alzin Hurrein arbeitete im Sicherheitsdienst als Handaufleger. Vor dem Freibad überprüfte er die Sonnenschutzmaßnahmen der Badegäste. Er wartete auf seine weibliche Kollegin, da er die Haut von Mädchen und Frauen nicht berühren durfte. Yalzin legte also seine Hand auf die Haut eines Badegastes, und dann mussten beide zehn Minuten warten. Verfärbte sich die Haut des Badegastes rot, bedeutete das, dass nicht genügend Sonnenschutz aufgetragen wurde. Der Gast durfte dann nicht ins Wasser und erhielt ein Verwarngeld in Höhe von 100 Euro, da er die nationale Sicherheit gefährdete. Beim örtlichen Fußballverein wurden neue Trikots eingeführt. Die Spieler trugen lange Ärmel und Strumpfhosen sowie Kappen. Nur um 22 Uhr und morgens um 7 Uhr gab es Ausnahmen von diesen Vorschriften.
Die Bundesregierung kaufte eine Million Tonnen Sonnencreme aus China mit Coronaschutzpaste. Andere Sonnenschutzmittel wurden verboten. Im Jahr 2022 gab es in Deutschland etwa 4.500 Hitzetote, darunter viele ältere Menschen oder Personen, die sich völlig überhitzt ins kalte Wasser stürzten. Kommissarin Petra Schweger fand das seltsam, da sie oft Protokolle bei Verkehrsunfällen aufnehmen musste. Im Jahr 2022 wurden 358.000 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt und es gab 2.782 Verkehrstote. Warum wurde kein Aktionsplan eingeführt oder warum wurde das Autofahren nicht verboten? Oder warum wurden nicht alle Wildschweine getötet, da es zu mehr als 3.000 Unfällen kam? Es gab auch immer mehr Menschen, die durch Sex starben. Das sollte ebenfalls verboten werden.
Die Sonne brannte erbarmungslos auf die Straßen Deutschlands herab, während die Menschen in der sengenden Glut nach Erleichterung suchten. Inmitten dieser Hitzewelle wurde den Deutschen klar, dass der Hitzeschutz viel einfacher und kostengünstiger war als gedacht. Spanien, Griechenland und Italien hatten es bereits vorgemacht, und nun war Deutschland gezwungen, das öffentliche Leben radikal zu verändern.
Die Umstrukturierung
Früher hatten die Deutschen über die vermeintlich faulen Südeuropäer gelacht, die ständig Siesta hielten. Doch nun mussten sie sich eingestehen, dass diese Gewohnheit klug und überlebensnotwendig war. Die Geschäfte öffneten von 7:00 bis 11:00 Uhr und am Abend von 17:00 bis 22:00 Uhr, um den Menschen eine Auszeit von der brütenden Hitze zu geben. Selbst die Behörden passten ihre Arbeitszeitmodelle an, um ihren Beamten einen angemessenen Hitzeschutz zu bieten.
Ein weiterer Hitzeschutz bestand darin, die Autos aus den überhitzten Städten zu verbannen und die Betonwüsten in lebendige grüne Oasen zu verwandeln. Die heilsame Wirkung von Pflanzen auf das Mikroklima wurde deutlich. Fassadenbegrünungen boten nicht nur entsiegelte Flächen im öffentlichen Raum, sondern schufen auch eine kühlende Verdunstungskälte. Die Blätter der Pflanzen spendeten nicht nur Schatten, sondern brachten auch eine erfrischende Brise. Das verdunstende Wasser wirkte wie eine natürliche Klimaanlage, und so blieb es selbst hinter der vollen Südseite von Räumen angenehm kühl, ohne dass eine konventionelle Klimaanlage benötigt wurde. Im Winter, wenn die Blätter abfielen, erwärmte die Sonne das Haus. Beides trug zur Einsparung von Energie und CO2 bei.
Friedensreich Hundertwassers Manifest über die Begrünung der Städte gewann zunehmend an Bedeutung. Baumpflanzaktivistin L.Credi, inspiriert von seinen Ideen, spielte mit dem Gedanken, ob sie einen Anruf von der Bundesregierung erhalten würde. Vielleicht benötigten sie ihre Fachkenntnisse und Erfahrungen in diesem kritischen Moment. Doch während L.Credi in ihren wohlverdienten Sommerferien war, blieb ihr Telefon ausgeschaltet.
Die Stadt erwachte langsam aus ihrem Dornröschenschlaf. Die Menschen erkannten die Dringlichkeit des Hitzeschutzes und die Notwendigkeit, nachhaltige Maßnahmen zu ergreifen. Die grüne Revolution gewann an Fahrt, und Bürgerinnen und Bürger engagierten sich gemeinsam, um ihre Städte lebenswerter und klimafreundlicher
Was für ein unvergesslicher Augenblick! Die Bühne war im Scheinwerferlicht erstrahlt, während die Menschenmassen atemlos warteten. L.Credi, die einst mit ihrer weltweiten Baumpflanzinitiative Ruhm erlangte, wurde nun zur Bundesgartenschau eingeladen. Doch das war nicht alles, denn L.Credi war nicht nur eine begnadete Sängerin, sondern auch eine Verfechterin des Umweltschutzes.
Nach dem verheerenden Sombrero-Skandal, bei dem mutige Rentnerinnen es wagten, mit Sombreros auf der Bühne „Viva Mexiko“ zu singen, lag nun die Aufgabe auf L.Credis Schultern, den Ruf der Gartenschau zu retten und die Show auf ein neues, beispielloses Niveau zu heben. Ihre einzigartige Bewegung, bekannt als „Zuhaitza“, hatte eine Flammenwoge entfacht, die sich mit der „Fridays for Future“-Bewegung vereinte und wie ein Sturm um die ganze Welt tobte. Das Wort „Zuhaitza“, das auf Baskisch Baum bedeutete, wurde zum Symbol des Kampfes gegen den Klimawandel und zur unverkennbaren Stimme für die unersetzliche Bedeutung der Bäume in unserer Zukunft.
Und nun stand L.Credi hier, bereit, in dem neuen E.Mobil von Bielefeld voranzufahren. Auf dem Auto prangten die Namen der Sponsoren, die die neue Ära der Elektromobilität unterstützten. Doch L.Credi konnte sie nicht ertragen, denn in ihrer Schulklasse, die sie als Lehrerin betreute, befanden sich Pablo, Guan und Estobar als die 31. bis 33. Schüler. Diese drei Kinder waren aus der peruanischen Wüste vertrieben worden, weil dort Lithium für die Herstellung neuer Autos abgebaut wurde. Ihre Familie war nach Deutschland geflohen, auf der Suche nach einem besseren Leben.
