Karstadt

Endlich ist es weg. Es wurde auch Zeit. Es war ein Sterben auf Raten. Und dieser hässliche Klotz, aus den siebziger Jahren, mit seinem Charme vom letzten Jahrtausend, dazu Schaufensterpuppe mit Glatze, sowie den beigen Linoleum Böden, passt nicht in meine Zeit heute. Egal, wer die Fehler gemacht hat, aber das Flaggschiff musst nun einfach weg. Was machen wir nun mit der Fläche, die der Karstadt besetzt, und das schon seit mehr als 50 Jahren.  Es soll erst 2026 abgerissen werden und bis dahin? Früher konnte man dort im Restaurant auch noch rauchen. Und in der Zooabteilung, gab es so viele kleine, niedliche Viecher, die man als Primarschüler in Sennestadt nur aus dem Otto-Katalog kannte. Da braucht es kein Kinderparadies mit Bällebad. Da reichte es, wenn Mutti uns vor die Schaufenster vom Hoppel Hasen gesetzt hatte. Sie konnte dann einkaufen gehen, und nach 1 Stunde gab es ein leckeres Langneseeis. Brauner Bär. Oder Flutsch Finger. Oder eine Schachtel Erfrischungsstäbchen . Das war das Paradies. Und dann gab es noch den Sommerschlussverkauf. Stunden vorher standen wir vor dem Gebäude, und warteten auf die Krabbeltische. Oder heißt es nicht Grabbeltische? Dem Ursprungsort aller Coronaviren? Aber das ist vorbei. 

Nun ist die Frage was macht man mit dem Gebäude. Bielefeld hat einige Probleme. Es sollte kein zweiter Konsumtempel errichtet werden. Sondern in der ersten Etage wird ein Parkhaus für SUVs errichtet. In der zweiten Etage kommt das Fahrrad Parkhaus. In der dritten Etage, lädt eine  Rollschuhbahn ein. Auf dem Dach eine Eisbahn, und eine Ruderstrecke. Die ist neu, weil in Bielefeld Wasser fehlt.  Mit Ausblick auf die Bielefeld Sonnen. Zudem ist dort eine Bühne, wo Bands für den Laien lieber Max spielen können. Undenkbar? Na, dann mal nach Osnabrück schauen. Da gibt es eine Wellenreiteranlage in einem Kaufhaus. 

Aber was ist im Kellergeschoss? Natürlich ein Kinderparadies. Mit Vollautomaten, Kicker, Billard, und Animation. Hier kann man seinen Jüngsten für zehn Euro die Stunde bespaßen lassen. Warum soll man überhaupt noch shoppen. Man ganz ehrlich. Man hat doch alles. 

Das alles aber wollte Shao Lin Ping, Geschäftsmann aus Bielefeld und treuer Parteigenosse der kommunistischen Partei Chinas anders. Er kaufte das Gebäude für den symbolischen Preis von einem Euro. Er versprach das Kaufhaus der Zukunft. „Schlarafido“ sollte es heißen. 

Kassen brauchte man nicht mehr, Einlasskontrollen braucht man nicht mehr, das regeln dann alles intelligente Bezahlungssysteme. In den ganzen Etagen wurden nur noch Displays aufgestellt. Wenn ein Kunde einen bestimmten Gegenstand brauchte, beschrieb er diesen im Display. Wenn aber ein Kunde ein rotes Hemd mit blauen Blumen wollte, sagte er das dem Display. Kurzerhand wurden ihm weltweit alle Hemden mit blauen Blumen präsentiert. Für ein Kleinaufschlag für 49 €, wurde auch sein persönliches Hemd kreiert. Aber wie soll das funktionieren? Alle Order wurden auf direktem Weg in das Tiefgeschoss und in die Kellerräume des neuen Kaufhauses geleitet. Dort saßen 1000 Chinesen, die die Produkte entweder schnell erstellen konnten (mit 4 D Druckern oder KI), oder aber auch sofort online weltweit ordern konnten. Shao Installierte den neuen Internet Standard 7G. Mit diesem Standard war es möglich, auch Produkte des täglichen Lebens innerhalb von Stunden von China nach Bielefeld zu transferieren. Die 1000 Chinesen im Keller, war nicht freiwillig in Bielefeld, sondern wurden vom großen Führer Aus disziplinarischen Gründen dorthin geschickt.Das bekam aber auf dem Trottoir der Bahnhofstraße keiner mit.

Ansonsten brauchte Shao keine weiteren Angestellten mehr. Es war eine Cash Cow. Aber was macht man mit den Schaufenstern. Videos abspielen, oder Computerspiele zeigen? Oder TikTok Reels von Dieter Bohlen zeigen? 

Er kam auf die Idee, die Schaufenster zu vermieten. In jedem Schaufenster rekelte sich ein Instagram Star und präsentierte seine Kleidung, seine schminkt Tipps, seine neuen Diät-Tipps oder auch das krasseste neue Handy. Der Kunde konnte danach sofort in die erste Etage gehen, und dort über das Display das Produkt ordern. Die Influencer bekamen Prozente, und viele Zuschauer, der Kunde ein Produkt, was sie immer wollte. 

Das wäre eine Innovation für Ostwestfalen. Es gab für Shao eine andere Option, die war aber nicht so wirklich spannend. Er ließ das Gebäude abreißen und machte dort entweder einen Parkplatz hin, damit die sterbende Innenstadt mehr Besucher bekommt, oder er pflanzte den Park des himmlischen Friedens dorthin. Mit seiner Büste als Spender. Der chinesische Infrastrukturfond, zu dem Shao Zugriff hatte, war gut gefüllt. Aber als asiatische Arbeitsbiene befriedigte ihn dies leider nicht. 

REIS

Vorbemerkung: Für das Theater der Stadt Bielefeld fasse ich die Erlebnisse meines Heldens Shao zusammen und werde die Geschichte gesonders veröffentlichen. Hier ein Bericht über Shaos Schwester:

Reis

Es war mal wieder so weit. Der große chinesische Führer wurde wiedergewählt und verkündete in seiner morgendlichen Wechat-Ansprache, dass in China nie wieder ein Sack Reis umfällt. Da dachte Shao an seine Schwester Li. Reisverkäuferin.

Shao telefonierte mit seiner Schwester und fragte, ob bei ihr vielleicht doch ein Reissack umgefallen sei. „Ja“, antwortete sie. Sie verkauft duftenden Reis aus Thailand, darunter auch Jasminreis, gelben Vollkornreis, gewöhnlichen Rundkornreis aus der Provinz Liaoning und zwei Sorten, die sehr verstümmelt aussehen. Es gibt klebrigen Reis und auch Reis in kleinen Plastiktüten, gemischt mit Bohnen und verschiedenen Getreidesorten für die „Acht Köstlichkeiten“, eine bei den Chinesen vor allem in den Wintermonaten sehr beliebte Süßspeise. Dass der Boden vor ihrem Stand voller Reiskörner ist, scheint die Händlerin nicht weiter zu stören.

