessstudio, wo man sich nach einem ungeschriebenen Gesetz ab einer Höhe von 1600 Metern generell duzt. Im Tal fällt dieses „Berg-Du“ wieder weg.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hat bei den Hörerinnen und Hörern seines Regionalprogramms nachgefragt, welche Anredeform sie bevorzugen. Die Umfrage trug den Titel „Sie oder du – wat denn nu?“ Das Ergebnis zeigte, dass trotz der allgemein lockeren Höflichkeitsformen in der Hauptstadt, 72 Prozent der Befragten sich gerne gesiezt wünschten, während 28 Prozent das „Du“ bevorzugten. Der RBB gab bekannt, dass sie weiterhin auf die Höflichkeitsform „Sie“ setzen werden, obwohl das „Du“ durch Social Media und in vielen Unternehmen mittlerweile üblich geworden ist und als persönlicher und näher empfunden wird.Aber war es in Bielefeld besser? Ob im Loom, beim Inder um die Ecke oder im Schuhgeschäft, überall war das Du. Und bei den Beamten? Welche Strafen drohen bei Beamtenbeleidigung? Je nachdem, in welcher Situation beleidigt wird und wie einfallsreich der Beleidiger ist, reicht das Strafmaß von Geldstrafen bis hin zu Freiheitsstrafen. Beginnen wir mit den Geldstrafen: Schon das Duzen eines Polizisten kann mehrere hundert Euro kosten.

Dasselbe gilt für Lehrer. Das Schulhalbjahr war zu Ende und die Oberstudienrätin freute sich auf ihren Hofgang an der Schule. Sie konnte reich werden. Das „DU“ hatte sie weder den Jugendlichen noch ihren KollegInnen angeboten.

Recycling

Das Jahr des Hasen beginnt in China und auch in Bielefeld. Mit dem chinesischen Sternzeichen Hase verbindet sich Gefühl, Anmut und Langlebigkeit. Menschen, die unter diesem Tierkreiszeichen geboren sind, gelten als besondere Lebenskünstler, die Feinsinnigkeit, Schöngeist und diplomatische Fähigkeiten in sich vereinen.

Das las Shao Li Ping. Und war für ihn eine heilige Mission.

Shao Li Ping war in der 3. Brigade der Xingpijmer Wirtschaftsabteilung aktiv. Sein großes Vorbild, Xi Jinping, hielt eine begeisternde Rede und forderte seine Landsleute auf, die Welt zu erobern. Shao Li Ping tat dies auch. In seinen Berichten erfährt man, wie er den Karstadt und den Sportcheck übernommen hat. Er wollte Chef von Bielefeld werden.Hier kann man mehr lesen.

https://wordpress.com/post/gerwin.home.blog/767

Er war erneut verwundert über Deutschland. In Bielefeld gab es nun die Pflicht, dass die Gastronomie Mehrwegsysteme anbieten musste, wie z.B. für den Kaffee Togo die Reste für den Hund oder für die chinesische Nudelbox. Aber das System kam nicht an. Auch deswegen nicht, weil es im Ort bereits drei Anbieter von Mehrwegsystemen gab. Sie nannten sich „Recup“ „Vystal“ und es gab auch den Weihnachtsmarkt und den Kaffee-Becher der Kommune. Das war typisch Deutsch. Dieses System gab es nur in NRW! In Thüringen, Hessen und Berlin gab es andere Systeme. Da soll mit dem 49-Euro-Ticket die Tarifstruktur in Deutschland vereinfacht werden und dann baut man ein neues Recycling-System für Lebensmittel auf. Shao Li Ping kannte das nicht. In seiner Stadt Xingpijm bekam jeder Neugeborene ein Set mit Töpfen für Reis, Lotusgemüse, Katzenfilet etc. und behielt es sein Leben lang. Das war so in ganz China. Und wenn jemand in eine andere Stadt ging, nahm er seinen Becher natürlich mit. Auch ins Kino für Popcorn und Nachos. Bei der Vorstellung des neuen Blockbusters nahm Shao Li Ping natürlich seinen chinesischen Knacker in seiner Dose mit, während ringsherum dreihundert Zuschauer mit wolkenkratzergroßen Popcorn und Chipstüten dem Film einen schmatzenden Unterton gaben. An einem Tag in einem Kino fallen circa 200 kg Verpackungsmüll an. Der wird nicht recycelt.