Am Steuer des Wagens saß ihre treue Freundin LEGO, die L.Credi auf Schritt und Tritt begleitete. LEGO hatte ein revolutionäres Auto entwickelt, das mit vergorenen Sojabohnen betrieben wurde. Ein einfacher schwarzer Behälter auf dem Dach genügte, in dem die Bohnen zu Gas vergammelten und das Auto antrieben. Doch LEGO hatte auch dafür gesorgt, dass der Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld auf dem Rücksitz Platz nehmen musste. Auch er war eingeladen, um die neue Ikone der Klimabewegung bei der Bundesgartenschau zu feiern.
Mit aufgeregtem Herzklopfen sprach LEGO die Eröffnungsworte für L.Credi aus. Die Worte mussten perfekt sein, daher hatte L.Credi sie auswendig gelernt. Sie würde das Baummanifest von Friedensreich Hundertwasser als Lied vortragen. In jeder Grundschulklasse waren Hundertwasserbilder zu bewundern, aber dieses Mal würde es keine langweilige Ausstellung sein. L.Credi würde die Essenz von Hundertwassers Kunst in einem beispiellosen musikalischen Meisterwerk zum Ausdruck bringen.
Ein eintöniger Anblick prägte die Grundschulklassen, in denen die Schüler fleißig Hundertwasserbilder malten…gähnend langweilig. Spiralen und Spiralen. Doch nur wenige von ihnen ahnten, dass der Künstler sich mit Leidenschaft für politische Belange einsetzte. Genauso wenig wussten die Fünftklässler an den Realschulen, die eifrig Keith Haring-Figuren zeichneten, dass Harings Kunst ein Kampf für die Rechte Homosexueller war. Ja, es gab Hundertwassertassen, Handyhüllen und wunderschöne Seidentücher mit seinen Motiven. Doch das, was er vor fast 50 Jahren veröffentlichte, war nun zur erschreckenden Realität geworden.
DEIN FENSTERRECHT – DEINE BAUMPFLICHT
Friedensreich Hundertwasser
Wir ersticken in unseren Städten an Luftverpestung und Sauerstoffmangel. Die Vegetation, die uns leben und atmen lässt, wird systematisch vernichtet. Unser Dasein ist menschenunwürdig.
Wir laufen an grauen, sterilen Hausfassaden entlang und sind uns nicht bewusst, dass wir in Gefängniszellen eingewiesen sind.
Wenn wir überleben wollen, muss jeder einzelne handeln.
Du musst selbst deine Umwelt gestalten. Du kannst nicht auf die Obrigkeit und auf Erlaubnis warten. Nicht nur deine Kleidung und dein Innenraum, auch deine Außenmauer gehört dir. Jede Art der individuellen Gestaltung ist besser als der sterile Tod.
Es ist dein Recht, dein Fenster und, soweit dein Arm reicht, auch die Außenseite so zu gestalten, wie es dir entspricht.
Anordnungen, die dieses Fensterrecht verbieten oder einschränken, sind zu missachten. Es ist deine Pflicht, der Vegetation mit allen Mitteln zu ihrem Recht zu verhelfen.
Freie Natur muss überall dort wachsen, wo Schnee und Regen hinfallen, wo im Winter alles weiß ist, muss im Sommer alles grün sein.
Was waagrecht unter freiem Himmel ist, gehört der Natur.
Straßen und Dächer sollen bewaldet werden. In der Stadt muss man wieder Waldluft atmen können.
Das Verhältnis Mensch-Baum muss religiöse Ausmaße annehmen.
Dann wird man auch endlich den Satz verstehen: Die gerade Linie ist gottlos.
Verfasst für die Eurovision TV-Sendung „Wünsch dir was“ am 27. Februar 1972 in Düsseldorf.
Publiziert in:
Umwelt. Eine kritische Stellungnahme. Friedensreich Hundertwasser – HA Schult. hrg. von JUNIOR Galerie: Goslar/Deutschland (italienisch, deutsch)
Der Moment der Wahrheit war gekommen. LEGO hatte L.Credi in ein grünes Kostüm gehüllt, ihre Haare zu einem grünen Vogelnest geflochten und ihre Gitarre mit prilblumartigen Gewächsen besprüht. Sie stand auf der Bühne im Landschaftspark, und es war noch ziemlich leer um sie herum.
Würde L.Credis Botschaft die Menschen erreichen? Würden die Massen ihr zuhören?
Zehn Minuten vor ihrem Auftritt waren nur neun Gäste anwesend. Dabei sollten eigentlich mehrere tausend Menschen da sein. Was war passiert? Die Veranstalter hatten den Termin nicht mit dem Fernsehprogramm abgestimmt. An diesem Abend wurde Deutschlands nächstes Topmodel gewählt. Zudem kämpften „Die Auswanderer“ auf VOX ums Überleben in Portugal, und Frau Merkel gab ein Sommerinterview im Fernsehen. McDonald’s feierte außerdem Jubiläum und lud alle Bürger zu einem kostenlosen Burger ein.
L.Credi war nicht gleichgültig, sie war enttäuscht, aber sie wusste, dass ihre Mission richtig war. Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrem Rücken und eine fantastische Stimme unterstützte ihr Manifest mit einem coolen Beatbox-Sound. Sie drehte sich um. Konnte es wirklich wahr sein? Das war unmöglich. Dort stand Mannheims verlorener Sohn, Xavier Naidoo! Was sollte sie von ihm denken? Als Musiker hatte er viele großartige Songs geschrieben, aber er hatte sich mit fragwürdigen Aussagen ins Abseits gestellt. Dann dröhnte Xavier ins Mikrofon: „Sieh mir noch einmal in die Augen, Baby, bevor du gehst.“ L.Credi schmolz dahin, und LEGO konnte sie gerade noch auffangen.
Die majestätische Stimme Xaviers schallte kilometerweit durch die Stadt, und nur wegen dieses eindrucksvollen Klangs strömten die Massen zur Bühne. Menschenmassen, die von weit her kamen, um L.Credis Auftritt zu erleben. Ihre Botschaft des Umweltschutzes und der Bedeutung der Bäume zog die Menschen in ihren Bann. Xavier Naidoo und L.Credi bildeten eine einzigartige Verbindung, eine kraftvolle Allianz, die das Publikum in ihren Bann zog.