In China ist ein Reissack umgefallen. Aufgrund der vielen Reiskörner, die weit um den Sack herumliegen, als wären sie im hohen Bogen dorthin geschleudert worden, muss er mit einem Ruck umgekippt sein. Dies geschah auf dem Sanyuanli-Markt in Peking. Doch niemand unternimmt den Versuch, den 10-Kilo-Behälter mit dem bereits ausgelaufenen Reis wieder aufzustellen. Nicht einmal Shaos Schwester oder die junge Verkäuferin nebenan hinter dem Reisstand kümmern sich nicht darum. Sie hat ohnehin die Reste und das Einweggeschirr ihres Mittagessens auf den Boden geworfen. Da fällt der umgefallene Reissack nicht weiter auf.

Reis gibt es überall Der Sanyuanli-Markt gilt als gepflegte Adresse. Auch die wohlhabenden Ausländer, die sich inzwischen zahlreich in der chinesischen Hauptstadt niedergelassen haben, kommen gerne hierher. Er ist bekannt dafür, dass Gemüse und Obst, vor allem aber Fleisch und Fisch hier als frisch und für chinesische Verhältnisse als schadstoffarm gelten. Im vorderen Bereich locken Marktschreier mit exotischen Früchten aus China und aller Welt. Äpfel aus der Provinz Shandong, Orangen aus Kalifornien, Papayas aus Thailand, Litschis aus Südchina und Melonen aus dem tiefen Westen. Dann kommen die Fleisch- und Fischstände, die Stände mit den Haushaltswaren und die Gemüsestände. Eher am Ende der schlauchartigen Markthalle befindet sich der Reisstand mit dem umgefallenen Sack. Noch ein Stand mit Katzenfutter, gegenüber einer mit Tofu – dahinter türmen sich schon die leeren Kartons und der Müll der Marktschreier. „Reis gibt es in der Stadt an jeder Ecke“, sagt die junge Verkäuferin. Dafür muss man nicht nach Sanyuanli kommen. Vielleicht aber für Baby-Reis.

Reis aus Bangladesch war sehr begehrt, besonders der Baby-Reis, der aufgrund der Ernte durch Kinder besonders zart und weich war. Der Preis von 0,49 Euro pro Kilo war unschlagbar. Allerdings war die Menge immer begrenzt, da die Ochsenkarren aufgrund des veränderten Klimas oft im schlammigen Boden stecken blieben.

Die Konkurrenz war begrenzt, da es nur einen weiteren Stand in der Nähe gab, der genau das gleiche Angebot hatte. Ein junger Mann saß hinter dem Stand und tippte fleißig auf seinem Smartphone. Ein anderer Mann hockte davor und schlief, während eine Zigarettenkippe zwischen seinen Fingern hing. Aber alle warteten auf den Reis aus Bielefeld, der bald verfügbar sein würde. Dank des Klimawandels war es möglich geworden. Obwohl die beiden Stände nicht miteinander verbunden sind, werden sie vom selben Lieferanten beliefert. „Jeden Morgen kommt jemand vorbei und füllt die Vorräte auf“, erzählt sie. Das Reisgeschäft ist sehr eintönig und weiß. Es unterliegt keinen großen konjunkturellen Schwankungen. „Die Leute kaufen Fleisch und Gemüse und wenn ihnen einfällt, dass sie zu Hause keinen Reis mehr haben, kommen sie noch schnell zu uns. Wir werden farb-und geschmacklos, wie eine Tüte Ja-Reis.“ Anders als die Frauen an den Obst- und Gemüseständen kämpft sie nicht um Kunden. „Entweder brauchen die Leute Reis oder nicht“, sagt sie.

Ein Kunde kommt mit einer großen Bestellung und möchte 10 Kilo hochwertigen Jasminreis kaufen. Er zählt bereits die 70 Yuan, umgerechnet 9,70 Euro, die diese Menge kostet. Als sie den Reis in eine dünne Plastiktüte füllt, fragt er nach etwas Stabileres „Ich habe nichts“, antwortet sie. Wenn er keine Plastiktüte möchte, soll er den billigeren Reis nehmen und zeigt auf die umgefallene Tüte. Der Kunde spuckte auf dem Boden und rutschte danach auf dem Reis aus.

Shaos Schwester Li sieht nicht sehr glücklich aus. Vielleicht fehlt es an Innovation. In Bielefeld gibt es Rieselfelder. Dort wurde früher Wäsche gebleicht. Es gibt viel Wasser. Vielleicht könnte man dort Reis anbauen. Und ihn dann mit dem Duft der Bielefelder Pudding-Vanille-Firma überziehen. Ja, Vanille-Reis. Damit könnte Shaos Schwester einen Pioniergewinn erzielen und vielleicht könnte sie, die kleine Li, damit in der chinesischen Sendung „Die Höhle des Tigers“ auf Sponsorensuche gehen.

Li wird in der Sendung „Höhle des Tigers“ gefragt, woher sie die Idee für den Vanille-Reis hatte. Sie erzählt von ihrem Bruder in Bielefeld, die auf die Idee gekommen war, Reis mit dem Duft der Pudding-Vanille-Firma aus Bielefeld zu verfeinern.

Die Juroren in der Sendung sind überrascht und lachen darüber, dass es auch in Bielefeld, das oft als eine erfundene Stadt bezeichnet wird, gute Ideen gibt. Li nutzt diese Gelegenheit, um Bielefeld zu verteidigen und erklärt, dass es eine echte Stadt mit vielen innovativen Menschen ist. Ihre Leidenschaft für Bielefeld und ihr innovatives Geschäftskonzept beeindrucken die Juroren und sie stimmen schließlich zu, in ihr Geschäft zu investieren. Li ist überglücklich und dankbar für die Chance, ihre Idee zum Leben zu erwecken und ihre Liebe für Bielefeld zu teilen. Sie ist entschlossen, ihr Geschäft auszubauen und den Vanille-Reis zu einem internationalen Erfolg zu machen.

Knochen

Es sollte ein schöner Tag werden, Bernd Balkenheim freute sich schon, in seiner Fankurve zu stehen, obwohl es auf der Bielefelder Alm ja keine Kurven gibt, sondern Tribünen. Bernd hatte eine Tochter, die immer viel draußen spielte. Sie hieß Annabrodt.

Das Mädchen möchte ihre Namen nicht. Annabrodt. Nur weil ihre Eltern einen Namen wollten, der einmal in der Klasse der Seegurken in der Grundschule vorkam. Warum konnte sie nicht so einen klassischen A-Mädchenname haben,wie Maria, Selina, Alina oder Lenia? oder ein Y am Ende wie Melody, Joy , Audry oder Bettsy.