Als Recycling bezeichnet man den Prozess der Wiederaufbereitung von weggeworfenen oder Wertstoffen oder nutzlosen Gegenständen zu einem neuen Produkt. Ging das auch bei Kunstwerken? Oder bei Menschen? Oder auch bei gebrauchten FFP2-Masken. Shao Li Ping jedenfalls kam mit sieben Masken durch die Coronazeit. Er hielt sich an die Vorgaben der Stiko, nutzt jeden Tag eine Maske, hing sie auf die Wäscheleine und beschriftete sie mit den Wochentagen. Nach sieben Tagen konnte wieder seine erste Maske aufsetzen. Da ja mittlerweile Shao Li Ping zu einem erheblichem Wohlstand gebracht hatte und dies seiner Schaffenskraft und der Cleverness seiner Partei verdankte, wollte er Bielefeld etwas zurückgeben. Vor der Kunsthalle steht ein Kunstwerk von Rodin. Der Bielefelder „Denker“ wurde 1967/68 in Paris gegossen und zur Eröffnung der Kunsthalle für gut 200.000 DM von der Stadt erworben. Transport und Sockel schlugen damals mit weiteren 10.000 Mark zu Buche. Er ist einer von weltweit 13 Monumental-Abgüssen der Plastik von Auguste Rodin. Nun sollte Es gibt einen Sammler, der einen Teil seiner Kunstsammlung nun versteigert wollte. Die Sammlung Bunte besteht aus einer Vielzahl von besonderen Kunstwerken, die in den letzten Jahren hinzugefügt wurden.. Die Sammlung umfasst etwa 300 Ölgemälde, 500 Aquarelle, Pastelle, Gouachen und Papierarbeiten sowie Zeichnungen und Druckgrafiken von westfälischen Künstlern. Und eigentlich gehörten diese Bilder nach Bielefeld. Die Stadt war entsetzt. Sollten diese Kunstwerke irgendwo auf der Welt nun in den Museen verteilt werden? Die Zeit von Shao Li Ping war gekommen. Er nahm einen Teil seines Wohlstandes und einen Teil aus dem chinesischen Infrastrukturprogrammes zu dem er dank der chinesischen Regierung Zugriff hatte und kaufte die komplette Kunstsammlung auf. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Kunsthalle, die von der Familie Oetker gesponsert wurde, bekam einen neuen Namen. Shao Li Ping-Show room und neben dem Denker ließ sich Shao eine Statue von seiner Herrlichkeit von Al Wei Wei aufstellen.

König

Heute ein König.
Es war der Drei-Königs-Tag und es war ein neues Jahr.


Ich begab mich für eine Woche auf eine spanische Insel weit im Atlantik. Dieter Hallervorden, mittlerweile 87 Jahre alt, spielt immer noch den das Stück „der König stirbt“ von Ionesco und sagt, dass Untätigkeit alt macht. Also zog ich meine Wanderschuhe und das T-Shirt von Arminia Bielefeld an mit dem Konterfei von König Artur „Wichniarek“ und bestieg den höchsten Berg Spaniens, der gar nicht auf der iberischen Halbinsel liegt.


Nach den ersten Metern kamen Wanderer entgegen. „Bielefeld gibt es doch gar nicht“ riefen die Bergbrüder, als sie mich sahen. Ich sagte nichts, sondern war froh, dass diese Flachlandtiroler nicht in Babenhausen – Süd wohnen. Abends auf der Plaza beim Barraquito haut mir ein Typ im Bayern-T-Shirt auf Schulter und meint, mit der Arminia läuft es ja echt mies. Aber das ist ja egal, denn Bielefeld würde es nicht geben. Ich bin total froh über diesen Mythos. Denn es wäre ja schlimm, wenn die ganze Welt entdecken würde, dass man hier ganz gut leben kann. Aber vielleicht gibt es ja Bielefeld wirklich nicht. Selbst die Historiker sind sich nicht sicher.