Und so, inmitten der brodelnden Menschenmenge, begann L.Credi mit leidenschaftlicher Hingabe und Xavier an ihrer Seite ihr Lied zu singen. Die Stimmen verschmolzen zu einer unwiderstehlichen Symphonie des Wandels. Die Menschen, verzaubert von der magischen Atmosphäre, vergaßen für einen Moment die anderen Unterhaltungsangebote des Abends. Sie spürten die Dringlichkeit der Botschaft, die L.Credi und Xavier verkörperten. Eine Welle der Begeisterung erfasste die Menge, und der Klang ihrer Stimmen vereinte sich zu einem mächtigen Chor.
Der Auftritt wurde zum Wendepunkt, zum Schlüsselmoment, der die Menschen dazu brachte, über den Wert der Natur und die Bedeutung des Klimaschutzes nachzudenken. L.Credi und Xavier hatten die Herzen der Menschen berührt und
L.Credi wandte sich an LEGO und fragte, was sie tun sollten. Die Situation war entscheidend, und sie hatte zwei Möglichkeiten zur Auswahl:
a) Sollten sie hier bleiben und das Risiko eingehen, in eine Ecke der Verschwörungstheorien und abwegigen Ideen abzudriften?
b) Oder sollten sie versuchen, Tausende von Menschen für ihre Baumaktion zu gewinnen und eine große Feier zu veranstalten?
In ihrer Verzweiflung packten sie den Oberbürgermeister von Bielefeld in ihren Bohnenwagen und wollten einfach nur weg von diesem Ort. Zurück nach Ostwestfalen, wo sie herkamen. Doch leider sprang der Motor nicht an. Sie hatten vergessen, den schwarzen Behälter auf dem Dach des Autos mit angegorenen Sojabohnen zu füllen. Der Gastank war leer. L.Credi und LEGO waren gezwungen, die Nacht in den Quadraten von Mannheim zu verbringen, ohne einen klaren Ausweg aus ihrer misslichen Lage.
L.Credi stand kurz vor den wohlverdienten Ferien. Sie begleitete mich schon seit vielen Jahren, und ich kannte sie als eine leidenschaftliche Lehrerin, die stets bemüht war, den Schülern aus dem nördlichen Bielefeld etwas beizubringen. Doch die Ferien kamen jedes Jahr viel zu früh, das war L.Credis bittere Realität.
Früher nannte man sie einfach Lehrerin, aber heutzutage könnte man sie wohl eher als Überlebenskünstlerin, Alleinunterhalterin oder Dompteuse bezeichnen. L.Credi hatte für ihre Klasse sogar einen eigenen Youtube-Kanal eingerichtet. Dort lud sie jeden Morgen Übungen hoch, vom Silben-Rap bis hin zu Anleitungen, wie man einen Bleistift anspitzt oder einen Fruchtzwerg öffnet, ohne den Nachbarn dabei zu bespritzen. So hatte sie zumindest die ersten 10 Minuten in der Grundschule etwas Zeit für sich, während ihre Schüler den Schulkanal auf ihren iPads ansahen.
An diesem Morgen öffnete L.Credi die Tageszeitung, die der käferfahrende Postbote Karl immer pünktlich in den ländlichen Stadtteil brachte. Doch plötzlich stolperte sie über eine Meldung, die ihre Aufmerksamkeit gefangen nahm. Sie musste weinen.
Für die Menschen in der Stadt wird die Hitzebelastung von Jahr zu Jahr bedrückender, eine unerbittliche Hitzewelle, die ihre Lebensqualität bedroht. Jeder Tag scheint eine neue extreme Herausforderung zu sein, eine Tortur unter der brennenden Sonne. Und doch wird das Ausmaß dieser Qual in den kommenden Jahrzehnten noch schlimmer werden, eine düstere Vorahnung der Zukunft, die uns das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Schaut man auf das Beispiel der pulsierenden Metropole München, so sind die Zahlen alarmierend. Derzeit müssen die Bewohner bereits durchschnittlich 8,4 Hitzetage im Jahr ertragen, an denen die Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke explodieren. Doch in einer Welt, die von Klimawandel und Zerstörung gezeichnet ist, könnte diese Zahl bis zum Jahr 2100 um das Fünffache anschwellen. Ja, ihr habt richtig gehört – sage und schreibe 44 Tage, an denen die Luft vor Hitze flimmert und jeder Atemzug zur Qual wird.Und erst in Bielefelds Zentrum, der Jahnplatzwüste.
Doch nicht nur die Tage werden zu einer unerträglichen Glut, auch die Nächte bergen keine Rettung mehr. Einst gab es nur fünf tropische Nächte, in denen die Lufttemperatur nicht unter 20 Grad Celsius sank. Doch in den kommenden vier Jahrzehnten könnten es schwindelerregende 14 dieser qualvollen Nächte werden, in denen Schlaf zu einer fernen Erinnerung verblasst.
In dieser verheerenden Hitze sind Bäume unsere einzige Zuflucht. Sie erheben sich wie stolze Krieger gegen die unerbittliche Sonne und kämpfen darum, uns Linderung zu verschaffen. Ihre Blätter erzählen von einer anderen Welt, in der Verdunstungskühle das Wort führt und Schatten wie ein heiliger Tempel der Erfrischung wirkt. Unter ihren schützenden Zweigen sinkt die Temperatur um ein bis zwei Grad, doch in ihrer schattigen Umarmung fühlt es sich an, als wäre man in einer Oase der Kühle gefangen.
Doch Bäume sind nicht allein in ihrem Kampf gegen die Hitze. Rasenflächen und begrünte Dächer schließen sich ihnen an, schaffen Verdunstungskühle und bringen eine Ahnung von Frische in diese stickige, von Beton geprägte Umgebung. Große, offene Grasflächen werden zu Bollwerken gegen die nächtliche Wärme, absorbieren weniger Hitze und lassen die Luft sich in den kühlen Stunden der Dunkelheit besser abkühlen als die vom Laub der Bäume beschützten Wege. Es ist eine fragile Balance, eine kunstvolle Mischung aus Bäumen und Rasen, die in den Freiräumen der Stadt geschaffen werden muss.
Um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, wurden zwei dicht besiedelte Stadtviertel unter die Lupe genommen. Eine schonungslose Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Hitzehölle und ein beängstigender Blick in die Zukunft. Derzeit werden lediglich zehn Prozent der Fläche von wohltuendem Grün bedeckt.