Aber Annabrodt, das  klingt ja wie Bernd, das Brot. Ab wann durfte man in Deutschland seinen Namen ändern.

Bernd hat genug von „Kurven“, nachdem seine Tochter Annabrodt ihm am Tag zuvor einen menschlichen Knochen mitbrachte. „Guck mal Papa, Ich habe einen Knochen gefunden, der ist aber ganz schön groß!“

Annabrodt spielte mit ihren Freunden auf der Baustelle an der Kirche im Vorort von Bielefeld. Im Rahmen der vorbereitenden Arbeiten für den Bau der Hochbahn entstand eine große Baugrube, die Annabrodt sehr mochte. Bernd Balkenheim rief sofort die Polizei und den Vorsitzenden des historischen Vereins an. Schnell wird ihnen klar dass Annabrodt menschliche Gebeine gefunden hatte. Nach Rücksprache mit den Ermittlern desKommissariats 11 (zuständig fürfür Mord, Totschlag und Tötungsdelikte)

konnten die jedoch Entwarnung geben.Entwarnung geben können: „Der Knochenfund war aus polizeilicher Sicht nicht verdächtig.“ Und eine Erklärung für den Fund konnten die Beamten auch schnell liefern. „An der Stelle war früher ein Friedhof.“ sagte der Polizeisprecher.

Dann wurde die Straßenbahn gebaut, damals schon vor gut 80 Jahren und weil dort eine Kurve ist aber auch ein Friedhof, mussten die Planer da durch. Das ist die „heilige Kurve.“  Man schauffelte die Skelette einfach aufeinander und bettete die Knochen neu sortiert um. Aber dabei war man nicht sehr sorgfältig und immer wieder tauchten Knochen auf.

Die Stadt prüft nun, was mit den menschlichen Überresten geschehen soll. Jedenfalls durfte Annabrodt den Knochen behalten. Und es geschah etwas sehr Merkwürdiges. In Annabrodts Händen begann der Knochen zu leuchten. Er wechselte sogar die Farben.

Mal rot, mal grün, mal blau. Ein wahres Wunder. Leider wusste Annabrodt nicht, wem der Knochen gehörte und sie erfand die Geschichte von der kleinen Babette, die im 15.Jahrhundert mit Fischen reden konnte und Wunder tat. Früher gab es viele Fische in den Flüssen Ostwestfalens, deren magische Kräfte zugesprochen wurden.

Annabrodt setzte sich in die „heilige Kurve“ in Bielefelds Vorstadt mit dem leuchtenden Knochen. Alle sollten etwas von Babette hören. Eine neue Wallfahrtsstätte war geboren.

Annabrodts Vater übernahm das Merchandising und die Lenkung der Besucherströme sowie die Kollektensammlungen. Annabrodt gab ihre beruflichen Pläne „irgendwas mit Tieren zu machen“ auf und nannte sich die Heilige Fürsprecherin Annabrodt.  Im Heiligsprechungsverfahren, das zunächst in der Diözese und dann in der zuständigen Behörde der römischen Kurie durchgeführt wird, gibt es eine entscheidende Hürde: die Seligsprechung. Selige werden nur regional verehrt, Heilige von der gesamten Weltkirche. Mutter Teresa wurde in Rekordzeit seliggesprochen. Normalerweise müssen fünf Jahre nach dem Tod vergehen, in diesem Fall erlaubte Johannes Paul II. bereits nach weniger als zwei Jahren den Beginn des Verfahrens, das dann etwas mehr als vier Jahre dauerte. Vor einer Heiligsprechung wird das Leben des Verstorbenen noch einmal durchleuchtet, nach Möglichkeit werden seine Angehörigen befragt, Dokumente gesammelt und zusammen mit einer ausführlichen Biographie nach Rom geschickt.

Und es braucht neben dem Wunder für die Seligsprechung noch ein zweites Wunder, nämlich ein medizinisches. Nur Märtyrer werden seliggesprochen.In Bielefeld dauert es nur vierzig Monate. Dann war die Heilige Babette in den Reigen der Anzubetenden aufgenommen. Leider konnte dann die Straßenbahn nicht mehr gebaut werden, weil die neue Kirche der Heiligen Babette zu groß wurde. Eine U-Bahn wurde bevorzugt.

(Quelle: Neue Westfälische vom 11.03.2023)

Krankenkasse

Die elektronische Patientenakte soll eine digitale Abbildung des Gesundheitszustands eines Patienten darstellen, in der Ärzte verschlüsselt Arztbriefe und Blutbilder hochladen können und Patienten ihre eigenen Dokumente speichern können. Das Hauptziel besteht darin, dass Gesundheitsdienstleister schnell einen Überblick über den Gesundheitszustand und die Krankengeschichte eines Patienten erhalten können, ohne Röntgenbilder per Fax zwischen verschiedenen Einrichtungen senden zu müssen. Die Patienten haben die Kontrolle über ihre Daten und entscheiden selbst, wer darauf zugreifen kann. Eine gut strukturierte Akte erleichtert die Koordination der Versorgung. Obwohl seit 20 Jahren an der App gearbeitet wird, nutzen nur 0,1 Prozent der Deutschen sie. Dies liegt daran, dass die meisten Praxen und Kliniken nicht darauf vorbereitet sind und es kein einheitliches System zur Erfassung von Daten und Befunden gibt. Eine einfache Methode ist, die Daten auf die Karte mit einem Edding zu schreiben. Im Gegensatz dazu ist die Nutzung der elektronischen Patientenakte jedoch wesentlich effektiver. Hubert von Hosendorf liebte Schweinebraten, Knödel und Sauce. Auch Döner mit Pommes musste einmal die Woche sein. Dazu eine Maß Bier zum Spülen. Das Herrengedeck stand abends auf dem Plan, Saumagen und Wurstebrei mussten auch sein. Aber sein Arzt sagte, dass sei nicht gesund und führe zu einem Anstieg von giftigen Substanzen und Herzinfarkt. Er müsse dringend mehr Obst und Gemüse essen.

Sein Arzt trug alles in die digitale Krankenakte ein. Hubert war das ganz recht, denn er konnte noch nicht einmal seine Briefmarkensammlung richtig ordnen. Und seine Röntgenbilder fand er neulich im Kochbuch „Pommes für Anfänger“.

Aber das Fasten fiel ihm schwer. Er bekam Post mit einer echten Postkutsche von seiner Versicherung. Wenn sie ihre Discounter-Payback-Karte mit unserer Patientenakte verknüpfen bekommen Sie fünf Prozent Rabatt auf ihre Krankenkassenbeiträge. Das machte Hubert von Hosendorf.