Ein Fachbericht der Archäologin Eva Manz deutet darauf hin, dass die Ursprünge der Stadt Bielefeld möglicherweise weiter in der Vergangenheit liegen, als bisher angenommen. Laut dem Westfalen-Blatt hat die Auswertung von Ausgrabungen aus den Jahren 2017 und 2018 ergeben, dass die Stadtgründung möglicherweise um 1180 oder 1190 stattgefunden hat, also Ende des 12. Jahrhunderts. Bislang wurde das Jahr 1214 als offizielles Gründungsdatum von Bielefeld gefeiert. Und wer weiß, vielleicht wird bald eine goldene Münze aus dem Kaiserreich gefunden. Vielleicht gab es ja auch den König von Bielefeld.


Rio Reiser wollte König von Deutschland sein, Jürgen Drews ist der König von Mallorca. Und wer wird Dschungelkönig? Das wäre doch krass, wenn ich König von Bielefeld wäre.
Was würde ich alles machen. Zunächst den Jahnplatz umbauen, einen Yachthafen anlegen, drei Pandabären für den Tierpark kaufen, Messi, Ronaldo und Frank Pagelsdorf für die Arminia gewinnen und endlich braucht meine Frau nicht mehr bei Ernstings Family einkaufen, sondern kann bei Dior, Chanel und Che Wuang die neueste Mode genießen.
Natürlich würde ich auch bestimmen. Es gäbe ein Böllerverbot, ein Tempolimit, eine Katzensteuer, die Züge fahren pünktlich ab und jeden Tag gibt es eine besondere Fahne an der Sparrenburg. Dort wird dann auch eine Skisprungschanze errichtet, dann kann Halvor Egner Granerud, der König der Lüfte über den Teutoburger Wald fliegen. Freitags ist Feudeltag für alle und auf dem Ostwestfalendamm entsteht Deutschlands größter Campingplatz.


Aber wie wird man König, wenn die Vorfahren kein blaues Blut haben?
Ganz einfach. Man isst in Spanien einen Königskuchen.


Der Roscón de Reyes ist ein traditioneller Kuchen aus Hefeteig, der in Spanien zu Ehren der Heiligen Drei Könige am 6. Januar gebacken wird. Er kann mit verschiedenen Füllungen wie Schlagsahne, Trüffel, Puddingcreme oder Cabello de ángel gefüllt sein und ist mit kandierten Früchten wie Orangenscheiben, roten und grünen Kirschen verziert. Im Kuchen sind auch eine trockene Bohne und eine Porzellanfigur versteckt. Die Tradition besagt, dass derjenige, der die Bohne in seinem Kuchenstück findet, den Kuchen bezahlen muss, während derjenige, der die Porzellanfigur findet, zum „König“ gekrönt wird. Die Bohne darf allerdings nicht verzehrt werden. Der König darf einen Tag lang regieren und alles bestimmen. Der Bürgermeister Pit Clausen zitterte schon, ob ich denn die Porzellanfigur bekommen wurde.


Dann hatte man nur einen Tag Zeit, alle oben genannten Vorhaben umzusetzen.
Vamos!
Die Kellnerin kam mit dem Königskuchen. Er hatte einen königlichen Preis und deshalb teilten meine Frau und ich mir das Stück. Man muss wissen, dass ich nie Kuchen esse. Aber wenn man schon einmal König werden kann und das sogar am 6.Januar, muss es halt sein.
Ich hatte schon in meinem Kopf die 1.Machtübernahmerede geplant. Wir beide stocherten im Kuchen. Dann aber kam der Schock des Lebens. Ich hatte die Bohne. Meine Frau die Porzellanfigur.


Die erste Königin Bielefelds war meine Frau.