Die schockierenden Zahlen lassen keinen Zweifel daran, dass wir handeln müssen, um unsere Städte vor der zunehmenden Hitzelast zu schützen. Nach Berechnungen müssen wir den Anteil von Grünflächen drastisch erhöhen, auf 20 bis 25 Prozent, um den Sommer selbst im Jahr 2050 noch erträglich zu gestalten. Doch steht uns dieser Kampf gegen die Hitze vor großen Herausforderungen.
Der Platz für mehr Grün ist grundsätzlich vorhanden, zumindest in der Theorie. In der Realität jedoch wird dieser Raum von Parkplätzen eingenommen oder ist dem fließenden Verkehr gewidmet. Wenn wir tatsächlich begrünen wollen, müssen wir diese Bereiche drastisch reduzieren. Die drängendste Aufgabe in unseren Innenstädten besteht darin, Autos mit Bäumen zu ersetzen, eine Verwandlung, die von Mut und Entschlossenheit zeugt.
Gleichzeitig müssen wir jedoch auch im Untergrund Platz schaffen, um den Wurzeln der Bäume Raum zu geben. Doch das ist keine einfache Aufgabe, denn unter unseren Straßen verlaufen die essentiellen Infrastrukturen für Abwasser, Gas, Strom, Internet und Telefon. Es ist ein mühseliger Prozess, der nicht von heute auf morgen bewältigt werden kann. Wir müssen behutsam vorgehen, um sicherzustellen, dass diese essenziellen Dienste weiterhin reibungslos funktionieren und dennoch Raum für das Wachstum der Bäume geschaffen wird.
Es liegt auf der Hand, dass dieser Prozess eine enorme Anstrengung erfordert, sowohl von den städtischen Planern als auch von der Bevölkerung. Wir müssen den Mut aufbringen, traditionelle Denkweisen und Gewohnheiten herauszufordern und uns für eine nachhaltige und klimaresistente Zukunft einzusetzen. Es ist eine Herausforderung, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf, aber unausweichlich ist, wenn wir unsere Städte für die unaufhaltsame Wucht des Klimawandels rüsten wollen. Nur so können wir ein Stückchen Kühle und Hoffnung inmitten der Hitze und Verzweiflung bewahren.
L.Credi hatte einen kühnen Plan, wie sie das neue Schuljahr in Angriff nehmen würde. Noch lagen 77 Jahre bis zum Jahr 2100 vor ihr, und sie war fest entschlossen, ein stolzes Alter von 127 Jahren zu erreichen. Dank der Wunder der Telemedizin, implantierten Chips in ihrem Gehirn und Herzen sowie einer strengen veganen Ernährung, glaubte sie fest daran, dass dieses Ziel erreichbar war. Sie würde es schaffen, doch der Beginn lag in der Gegenwart.
Ursprünglich hatte L.Credi vor, den Erstklässlern das Lesen und Schreiben beizubringen. Doch fast die Hälfte der Schüler sprach Türkisch, Kreolisch, Schwedisch, Ukrainisch und sogar Klingonisch. Das Lesenlernen schien eine schier unüberwindbare Hürde zu sein. In Anbetracht dessen beschloss L.Credi, mit dem machtvollen Wort „Baum“ anzufangen. Sie wollte einen Samen in die zarten Herzen der Kinder pflanzen, denn sie würden die Zukunft formen. Das Wort „Baum“ erwies sich als perfekte Wahl. Es begann mit dem erhabenen Konsonanten „B“, der wie ein Paukenschlag wirkte. Das „B“ stand für Bielefeld, es war der Anfang eines großen Vorhabens. In der Mitte des Wortes offenbarte sich ein geheimnisvoller Silbenkönig. Die Kombination „au“ barg Vokale, Zwielaut und sogar Schmerzenslaute. Es war eine Verbindung von Stärke und Leiden. Und am Ende erhob sich das „M“ wie eine triumphale Fanfare. Das „M“ stand für Mutter, für das gewundene Mäandern des Lebens und für den süßen Geschmack der Malzdextrose.
L.Credi wollte Bäume pflanzen. In mehr als 70 Jahren würden diese Bäume zu imposanten Gestalten heranwachsen und die Stadt mit ihrem kühlenden Schatten erfüllen. Sie bat die Eltern der neuen Erstklässler, zum Schulanfang einen Samen eines typischen Baumes aus ihrer Heimat mitzubringen. Schnell hatte sie eine bemerkenswerte Sammlung von Samen zusammengetragen, von majestätischen Affenbrotbäumen bis hin zu stolzen Dattelpalmen und exotischen Gummibäumen. Selbst Eichen hatten ihren Weg in ihre Obhut gefunden. So würde ein wahrhaftig einzigartiger Wald entstehen, der über verschiedenste Klima- und Vegetationszonen hinweg seine Arme ausbreitete.
L.Credi hatte sich 100 Quadratmeter inmitten der pulsierenden Innenstadt gesichert, um dort die zarten Setzlinge einzupflanzen. Mit ihrer Bewegung, die als „Zuhaitza“ bekannt wurde, entfachte sie eine Flammenwoge, die sich mit „Fridays for Future“ vereinte und um die ganze Welt fegte. „Zuhaitza“ – ein Wort, das auf Baskisch Baum bedeutete – wurde zum Symbol des Kampfes gegen den Klimawandel und zur unverkennbaren Stimme für die unersetzliche Bedeutung der Bäume in unserer Zukunft.
Kommissarin Petra Schweger betrat die Wache an diesem Morgen mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Nach einem wohlverdienten Urlaub war sie gut gelaunt und voller Energie. Die Sonne schien, und es versprach ein angenehmer Tag zu werden. Um 9 Uhr stand die erste Vernehmung auf ihrem Plan, bei der der Beschuldigte Thomas D. auf sie wartete. Dieser hatte eine Verbrechensserie begangen, bei der er in einer einzigen Nacht in Bielefeld über 20 Ladekabel von Elektroautos gestohlen hatte. Ein äußerst lukratives Geschäft, bedenkt man den Wert dieser Kabel.
Ein Tesla-Ladekabel allein kostete knapp 400 Euro, andere Laden waren ähnlich teuer. Universelle Kabel akzeptierte Musk nicht. Angesichts der steigenden Anzahl von Elektroautos und Plug-in-Hybriden auf den Straßen wurden diese wertvollen Gegenstände zu einer begehrten Beute für Kriminelle. Thomas D. erwies sich als echter Profi in seinem Handwerk. Selbst tagsüber stahl er die Kabel mitten in der Öffentlichkeit, zum Beispiel auf einem Lidl-Parkplatz, ohne dabei Aufsehen zu erregen. Der Markt auf Ebay florierte, und er machte eine Menge Geld mit seinem Diebstahl.