Der Kühlschrank war mal wieder leer. Hubert ging einkaufen und kaufte Form- und Pressfleisch Nuggets, Kroketten und dazu eine Banane. Er sollte ja mehr Obst essen. Und Kroketten sind ja Kartoffelpflanzen. Dazu gab es den Jägermeister im Angebot. Es konnte ein schöner Abend werden. Aber an der Kasse ging nix mehr. Nach dem Einscannen der Ware poppte eine Meldung im Kassendisplay und bei Hubert auf: Warnung: „Sie gefährden ihre Gesundheit. Legen Sie die Sachen zurück und holen sie sich Kefir! Ihre Krankenkassenbeiträge werden angepasst und Sie werden nächstes Mal gesperrt!“ Hubert ignorierte es und bezahlt die Ware mit echtem Bargeld. Nicht mit Karte.

Eine Woche später wollte er es besser machen. Auf dem Kassenförderband lagen nun Fischfilets, Paprika und ein Tetrapack Winzergold. Auch Tofu war dabei.

Schon wieder gab es eine Warnmeldung an der Kasse und bei Hubert: „Lieber Herr Hosendorf. Sie haben sich gebessert, aber sie bekommen trotzdem Punktabzüge. Denn: der Fisch kommt aus Aquafarmen aus Vietnam, die Paprika sind nicht aus ökologischem Anbau und das Winzergold ist gemischt aus Glyphosat-Restbeständen des Rieslings 1971.Der Tofu ist aus brasilianischem Sojabohnen von Kinderhänden gepresst“

Hubert gab nicht auf. Er gewöhnte sich an, keine Geldbörse mit zum Einkaufen zu nehmen. Er packte sich einen zwanzig Euro-Schein in seine Hosentasche. Mehr nix. Dann konnte er kaufen, was er wollte.

Schulschluss

Britta Zakrewski wollte die Welt retten.

Jeden Dienstag kamen vier Jungs ohne deutschen Pass zu ihr, um die Verben zu beugen. Und ach… ihnen zu sagen, dass es mal

der Hund, mal des Hundes oder dem Hund oder den Hund aber nie die Hünde heißt.

Warum ist Deutsch nur so schwer. Britta aber dachte an die Zukunft und daran, dass der biografische und demografische Wandel ihr die Rente versaut. Also mussten die vier Jungen bei ihr lernen. Sie werden später einmal Steuern zahlen. Gestützt wurde sie von neuen Studien, die sie nicht nur in der Bild-Zeitung las, sondern auch im Gewerkschaftsblättchen und von ganz oben.

Jedes Jahr verlassen zehntausende Jugendliche die Schule ohne zumindest einen Hauptschulabschluss in der Tasche zu haben. Obwohl einige Bundesländer in den letzten Jahren Fortschritte gemacht haben, stagniert der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss seit Jahren bei etwa sechs Prozent. Eine Studie des Bildungsforschers Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, die am Montag veröffentlicht wurde, belegt diese besorgniserregende Entwicklung.

Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten, diese jungen Menschen einfach durchs Raster fallen zu lassen. Diese Meinung vertritt auch Svenja, die fest davon überzeugt ist, dass jeder Mensch eine Chance verdient hat, seine Fähigkeiten zu entwickeln und seine Träume zu verwirklichen. Deshalb hat sie beschlossen, Nachhilfeunterricht zu geben, um Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihre schulischen Leistungen zu verbessern.

Dank staatlicher Unterstützung bekommt Svenja für jeden Nachhilfeschüler 13,34 Euro, eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Denn nicht nur die Schülerinnen und Schüler profitieren von der zusätzlichen Unterstützung, sondern auch Svenja kann ihre Fähigkeiten als Lehrerin ausbauen und dabei noch etwas Geld verdienen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Politik die Bedeutung von Bildung erkennt und Maßnahmen ergreift, um die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss zu reduzieren. Denn nur so kann gewährleistet werden, dass auch in Zukunft genug qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen, um die Herausforderungen unserer Gesellschaft zu bewältigen.

Im Jahr 2021 verließen rund 47.500 Schülerinnen und Schüler die Schule ohne einen Hauptschulabschluss zu haben, was einem Anteil von 6,2 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Jahr 2011 ist dieser Anteil leicht gestiegen, damals waren es noch 6,1 Prozent.

Besonders gefährdet sind laut einer Studie Jungen und Jugendliche ohne deutschen Pass. Mädchen machen im Jahr 2020 nur 38 Prozent der Schulabgängerinnen ohne Abschluss aus. Im Jahr 2020 betrug die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss bei den Ausländern 13,4 Prozent, bei den Deutschen hingegen 4,6 Prozent.

Die Schulen, auf denen die meisten Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss die Schule verlassen, sind Förderschulen mit 49 Prozent, gefolgt von Gesamtschulen mit 20 Prozent und Hauptschulen mit 13 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass es dringend notwendig ist, Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Trend umzukehren und allen Schülerinnen und Schülern eine erfolgreiche Schulzeit zu ermöglichen.

Und da es Hauptschulen in NRW nicht mehr gab… wo waren die Kids dann?  Und warum schaffen 50 Prozent der Abgänger der Förderschulen nicht den Hauptschulabschluss ?  In Bielefeld hatte man vor einigen Jahren mehrere Förderschulen geschlossen. In Bremen ist die Quote mit 10 Prozent am höchsten, in Bayern mit 5 % am niedrigsten. Und selbst Berlin schaffte es die Quote um drei Prozent auf 6,7% zu drücken.

Britta machte sich so ihre Gedanken. Aber sie wolle ein Gegenpol setzen und erklärte den vier Jungen, das es mal

der Bus, mal dem Bus

oder den Bus oder auch des Busses heißt,

aber nie Büsse.

Bus kommt von Omnibus, das ist Latein und heißt: alle fahren mit. „Das ist doch Mobiel“ sagte ein Nachhilfeschüler. Britta war verzweifelt. Ja „mobil“ ist richtig. Aber in Bielefeld heißt der Verkehrsbetrieb Mobiel. Deutsche Sprache—schwere Sprache.

Luftfilter

Britta Zakrewski musste ihren Pult räumen. Sie betreute mit ihrer Referendarin Gabi Gabelfuß die 1.Klasse der Seegurkenklasse in der Grundschule am Tumpenteich. Sie liebte ihren Job und wollte nicht auswandern in die Schweiz, wo ihr ob besser angesehen ist. Sie packte ihren Pult, weil der Klassenraum aus allen Nähten platze. Ja, damals in den 70er Jahren war sie mit 39 anderen Kindern in der Klasse. Jetzt hatte sie 29 Mädels und Jungs, die aber nicht nur unterrichtet, sondern auch gepflegt, gefüttert, gepampert und gestreichelt werden sollen. Dazu kamen noch Elternteile, die dieselben Bedürfnisse haben.