 

 

 

Teletubbies

Shao Li Ping wollte mehr. Er musste handeln. Shao war vor einigen Jahren von China nach Bielefeld gekommen. Über die neue Seidenstraße. Er versteckte sich in einem Sojamehl-Container. Der wurde nicht durchsucht. Aber der Reihe nach.
Shao Li Ping war in der 3.Brigade der Xhingpijmer Wirtschaftsabteilung aktiv. Sein großes Vorbild XI JINPING hielt eine begeisternde Rede und forderte seine Landleute auf, die Welt zu erobern. Das tat er auch. ´Lest meine Berichte, wie Shao Li Ping den Karstadt übernommen hat.
https://wordpress.com/post/gerwin.home.blog/767


Aber es reichte ihm noch nicht. Der chinesische Infrastrukturfond war gut gefüllt und Shao Li Ping fehlte noch ein Tunnel. Und den gab es in Bielefeld. Der Jahnplatztunnel! Der Bürgermeister will den Jahnplatztunnel kaufen. Es soll 6 Millionen Euro kosten und dann soll unter dem Jahnplatz der Boden freigelegt werden für eine grüne Oase auf dem Jahnplatz.
Shao Li Ping engagierte vier dunkle Typen. Er steckte sie in Teletubbies-Kostüme und schickte sie in den Tunnel. Sie sollen etwas im Ramschladen Teddy zündeln. Nur etwas Rauch machen. Dafür bekommen Tinky Winky, Dipsy, Lala und Po ein ewig langes Handyguthaben über den chinesichen Sputnik „ewige Liebe“ So eine kleine Rauchentwicklung schadet Shao Li Pink eigentlich auch, denn die Waren aus dem Teddymarkt kamen ja alle aus dem Reich der Mitte, aber dieser kleine Schaden war überschaubar. So konnte man den Preis für den Tunnel drücken. Leider haben Tinky Winky, Dipsy, Lala und Po etwas zu viel gezündelt und der Tunnel musste gesperrt werden. Was aber nun wollte der Bürgermeister mit dem Tunnel? Ateliers für Künstler? Einen Escape-room öffnen?
Shao war Geschäftsmann und für ihn war die Übernahme des Tunnels mit Geldern aus dem chinesischen Infrastrukturfond ein Klacks. Zumal suchte sich die chinesische Führung immer neue Projekte aus. Shao kaufte den Tunnel für 10.Millionen Euro. Cash!

Und er baute in Windeseile dort ein Fahrradparkhaus hin. Stunde Parken kostet 50 ct. Warum nicht.
Und er eröffnete eine Propagandazentrale seiner geliebten Partei in den Tunnel. Jeder Passant wurde mit einem Lächeln und einem Glückskeks erfreut.

Es gab TikTok-Videos und Animationsfilme 365 Tage lang. Im nächsten Laden wurden chinesische Massagen und Tigercreme angeboten. Der Renner waren Nashornhoden, das chinesische Viagra. Und das zum Einkaufspreis. Er ließ die Passage rot anstreichen. Der rote Pfad schlängelte sich nun durch das Herz der Oberstadt. Glücklicherweise konnte er auch das Sportcheck-Geschäft mitkaufen, denn keiner wollte die durch den Brand stinkenden Nike-Sachen kaufen.
In seinem Heimatmarkt China ist Anta Sports die Nummer drei hinter Nike und Adidas.

Nun hat das in Europa weitgehend unbekannte Sportunternehmen für 4,6 Milliarden Euro Amer Sports übernommen und ist so zu einem der größten Player der Welt aufgestiegen. In Bielefeld sollte ein Headquarter entstehen. Shao war glücklich. In der oberen Etage wollte er neue Fahrräder verkaufen. Er konnte den Hersteller Prophete für einen Euro symbolisch übernehmen. Die Ballade von Prophete, dem E-Bike-Unternehmen. Einst stand Prophete stolz und stark, das Familienunternehmen aus Rheda-Wiedenbrück, doch nun ist es dem Schicksal zum Opfer gefallen, das Insolvenzantrag gestellt, die Zukunft ungewiss. Prophete, der Hersteller von E-Bikes, die in Aldi und Lidl angeboten werden, konnte die Dinger dort nicht genügend verkaufen. Eine Umfrage zeigt, dass 34 Prozent der Deutschen nicht bereit sind, mehr als 2.000 Euro für ein E-Bike auszugeben, eine Zahl, die Prophete nicht mehr erfreut. Das war Shaos große Chance. Er konnte es billiger.

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