Die Hersteller von Elektroautos waren sich der Gefahr bewusst und hatten Vorkehrungen getroffen, um den Diebstahl von Ladekabeln zu verhindern. Die meisten Fahrzeuge verfügten über Verriegelungsmechanismen, um das Kabel zu sichern, wenn das Auto unbeaufsichtigt war. Doch Thomas D. kannte alle Tricks und wusste, wie er diese Mechanismen umgehen konnte.
Für die meisten Elektroautobesitzer war das Aufladen zu Hause am bequemsten. Allerdings waren selbst private Einfahrten nicht immer vor neugierigen Blicken geschützt. Die Garagentore erwiesen sich als leicht zu knacken, und selbst Vorhängeschlösser konnten Thomas D. nicht aufhalten. Einige Elektroautos verfügten über Schlaufen, an denen das Ladekabel mit einem kleinen Vorhängeschloss befestigt werden konnte, doch auch das war für ihn kein Hindernis. Immer hatte er einen Seitenschneider parat, der ihm den Zugriff auf die wertvollen Kabel ermöglichte.
Es gab zwar die Möglichkeit, das Ladekabel zu sichern, indem man einfach darauf parkte, da Elektroautos schwer waren. Doch das Risiko eines Kabelbruchs war hoch, und somit blieben auch diese Schutzmaßnahmen wirkungslos. Überwachungskameras oder Dashcams könnten eine Option sein, aber Thomas D. hatte stets eine Corona-Maske getragen, wodurch die Aufnahmen wenig nutzten.
Doch nun hatte man Thomas D. erwischt, und die Frage, wie das passieren konnte, brannte auf aller Lippen. An der Schildescher Straße hatten die Betreiber eine neue Elektrotankstelle mit zehn Ladestationen errichtet.
Die neue Elektrotankstelle an der Schildescher Straße war ein belebter Treffpunkt für Autofahrer, die ihre Einkäufe erledigten und ihre Elektrofahrzeuge aufluden. Doch unter dem Schutz des dichten Holunderbuschs lauerte Thomas D. wie ein Schatten. Hier hatte er sein geheimes Versteck, ein unterirdisches Lager für die gestohlenen Ladekabel. Es schien ein perfekter Ort für seine kriminellen Machenschaften zu sein.
Jedoch hatten die Betreiber der Supermärkte nach mehreren Diebstählen eine brillante Idee. Sie kontaktierten die Firma von Anselm Panstedt, einem Mann, der sich auf das Organisieren von Warteschlangen spezialisiert hatte. Seine Firma vermittelte Menschen, die bereit waren, sich freiwillig in eine Schlange zu stellen, sei es für ein begehrtes Produkt, eine Eintrittskarte oder einen Termin. So wurde Sergej Grugisch engagiert, ein wagemutiger Mann mit einem aufgemotzten Einkaufswagen. Doch dieser Einkaufswagen hatte eine ganz besondere Ausstattung.
Sergej fuhr mit seinem modifizierten Gefährt über den Parkplatz, sammelte Müll ein und erhielt dafür eine Entlohnung pro Runde. Es war eine einzigartige Möglichkeit, Geld fürs Laufen zu verdienen, was für ihn zunächst wie ein fantastisches Angebot klang. Doch seine wahre Aufgabe kam erst zum Vorschein, als er bemerkte, dass sich jemand an den Ladekabeln zu schaffen machte. Mit einem einzigen Druck auf den Button 1-10 an seinem Einkaufswagen wurde eine tödliche Kraft entfesselt.
Starkstrom durchströmte die Ladekabel, und der Dieb, ahnungslos, wer oder was ihn erwartete, erlitt einen schmerzhaften Stromschlag. Es geschah am 4. Mai 2023, als Thomas D. seine Hand an dem begehrten Ladekabel des neuen Tesla in der edlen Farbe Moccagold reizte. Ein markerschütternder Schrei entwich seinen Lippen, als der elektrische Schock seinen Körper durchfuhr und seine Hand verbrannte. Völlig unvorbereitet für die neue Errungenschaft der Supermärkte, hatte er keine Chance, dem tödlichen Schlag zu entkommen.
Nach seiner Behandlung im Krankenhaus wurde Thomas D. schließlich zur Vernehmung zu Kommissarin Petra Schweger gebracht. In ihrem Blick spiegelte sich Entschlossenheit wider, denn sie war bereit, die Wahrheit aus dem Täter herauszupressen und Gerechtigkeit walten zu lassen. Der dramatische Vorfall an der Elektrotankstelle sollte nicht ungesühnt bleiben, und Thomas D. würde die Konsequenzen für seine kriminellen Taten zu spüren bekommen. Die Jagd nach der Wahrheit hatte begonnen, und Kommissarin Petra Schweger würde nicht ruhen, bis sie das Rätsel um die Serie der Ladekabeldiebstähle endgültig gelöst hatte. Sollte Thomas D. Mitglied einen großen Clans sein? Petra grübelte.
Anselm Panstedt konnte seinen Beruf als Energieberater nicht mehr ausüben, nachdem sein Gehirnchip einen Kurzschluss erlitten hatte. Er war aus der Bahn geworfen, aber nicht untätig und passiv. Als er einen Termin beim Neurologen hatte und trotzdem zwei Stunden beim Arzt warten musste, kam ihm eine neue Idee. Ob für Konzertkarten oder ein neues Smartphone: Es gibt Dinge, für die stehen Menschen stundenlang Schlange – oder zelten sogar. Wer das nicht will,s ollte sich vielleicht einen professionellen Schlangensteher mieten. Das ist das Schöne an solchen Szenarien:
– Es gibt nur noch wenige Karten für ein besonderes Event.
– Ein neues, begehrtes Produkt kommt auf den Markt
– Sehenswürdigkeiten, für die man lange anstehen muss, wie der Petersdom im Vatikan
– In Disneyland gibt es eine neue Attraktion.
Zeit ist ein knappes Gut, und bevor wir selbst stundenlang untätig in der Schlange stehen, könnte das jemand anderes für uns erledigen. Anselm hat eine App entwickelt, in die man eintragen kann, für wie lange man wo jemanden braucht – und wenn es ein „Match“ gibt, dann gibt es einen Wächter für meinen Platz in der Schlange.