Nein, das macht Britta alles gerne.

Sie räumt den oder das Pult, weil in der Klasse riesige Schränke kommen. Das sind Luftfilteranlagen. Das ist doch nicht schlecht, wird doch der Duft von Käsefüßen und Leberwurstbroten endlich aus dem Klassenraum gezogen. Nein, diese Filter sollen Coronaviren killen. Macht das nicht auch ein Duftbaum fürs Auto? Dagegen hat Britta ja nix, aber die von der Stadt Bielefeld sind 2m hoch und fast ein Meter breit und dafür muss sogar ein Fenster geopfert werden.  

Es stehen 529 Geräte zur Förderung bereit, deren durchschnittlicher Preis bei 20.000 Euro pro Stück liegt. Zusätzlich fallen Peripheriearbeiten wie Tischler-, Elektro- und Malerarbeiten sowie Arbeiten am Sonnenschutz an. Die Stadt muss einen Eigenanteil von 20 Prozent, sprich zwei Millionen Euro, tragen. Trotzdem müssen aufgrund steigender Schülerzahlen die Pulte aus den Klassenräumen entfernt werden. Dabei gäbe es auch andere Möglichkeiten: Im benachbarten Kreis werden beispielsweise 1 Quadratmeter große Filter unter die Raumdecke geschraubt, die wie große Rauchmelder aussehen. Eine kostengünstigere Alternative sind CO2-Ampeln, die andere Schulen bereits für 30 Euro pro Stück erworben haben. Sobald diese Ampeln rot leuchten, wird einfach das Fenster geöffnet.

Um zu vermeiden, dass das Mauerwerk durchbohrt werden muss, um die Rohre für die Regulierung von Zu-, Abluft und Kondensat der Anlagen zu verlegen, wurde beschlossen, jeweils eine Fensterscheibe in den Klassenräumen durch eine Verblendung zu ersetzen. Diese Verblendung führt die Rohre nun ins Freie. Allerdings ragt die Rohrverkleidung so weit nach außen, dass sie die Lamellen des Sonnenschutzes beeinträchtigt. Da der Sonnenschutz zentral gesteuert wird, können auch an den verbleibenden Fenstern keine Lamellen heruntergelassen werden. Deshalb müssen die Fenster mit Bettlaken abgedeckt werden und alle Kinder erhalten von der Stadt Sonnenbrillen. Morgens werden die Tücher vom Hausmeister in die Tiefkühltruhe gelegt, um den Raum auf 30 Grad abzukühlen. Die Kunstlehrerin Paloma Pikatchu bemalte die Tücher mit Prilblumen.

Aber vielleicht wissen die Menschen im Rathaus schon etwas Neues. Das Coronavirus soll ja aus einem Labor kommen. Oder von Fledermäusen, von denen es in Bielefeld auch viele gibt. Aber es gibt diese neue Meldung:

 Das Team um den Forscher Jean-Marie Alempic von der Universität Marseille hat im Labor den gefrorenen Boden, den Permafrost genauer untersucht und dabei „Zombieviren“ reaktiviert, die nach ihrem „Winterschlaf“ wieder lebensfähig sind. Obwohl das Einfrieren von Viren zu Forschungszwecken eine gängige Methode ist, bleibt unklar, ob diese Viren für den Menschen gefährlich sein könnten und wie gut sie an die Welt außerhalb des Eises angepasst sind. Die Tatsache, dass Menschen durch die zunehmende Besiedlung von Gebieten in Zukunft einfacher in Kontakt mit den „Zombieviren“ kommen könnten, macht die Situation besorgniserregend. Zusammen mit den Forschenden aus Marseille hat der Permafrost-Forscher Guido Grosse vom Alfred-Wegener-Institut Bodenproben in Sibirien entnommen, um mehr über den Permafrost und seine Geheimnisse zu erfahren. Es bleibt abzuwarten, ob der Klimawandel zu einer größeren Gefahr durch Ur-Viren führen könnte.

Vielleicht gibt es die schon in Babenhausen Süd. Im nächsten Bericht kommert sich Britta Zakrewski um die steigende Zahl von Schulabbrechern. Hier sehen Sie Britta vor der Räumung des Pultes.

Maria

Deutschland braucht eine Vision. Die Vision des Verkehrsministers ist, mehr Autobahnen zu bauen. Die Vision der FDP ist, dass 45% der Autos mit synthetischen Kraftstoffen fahren. Die Vision von Herrn Habeck sind Humustoiletten für alle (ach…das postulierte Friedensreich Hundertwasser vor über 50 Jahren). Die Vision der Bahnhofstraße in Bielefeld ist …. dort einen riesigen Freizeitpark zu machen. Jedenfalls will dort keiner mehr so richtig einkaufen. Viele Einzelhändler verlassen die Stadt. Was ist los im Oberzentrum? Oder vielleicht fehlt Bielefeld eine Heilige.So eine Veranstaltung bringt doch viele Besucher und Geld in die Kasse. Wir sind schließlich evangelisch. In Herford gab es vor ein paar Jahren eine Marienerscheinung. Das bringt Geld. Eine fromme Legende machte Herford im Mittelalter europaweit bekannt: die Marienerscheinung auf dem Luttenberg in Herford. Es war die erste vom Vatikan bestätigte Marienerscheinung jenseits der Alpen. Die Vision machte Herford mit der später erbauten Marienkirche zum Wallfahrtsort. An sie knüpft eine der ältesten Traditionen der Stadt an: die sogenannte Herforder Vision. Es gibt verschiedene Varianten der Legende, die sich entweder um einen Hirten oder einen Bettler ranken. Der Hirte hütete seine Schafe auf dem Luttenberg, als ihm die Jungfrau Maria in einem strahlenden Licht erschien und ihm eine Botschaft an die Äbtissin des Herforder Frauenstifts überbrachte. Diese sollte sich fortan um das geistige Leben und die Einhaltung der Ordensregeln kümmern und an der Stelle der Erscheinung eine Gedenkstätte errichten. Als Zeichen der Wahrhaftigkeit versprach Maria, auf einem Holzkreuz zu erscheinen, sobald die Nonnen erschienen.

Die andere Version erzählt von einem armen und kranken Bettler, der auf dem Weg zum Herforder Kloster war, um um eine milde Gabe zu bitten. Auch ihm erschien die Jungfrau Maria und gab ihm die gleiche Botschaft an die Äbtissin weiter. Auch er sollte ein Holzkreuz anfertigen, um den Ort zu kennzeichnen, an dem die Erscheinung stattgefunden hatte.

Unabhängig von der genauen Version der Legende war die Botschaft, die Maria überbrachte, von großer Bedeutung für die Entwicklung des Herforder Frauenstifts und die Errichtung der Marienkirche. Dem Mann, der von der Jungfrau Maria die Anweisung erhalten hatte, ein Holzkreuz zur Kennzeichnung des Ortes anzufertigen, wurde von den Nonnen zunächst nicht geglaubt und in Ketten gelegt. Erst nachdem er die Feuer- und Wasserprobe unbeschadet überstanden hatte, machten sich die Nonnen auf den Weg zum Luttenberg und fanden das versprochene Zeichen auf dem Kreuz: eine weiße Taube. Die Äbtissin gelobte daraufhin Besserung und begann sofort mit dem Bau der Herforder Marienkirche.

Nun wollen in Bielefeld alle mehr, aber keine Kontemplation. 10 Prozent wollen alle mehr Gehalt. Das heißt dann aber auch 10 % Mehrkosten für Bus und Bahn und Theater und den Döner um die Ecke. Und sicherlich geben alle dann alle 10% für den Opferstock.

In Dänemark wurde der Buß- und Bettag gestrichen. Das soll 400 Millionen Euro für die Kriegskasse bringen. Es wird Zeit, dass wir den Pfingstmontag streichen und den 2.Weihnachtsfeiertag. Der ist total überflüssig.

Urlaub 2023

Der Klimawandel ist rund um den Planeten spürbar: Bei den verheerenden Überschwemmungen von der Ahr bis nach Pakistan, bei den Hurrikan-Schäden in der Karibik, den Dürren in Kalifornien und Europa, den Buschbränden und Hochwasserkatastrophen Australiens. Und das Reisen hat einen Anteil daran: Es trägt mit ungefähr acht Prozent zum globalen CO2-Ausstoß bei. Auch sind die Massen an Besuchern für die lokale Bevölkerung vielerorts zum existenziellen Problem geworden, genau wie die Wasserknappheit, die Reisende mit ihrem hohen Verbrauch verschärfen. Ich hoffe nicht, dass Bielefeld der nächste Hotspot der Welt wird. Gott bewahre, oder vielleicht sollte ich meine Eigentumswohnung als Feriendomizil anbieten.

Die No-List 2023 Jedes Jahr gibt der renommierte kalifornische Reisebuchverlag Fodor’s eine „No List“ mit Regionen heraus, die eine Pause vom Tourismus gebrauchen könnten, und die wir daher besser eine Zeit lang links liegen lassen sollten. Dieses Jahr wurde sie anhand dreier Kriterien erstellt: Naturschätze, die eine Erholungsphase brauchen; kulturelle Hotspots, die unter Überfüllung leiden und Orte mit dramatischem Wassermangel. Aber keine Sorge: Es geht nicht darum, das Reisen zu verbieten, sondern die Menschenströme sozial- und umweltverträglicher zu verteilen und umzulenken. Aber nicht nach OWL!

  1. Naturschätze, die eine Erholungsphase brauchen

Manche Naturschätze der Welt haben derart unter dem Ansturm von Touristen gelitten, dass Regierungen ganze Regionen für Urlauber schließen oder Eintrittsgebühren verlangen. Frankreich: Étretat und Calanques

Durch starke Stürme und Brandung verursacht, ist die Küstenerosion weltweit ein Problem. Kommt noch Overtourism hinzu, beschleunigt sich der Prozess weiter. Etwa bei den Kreidefelsen von Étretat an der normannischen Alabasterküste. Die beliebten Selfie-Spots an der Steilküste werden überrannt von Touristen, sodass es immer häufiger zu Abbrüchen kommt. Auch der kleine Ort Étretat leidet: Letzten Sommer brach die Kläranlage zusammen, weil sie dreimal so viele Touristen wie Einwohner verkraften musste. Auch die Steilküsten bei Marseille sind teilweise so überlaufen, dass der Zugang begrenzt werden musste. Zu den Stränden des Nationalparks Calanques dürfen nur noch 400 Gäste am Tag.

Kalifornien: Lake Tahoe Der einst kobaltblaue Lake Tahoe an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada verschmutzt zusehends. Schuld sind die Abgase und der Reifenabrieb der kilometerlangen Autoschlangen am Ufer. Laut Fodor’s braucht der See dringend eine Pause. Antarktis Die absoluten Zahlen von Besuchenden in der Antarktis sind verhältnismäßig gering, und das sollten sie auch bleiben. Denn die Touristen verteilen sich nicht auf dem riesigen Kontinent, sondern konzentrieren sich auf die antarktische Halbinsel Und die reagiert extrem empfindlich auf den Klimawandel. Die Temperaturen stiegen zuletzt extrem und das Artensterben nahm rasant an Fahrt auf. Schon die weite und Co2-intensive Anreise mit Schiffen und Flugzeugen verschmutzt das Eis, es wird dunkler und schmilzt noch schneller als ohnehin schon.

Einige kulturelle Hotspots leiden unter Überfüllung, wie zum Beispiel Venedig, Barcelona, Paris, Lissabon und Dubrovnik. Die steigenden Besucherzahlen haben zu Wassermangel, Inflation und Verdrängung geführt. Eine Lösung wäre, weniger bekannte Städte zu besuchen, die sich über Besucher freuen würden. In Venedig sind die Auswirkungen des Tourismus so groß geworden, dass viele Einwohner weggezogen sind. Im Sommer kommen bis zu 100.000 Urlauber täglich in die kleine Lagunenstadt. Um die Schäden zu begrenzen, werden Kreuzfahrtschiffe aus dem Zentrum verbannt und ab 2023 wird je nach Auslastung eine Eintrittsgebühr von 3 bis 10 Euro erhoben. Auch an der Amalfiküste ist es ähnlich überfüllt. Es gibt keinen Parkplatz und die Autos kommen auf der schmalen Straße oft kaum mehr voran. Für die Einwohner ist die Situation unerträglich, da die Straße kaum noch nutzbar ist und Rettungsfahrzeuge oft keine Chance haben, durchzukommen. Letzten Sommer wurde versucht, den Verkehr zu reduzieren, indem Fahrzeuge mit ungeraden Nummern nur noch an ungeraden Tagen fahren durften und solche mit geraden Nummern nur noch an geraden Tagen.

Amsterdam, Niederlande: Bereits im Jahr 2019 wurde ein 10-Jahres-Plan von den Verantwortlichen erstellt, um die Touristenströme in Amsterdam besser zu verteilen. Das Ziel war, die Gäste zu verschiedenen Zeiten in verschiedene Stadtviertel zu bringen, da die Einwohner in den Hotspots der Stadt unter der Überfüllung leiden. Jedes Jahr kommen so viele Besucher nach Amsterdam wie das ganze Land Einwohner hat – nämlich 17 Millionen.