Anselm nimmt 30 Euro pro Stunde. Wenn es länger dauert, gibt es auch Tagespauschalen, die je nach Anbieter zwischen 600 und 800 Euro pro Tag liegen. Bei schlechtem Wetter wird es teurer. In den USA gibt es jedes Jahr mehr als 30 Milliarden Stunden Wartezeit.
Und Anselm sah gut aus, hatte immer einen Stuhl in der Schlange, studierte den Brockhaus und war braun gebrannt. Auf seinem Tablet organisierte er die nächsten Termine.Und er wurde immer öfters gebucht.
Er war der erste, der es seinem gut betuchten Kunden Hans Müller ermöglichte, sich in das Kondolenzbuch für Queen Mum einzutragen. Müller war der Erste, der US-Präsident Donald Trump zu seiner Wahl gratulierte. Er war der erste, der mit Wladimir Putin einen ukrainischen Wodka trank.
Das Warten in der Notaufnahme oder in der Arztpraxis war für viele ein Problem. Anselm konnte nun über die App einen Termin vereinbaren. Er saß dann im Wartezimmer und wenn er aufgerufen wurde, gab es eine Push-Mail an den Kunden. Da man in der Regel immer noch im Sprechzimmer des Arztes warten muss, schafften es die Patienten.
Neu war auch das Warten in der Callcenter-Warteschleife. Hier berechnete Anselm 50 Euro für ein Beratungsgespräch, um die persönlichen Daten des Kunden aufzunehmen. Dann rief er das Callcenter an. Auch dafür bekam er pauschal 50 Euro. Später noch einmal 50 Euro, um dem Kunden die Lösung zu präsentieren.
Dann baute Anselm sein Geschäft in Italien auf. Sein Geschäftspartner wurde Giovanni Giuli
Etwa 400 Stunden pro Jahr steht jeder Italiener in Warteschlangen. Dies hat sich Giovanni Giuli zunutze gemacht.20 Euro pro Stunde zahlen ihm Leute, die keine Lust auf nerviges Anstehen haben.
Flanellmantel, Nadelstreifen, Krawatte, eine elegante Aktentasche und die Brille mit leichtem Stahlgestell: Für einen Anwalt oder Steuerberater würde man Giovanni Giuli halten, wenn man in einem Mailänder Postamt neben ihm in der Schlange steht. Die ist sehr lang, und die Nummer auf seinem Ticket verheißt nichts Gutes – noch 26 Kunden sind vor uns dran. Trotzdem gibt sich Giovanni Giuli geduldig, lächelt höflich und winkt sogar ab, als die Dame hinter dem Schalter ihn mit einem Handzeichen nach vorne durchwinken will. Warum?! „Ich wär ja blöd!“, sagt er. „Ich verdiene doch gutes Geld dafür.“ Wofür? „Fürs Schlangestehen.“
20 Euro pro Stunde zahlen ihm Leute, die keine Lust oder Zeit haben, Stunden oder sogar Tage in Post, Bank und Ämtern zu verbringen. Giovanni Giuli ist der erste professionelle „Codista“, der Schlangesteher Italiens.
Das Wort „Codista“ kommt von Coda, Schlange, und die sind in Italien gefürchtet. „Die Schlange am Schalter ist deine? Ab heute ist sie meine“, lautet Giovanni Giuli’s Slogan, seit er vor zwei Jahren diesen Job übernommen hat. Er brummt und das ist kein Wunder. Schlangestehen kostet die Italiener 40 Milliarden Euro.
Statistiken zeigen, dass jeder Italiener rund 400 Stunden im Jahr in der Schlange steht, um einen neuen Pass, einen Einschreibebrief, eine ärztliche Bescheinigung oder einen Führerschein zu bekommen.
Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter im Schnitt 269 Stunden oder rund 34 Arbeitstage damit beschäftigen, Gebühren oder Steuern bei Behörden zu bezahlen – mehr als doppelt so viel wie in Frankreich oder Großbritannien. Am schlimmsten ist es in den Ämtern der Hauptstadt Rom. Fast die Hälfte der Bürger muss mindestens 20 Minuten an den Schaltern warten. Banken, Versicherungen und Ämter aller Art bieten zwar auch in Italien Online-Dienste an, „aber viele ältere Menschen nutzen sie noch nicht“, sagt Giovanni Giuli. Und bei kniffligen Fragen müsse man auch heute noch persönlich zum Schalter gehen.
Jetzt schult er auch. Nach Anfragen „aus ganz Italien“ hat er einen Kurs organisiert, den er per Skype anbietet. Für 500 Euro lernen die Neulinge die richtigen Umgangsformen, aber auch, wie man ein Formular ausfüllt, auf welchen Ämtern man welche Regeln beachten muss, welche Rechte und Pflichten ein Bürger am Schalter hat. Oft seien die Schalterbeamten nicht richtig geschult – „dann muss man sich eben selbst helfen können“.
Und jedesmal verdient der Bielefelder Anselm Panstedt mit. 2024 wird er an die Börse gehen. Anselm hatte es geschafft. Anfragen aus aller Welt lagen vor.
„Mist, wo liegt denn meine Schlüssel?“ Anselm Panstedt, Energiebeauftragter und Investor einer explorierenden Solarfirma suchte ständig etwas. Zuletzt verlor den Weg zum Kühlschrank. In seinem Auto quakte ein Navi und brachte ihn zum nächsten Aldi-Markt. Anselm vergaß ständig die Börsenkurse und die Strompreise der Regulierungsbehörde, war er doch als Energiebeauftragte abhängig von diesen Daten. Als er dann auch noch den Hochzeittag und den Nikolausauftritt seines Enkels verpasste, musste etwas geschehen.
Es tat nicht doll weh. Er fühlte sich wie nach einer durchzechten Nacht und warf sich zwei Aspirin ein. Eine kleine Beule war am Kopf. Das sah zwar blöd aus, aber bald werden Millionen von Menschen so aussehen. Und sein Bankkonto war um 100000 Euro schwerer. Die bekam er, weil er ein Versuchs-Objekt war. Anselm wollte es. Einen Chip im Hirn. Warum nicht.
In einer bahnbrechenden Ankündigung teilte das von Elon Musk, dem Eigentümer von Twitter, gegründete Unternehmen Neuralink mit, dass es die begehrte Genehmigung der US-Gesundheitsbehörde FDA erhalten hat, Computerchips im menschlichen Gehirn zu testen. Ein wahrhaft revolutionärer Schritt auf dem Weg zur Verschmelzung von Mensch und Maschine!
Schon im Dezember letzten Jahres hatte Musk die Welt mit seiner Präsentation des Startups in Staunen versetzt, als er verkündete, dass die atemberaubenden Implantate von Neuralink es ermöglichen würden, mit unseren Gedanken direkt mit Computern zu kommunizieren. Eine Vision, die einst als Science-Fiction galt, wird nun zur Realität! Doch Musk ließ keinen Zweifel daran, dass äußerste Vorsicht geboten ist, um sicherzustellen, dass dieses technologische Wunderwerk einwandfrei funktioniert, bevor es jemals einem Menschen implantiert wird.
Elon Musk, der Pionier mit einem unersättlichen Hunger nach ehrgeizigen Zielen, hat wieder einmal die Welt mit seinem Unternehmergeist in den Bann gezogen. Bisher wurden die faszinierenden, münzgroßen Prototypen ausschließlich an Tieren getestet – eine bloße Vorahnung der bevorstehenden Revolution. Die Ziele von Neuralink reichen jedoch weit über die bloße Unterhaltung hinaus. Das Unternehmen strebt an, mithilfe dieser neuartigen Schnittstellen neurologische Erkrankungen zu heilen, die uns schon so lange geplagt haben. Und als ob das nicht genug wäre, arbeitet Neuralink bereits an weiteren bahnbrechenden Implantaten, die im Rückenmark oder sogar in den Augen eingesetzt werden sollen, um die Mobilität wiederherzustellen oder das Sehvermögen zu verbessern. Musk betont jedoch unermüdlich, dass sein höchstes Bestreben darin besteht, sicherzustellen, dass die Menschheit nicht intellektuell überfordert wird, wenn sie mit den machtvollen Systemen der künstlichen Intelligenz interagiert.
Der Vorhang der Innovation hebt sich weiter und enthüllt eine Zukunft, die einst nur in den kühnsten Träumen vorstellbar war. Elon Musk und sein Team bei Neuralink führen uns in eine neue Ära der menschlichen Existenz, in der die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verschwimmen. Ein Abenteuer voller Chancen, Risiken und unendlicher Möglichkeiten erwartet uns – bereit, die Welt, wie wir sie kennen, für immer zu verändern.
Anselm wurde zu regelmäßigen Besuchen im Labor gezwungen, alle zwei Tage. Dort wurden nach und nach alle Daten auf seine Hirn-Festplatte hochgeladen, die erforderlich waren, um ihn zu einem Supermenschen zu machen. Er musste nicht wissen, wann Jungen normalerweise Schuhgröße 31 haben, aber die Möglichkeit, Google Earth in seinem Gehirn zu haben, war schon beeindruckend. Und natürlich das gesamte Wikipedia. Alles wurde über Bluetooth in sein Gehirn übertragen. Anselm fühlte sich großartig. Mit jedem Tag mutierte er mehr und mehr zu einem Superhirn. Mit all diesem Wissen konnte er Bundeskanzler, vielleicht sogar Papst oder sogar Gott werden? Natürlich musste er sein Wissen vorerst für sich behalten. Wenn alle Nerven erfolgreich zusammenwachsen würden, könnte Anselm in einem Jahr die Generalvertretung für Bielefeld, nein, für ganz Nordrhein-Westfalen übernehmen und die Menschen für Neuralink gewinnen. Und er würde den IPO-Termin von Neuralink frühzeitig erfahren, um rechtzeitig Millionen in das Unternehmen der Welt zu investieren.
Für Anselm sah die Zukunft rosig aus. Doch sein Chip schützte ihn nicht vor externen Einflüssen. Er fuhr mit dem Fahrrad auf Bielefelds neuer Fahrradstraße, aber es lagen Scherben auf dem Weg und er stürzte, als sein Vorderrad platzte. Anselm brach sich den Arm und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Es wurde ein MRT durchgeführt. Während er in der Röhre lag, machte er sich keine Sorgen. Natürlich durfte er nicht verraten, dass er ein Prototyp des Hirn-Chips war. Aber das sollte kein Problem sein. Es sollte nur der Arm untersucht werden.
Matthias Cardano, ein Mitarbeiter in der Radiologie, programmierte den MRT-Schlitten, auf dem Anselm lag. Er versicherte ihm, dass sein Kopf nicht in die Röhre müsse. Anselm log. Er behauptete, Platzangst zu haben. Matthias steuerte das MRT-Gerät über seinen Computer. Alles lief nach Plan. Matthias hörte nebenbei Radio, da das Klopfen des MRT-Geräts so laut war. Sein Lieblingsverein spielte in Magdeburg und er jubelte, als die Blauen Götter das Tor zum Klassenerhalt schossen. Matthias sprang auf, jubelte und stieß versehentlich mit dem Ellenbogen gegen den Joystick der MRT-Anlage. Schwupps, schoss Anselm mit dem Schlitten komplett in die Röhre. Mit dem Kopf zuerst. Es dauerte nur Sekunden, bis Matthias alles wieder neu einstellte, aber Anselms Chip wurde von magnetischen Strahlungen getroffen. Computerchips und Magnete vertrugen sich nicht.
Anselms Neuronen spielten verrückt. Er sprach wirr in zwanzig verschiedenen Sprachen, hielt sich für den Papst und Lady Gaga gleichermaßen. Er machte einen Veitstanz.
Der Begriff „Veitstanz“ wurde früher verwendet, um die krampfartigen Zuckungen bei Menschen zu beschreiben, die an der Nervenkrankheit Ergotismus litten. Diese Erkrankung wurde durch eine Vergiftung mit Ergotamin verursacht, einem Nervengift, das im Mutterkorn vorkommt. Heutzutage wird der Begriff „Veitstanz“ nicht mehr verwendet, aber er wird neu im Zusammenhang mit dem Hirnchip benutzt. Diese Erkrankungen sind durch Zuckungen und unwillkürliche Bewegungen gekennzeichnet.
Selbst seine Organe gerieten durcheinander, sodass er die Kontrolle über seine Körperöffnungen verlor. Selbst sein vegetatives Nervensystem war durcheinander. Seine Augen verdrehten sich und er wurde von der Orthopädie in Psychatrie verlegt. Matthias wurde vom Dienst suspendiert.