Thailand: Auch Thailand möchte weg von den Massentourismus und hin zu einem kleineren Kreis von „High-End“-Gästen, wie der Tourismusminister Phiphat Ratchakitprakarn es ausdrückte. Während der Pandemie sah man positive Effekte durch die Schließung der Nationalparks. Aus diesem Grund werden nun alle Parks für mindestens einen Monat im Jahr geschlossen, damit sich die Natur erholen kann. Die Maya Bay auf Ko Phi Phi Leh, die durch den Film „The Beach“ mit Leonardo di Caprio berühmt wurde, wurde bereits mehrmals geschlossen, da das Ökosystem durch die täglich rund 3000 Besucher zu stark beschädigt wurde. Auch die Similan und Surin Islands werden zeitweise gesperrt, um die Natur zu schonen.

Regionen mit dramatischem Wassermangel: Touristen verbrauchen viel Wasser, insbesondere in Regionen, in denen es ohnehin knapp ist. Auf Inseln ist Süßwasser oft knapp, und in Hotspots wie Bali, der Karibik oder Hawaii verbrauchen Touristen viel mehr Wasser als Einheimische – in manchen Hotels bis zu achtmal so viel wie ein Einwohner.

Und was macht Bielefeld? Es wächst:

Im Oktober 2019 überschritt Bielefeld die Grenze von 340.000 Einwohnern und es wurde festgestellt, dass die Stadt schneller wuchs als erwartet. Die Corona-Pandemie führte jedoch zu einem Rückgang der Einwohnerzahl, was sich jedoch im vergangenen Jahr umkehrte. Mit 343.771 Hauptwohnsitz-Bielefeldern hat die Stadt nun so viele Einwohner wie noch nie, nämlich 4.352 mehr als Ende 2021. Die Statistikstelle der Stadt verzeichnete am 31. Dezember 2022 einen Anstieg von 2.394 Frauen und 1.958 Männern mit Hauptwohnsitz in Bielefeld. Somit gibt es jetzt 176.261 weibliche und 167.510 männliche Bewohner in der Stadt.

Ups, es gibt mehr Frauen wie Männer? Was wird das mit den Männern machen? Ich ermute, dass die Sparrenburg der neue Hotspot der Welt wird. Bielefeld gibt es doch gar nicht, oder wollen wir wirklich Menschenmassen an der Jahnplatz-Uhr?

Karneval

Veränderung

Der Mensch ist anpassungsfähig. Die Zukunft wird von denen gestaltet, die Hoffnung haben. Deshalb brauchen wir Ideen und Lösungen, nicht nur Ängste und Dystopien.

Es ändert sich so viel, und so wird in kleinen Schritten wahr, was in vielen Zukunftsszenarien angekündigt wird. Und nur in kleinen Schritten versteht und begreift der Mensch das. Zumindest der normale Mensch, weil sein Gehirn so funktioniert. Gewohnheiten zu ändern ist sehr schwer.

Sabine Werth erlebt diesen Wandel. Sie ist zum Karneval nach Köln gekommen. Sie war Veränderungsmanagerin im Bielefelder Rathaus und hat viele Veränderungsprozesse in der Oberstadt begleitet. Bielefeld fehlte eine neue Idee, ein Highlight, ein Event. Könnte es der Karneval sein? Auch in Ostdeutschland wurde Karneval gefeiert, und dort gibt es nur wenige Katholiken. Und in Braunschweig steppt der Bär. Das sind Protestanten. Was kann man in Bielefeld machen? Da leider kein Scheich die Arminia in die Champions League führen will, vielleicht einen Rosenmontagszug? Aber es müsste ein veganer sein, oder vielleicht ein nachhaltiger.

Wandelt sich der Karneval? Sie musste nach Köln. Zuerst ging sie zum Hauptquartier des Dreigestirns, einem Hotel in der Innenstadt. Sie wollte sich beschweren, denn an der Außenfassade stand in großen Lettern: „Bloodworsch, Kölsch und e lecker Mädche“. Sie fand das sexistisch und beschwerte sich beim Hoteldirektor. Alle Medien schlugen ein, aber nein… Das ist kölsches Brauchtum und Kulturgut. Da hat sich noch nichts geändert. Und so ein Spruch am Rathaus war in der Stadt am Teutoburger Wald undenkbar. Statt Blutwurst gab es hier Wurstebrei und Herforder Pils, aber leckere Mädels? Gut, die Witze in der Bütt waren weniger „unter der Gürtellinie“, aber es gab immer noch zu wenig Frauen auf den Karnevalsbühnen. Aber das änderte sich langsam. Es gab auch weibliche Offiziere und männliche Funkenmariechen.

Bis 2022 gab es nur drei weibliche Schlümpfe. Schlumpfine: Sie ist einer der bekanntesten Schlümpfe und bei den männlichen Schlümpfen sehr begehrt. Schlumpfine ist leicht an ihren langen blonden Haaren und ihrer hohen Stimme zu erkennen.

– Sasette: Die zweite weibliche Schlumpfin ist Sasette mit orangefarbenen Haaren. Sie hat die Schlümpfe nach Gargamels Rezept erschaffen, damit Schlumpfine nicht die einzige weibliche Schlumpf ist. Allerdings hält Sasette Gargamel für ihren Vater, was regelmäßig zu Konflikten führt.

– Nanny: Sie war einst die Schlumpfine von Opa Schlumpf und wurde über 500 Jahre lang im Schloss Knastburg gefangen gehalten. Dann wurde sie befreit und lebt seitdem in Schlumpfhausen.

Aber auch hier hat sich einiges getan. Es gibt eine neue Schlumpfserie. Sabine Werth ging zum Karneval. Sie war begeistert. Da wurden die Diktatoren dieser Welt in den Topf geworfen. Putin im Blutbad, die Mullahs in Unterhosen und Kim Yong Un als Riesenbaby mit vollen Windeln. Auch die deutsche Politik war dabei. Aber wo war der Scholz? Mutti Merkel war immer Thema auf den Wagen, aber Scholz? Sabine war sehr angetan von einigen Motivwagen zum Thema Umweltschutz. Aber da war noch keine Veränderung in Sicht. Überall soll Plastik gespart werden. Aber nicht am Rosenmontag. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für die erwachsenen Naschkatzen: Jedes Jahr werden über 300 Tonnen Süßigkeiten verteilt, darunter unglaubliche 700.000 Tafeln Schokolade, 220.000 Schachteln Pralinen und 300.000 Strüßjer (Blumen). 300.000 Plastiktüten. Sollte man nicht einfach Blumensamentüten für den Sommer schmeißen oder Obst aus der Region? Sabine fragte einen Karnevalspräsidenten. Doch bei denen stößt die Initiative teils auf Widerstand. „Die „Strüßjer“ haben ohne Tüte keine Chance heil nach Hause zu kommen“, sagt Giesbert Ebermann vom Vorstand der „Roten Flunken“, die in diesem Jahr ihr 200-jähriges Jubiläum feiern und auch das Dreigestirn stellen. „Ohne Verpackung fallen sie beim Werfen auseinander oder die Blüten knicken beim Fangen ab.“ Papierverpackungen seien keine Alternative, da die „Strüßjer“ bis kurz vor ihrem Einsatz im Wasser stünden. Vielleicht sollte man den Besuchern Eichensetzlinge in eine Nährlösung zuwerfen. Dann könnte der Kölner Stadtwald um sage und schreibe 300.000 neuer Bäume wachsen.

Mi vielen guten Ideen kam Sabine Werth zurück nach Bielefeld.

Sonne

Hanno, erst Freiwilligendienstleister, Pfarrer und später 1.Träger des westfälischen Friedensorden, ob seines Einsatzes für Mitmenschlichkeit und Würde (Siehe Artikel vorher) war zu Gast in Osnabrück. Er war ein versierter Mann des Wortes. Schon in seinen Zeiten als Abiturient in der Krankenhausküche studierte er beim Tomatenzählen weise Schriften. Er schrieb gute Sprüche aus den heiligen Büchern auf kleine Zettel und erfreute damit die Patientinnen, wenn die den Deckel von ihrem Frühstücksteller hoben. Hanno hatte frei und sollte sich entspannen, bevor er zu der Ministerin für Glück nach Berlin reiste. Er bekam eine Einladung etwas über das „soziale Miteinander“ in der Großstadt zu reden. Da hörte er die Nachricht, dass sich ein Teil der Sonne gelöst hatte. Das machte ihn unruhig. In der Apokalypse war die Rede von Inflation, Seuchen, Erdbeben, Unmenschlichkeit und das diese am Ende der Zeiten zunehmen sollten. Vieles davon hatte menschliche Gründe. Das Erdbeben neulich zeigte, dass man hätte anders bauen müssen, aber gegen die Sonne konnte man nichts machen. Ein signifikanter Teil der Sonne hat sich am Nordpol von ihr getrennt, was zu einem Tornado führte, der vom James Webb Weltraumteleskop beobachtet wurde. Derzeit ist ungewiss, ob und welche Auswirkungen dieser Vorfall auf die Erde haben wird.

Im Jahr 1989 resultierte ein Sonnensturm in einemStromausfall, der sechs Millionen Menschen in der Region von Montreal in Kanada betraf. Der stärkste bisher aufgezeichnete Sonnensturm war am 1. September 1859, nachts von 1. auf 2. September, registriert.

Ed Cliver, ein Weltraumphysiker am U.S. Air Force Research Laboratory inBedford, Massachusetts, erinnert sich daran, dass „die geomagnetischen Störungen so stark waren, dass Telegrafenämter Funkenschläge in ihren Geräten meldeten, die teilweise sogar Papier in Brand setzten“. Baker fügte hinzu,dass besonders die Störungen des GPS-Systems problematisch sind, das von Mobiltelefonen, Flugzeugen und Fahrzeugen genutzt wird. Es wird erwartet, dass der Umsatz der GPS-Industrie von 130 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 bis 2030 auf fast 3 Billion US-Dollar wachsen wird. Baker betonte auch, dass die Satellitenkommunikation gefährdet wäre, die inzwischen ein integraler Bestandteil vieler täglicher Aktivitäten geworden ist. „Jede Tankfüllung,die Sie mit Ihrer Kreditkarte bezahlen, ist mit einer Satellitentransaktion verbunden“, sagte er.

Und es werden immer mehr Satelliten. Seit Beginn der Raumfahrt wurden 11000 dieser Observaten in Weltall geschossen. Heute sind circa 5500 Satelliten dort oben und Elon Musk möchte täglich eine weitere da hochschicken.

Auch jede Whatsapp geht durch das Weltall, auch wenn Hannos Telefonpartner gegenüber auf dem Klo sitzt.

Laut NASA ist es fast unmöglich, den Planeten vor einem Sonnensturm zu schützen. Zwar können Frühwarnsysteme rund 13 Stunden vor einem solchen Ereignis Alarm schlagen, aber es gibt nur wenig, was man dagegen tun kann. Daher empfiehlt die NASA, die Internet-Infrastruktur so schnell wie möglich auf einen möglichen Sonnensturm vorzubereiten. Dies könnte durch Verlegung von mehr Kabel in Regionen erreicht werden, in denen ein Sonnensturm weniger Auswirkungen hat, wie zum Beispiel in Mittel- und Südamerika. Oder die Trafos der Stadtwerke müssen rechtzeitig abgestellt werden.

Hanno war in Sorge. Er stieg in den Zug, der zur Ministerin für Glück nach Berlin führen sollte. Aber wie immer gab es Baustellen auf der Strecke und Hanno stieg in Bielefeld aus. Diese Stadt sollte es doch gar nicht geben, aber auf einmal stand er an diesem Ort. Da er Aufenthaltszeit hatte, schlenderte er durch die Straßen und am neuen Jahnplatz erschrak er. Die ganze Welt sorgt sich wegen Sonnenstürmen und in Bielefeld werden zehn Nachtsonnen aufgehangen? Mit 10 riesigen Nachtsonnen von einem Durchmesser von 2,1 Metern und 15 kleineren von 130 cm Durchmesser soll der zentrale Platz erstrahlen. Die LED-Leuchten können mehr als 16 Millionen Farben ausstrahlen und sorgen für eine deutliche Aufwertung des mit 27,5 Millionen Euro renovierten Ortes. Die neue, dimmbare Beleuchtung wurde von der Firma „Nevue Homburg Licht“ geplant, die bereits für die sternchenartige Beleuchtung an Haltestellendächern verantwortlich ist. Die Gesamtkosten für die neue Beleuchtung betragen 300.000 Euro. Je nachdem, wie die Stimmung in der Stadt ist, wird der Jahnplatz beleuchtet. Wenn Arminia aufsteigt, dann schwarz-weiß-blau. Wenn der Bürgermeister darüber schreitet, da leuchtet es SPD-Rot.

Als Faustregeln kann man sagen, dass wir etwa 200 Farbtöne unterscheiden können. Variiert man die Intensität des Farbtons, ergeben sich pro Farbton etwa 500 Abstufungen. Durch die Veränderung des Weißanteils kommen nochmal 20 Varianten pro Farbton hinzu. Unter dem Strich summiert sich das zu rund 20 Millionen Farben. Das sollte Hanno mal in seinem Pfarrerseminar kundtun. Damit die Roben nicht immer nur trauerschwarz sind.

Hoffentlich halten diese Dinger, denn es wäre nicht ausmalbar, wenn eine Sonne auf den Jahnplatz stürzt. Dort gehen mehrere tausend Passanten vorbei.

Hanno wird sich diesen neuen Hotspot auf seine Bucket-Liste setzen.

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