„Halimax“ – so nannte er das neue Gerät. Er baute sogar ein Gehäuse als Heimstätte für die neue Errungenschaft, die viel Arbeit abnehmen sollte. Es war ein Koloss von der Größe zweier Schuhkartons und doch erstaunlich leise. Herr Wattenmeid war voller Vorfreude und erfreute sich am Anblick des ersten perfekt gemähten Rasens. Halimax musste er einfach besitzen, schließlich glänzte der Rasen seines Nachbarn wie das Wohnzimmer von Boris Becker in Wimbledon. Herr Wattenmeid ließ Halimax in den Nachstunden arbeiten, tagsüber wollte er sich schließlich auf dem Rasen entspannen.
Doch am nächsten Morgen war Herr Wattenmeid entsetzt, als er seinen Rasen betrachtete. Überall waren rote Streifen zu sehen. Wo kamen die her? Mit zittrigen Händen berührte er die roten Linien und stellte fest: Es war Blut! Rasen konnte doch nicht bluten. Dann entdeckte er den Schrecken unter dem Kirschlorbeerbusch. Dort lagen sie – die Opfer. Igel ohne ihre kleinen Füßchen und zwei zerquetschte Amselbabys, die den Weg zurück ins Nest nicht mehr gefunden hatten. Daneben fand er die Überreste einer Erdkröte, die den Rasenmähroboter für ein Mr. Bombastisches Krötenmännchen gehalten hatte.
Seitdem Gärten ihre Besitzer nicht mehr ernähren müssen, hat der Rasen das Gemüsebeet als zentrales Element abgelöst. Rasen nimmt die größte Fläche ein und wird mit Hingabe gehegt und gepflegt. Er wird gedüngt, von Unkraut befreit und regelmäßig gemäht. Wildblumenwiesen sind in deutschen Gärten eher die Ausnahme. Während das Düngen und Jäten noch von Hand erledigt wird, hält man das Gras inzwischen oft mithilfe von Mährobotern kurz. Diese kleinen Ungetüme tuckern eigenständig und vollautomatisch über den Rasen und schneiden alles kurz und klein – nicht nur die Grashalme, sondern auch häufig die wilden Tiere, die dort nach Futter suchen und nicht schnell genug flüchten können. Früher trafen sich in Herrn Wattenmeid, Dachs, Auerhahn, Luchse und kleine Wölfe. Aber heute, selbst eine Feuerwanze war schon lange nicht mehr zu sehen.
Mähroboter sind fahrende Computer mit angeschlossenem Mähwerk. Sie arbeiten autonom und kontinuierlich auf einer vorgegebenen Fläche. Diese wird durch einen Draht eingegrenzt, an dem sich die Geräte orientieren. Ihre Wege innerhalb des Areals finden sie eigenständig, während sie Hindernisse mithilfe eingebauter Sensoren erkennen. Auch das Aufladen ihrer Akkus erledigen die Mähroboter ohne menschliches Zutun. Sobald die gewünschten Mähzeiten programmiert sind, müssen sich die Besitzer nicht weiter kümmern.
Aber was machte man, um die Tiere im Garten zu warnen? Die Stiftung die Waren testen legte ein Baby auf einen Rasen mit einem Prüfarm. Eines Modell von „Halimax“ hatte eine eingebaute Helene Fischer – Tröte, die die Tiere im Garten warnen sollten. Aber das Baby konnte ja nicht laufen. Es war kein echtes Baby sondern ein Dummie.
Herr Wattenmeid dachte an sein baldiges Enkelkind und es schauderte ihn bei dem Gedanken, dass Kinder ohne Finger in die Grundschule eingeschult werden könnten. Dieser grausame nVorstellung konnte er nicht tatenlos zusehen. Entschlossen nahm er „Halimax“ mit in seinen Werkstattkeller. Dort begann er, ihn zu einer Art Thermomix umzubauen und besorgte sich eine Sense. Von nun an würde er zweimal im Jahr selbst zur Mahd schreiten. Doch bevor er mit dem Schnitt beginnen konnte, musste er das Sensenblatt dengeln, um es zu schärfen und das Gras präzise zu schneiden.
Die Sense war ein antikes Mähwerkzeug, das einst den großflächigen Getreideanbau ermöglichte, erinnerte sich Wattenmeid nach einen Kurs in der Volkshochschule. Früher klopften die Landwirte mit einem speziellen Hammer die Schneidekante platt, um sie scharf zu machen. Dieses Verfahren erforderte viel Erfahrung und eine ruhige Hand. Doch heutzutage waren solche Fähigkeiten nur noch wenigen bekannt. Stattdessen griffen die Menschen zu modernen Hilfsmitteln wie dem sogenannten Schlagdengler. Herr Wattenmeid war dankbar für seine Erfahrungen mit Halimax und dankte dem Herrgott.
Mit Stolz erlangte er die erste Schlagdenglermetzlerurkunde Ostwestfalens.
Immer noch erschüttert von den grausamen Folgen, die Halimax auf seinem Rasen angerichtet hatte, nahm Herr Wattenmeid die Sache nun selbst in die Hand. Kein Tier sollte mehr unter den rasenden Klingen des Roboters leiden. Mit jedem Schnitt der Sense und jedem geschärften Sensenblatt schwor er sich, die natürliche Ordnung wiederherzustellen und den Garten zu einem sicheren Rückzugsort für die Tiere zu machen. Sein Enkelkind sollte in einer Welt aufwachsen, in der Mensch und Natur in Harmonie leben konnten. Mit Entschlossenheit und dem Mut eines Löwen stellte er sich der Herausforderung und wurde zum Hüter der Tiere in seinem Garten und übernahm später den heimischen Tierpark.
Kommissarin Petra Schweger wurde wieder gerufen. Sie musste in den Kindergarten, weil dort ein Kind durch einen Wurm getötet wurde. Petra dachte, dass ist ein Scherz der Bild – Zeitung, aber als hinter ihrem Dienstwagen noch ein Sanitätswagen rollte,in dem zwei Männer mit Schutzmaske und Helm fuhren, wurde ihr mulmig. Was war passiert?
Es war ein sonniger Morgen im Kindergarten „Giraffennest“, als die Kinder beim Spielen plötzlich auf etwas Seltsames im Sandkasten stießen. „Guck mal, Frau Schulze-Happenstett! ich habe einen schleimigen Wurm gefunden!“ rief Ida Seifenplatz , vier Jahre alt, aus der Erdmännchengruppe und ließ das zappelnde Etwas auf ihrer Nase tanzen. Ida mochte Tiere und in der Bio-WG ihrer Eltern stand der Naturschutz ganz oben. Es waren kleine Würmer, die sich schnell bewegten und seltsam aussahen. Die Kinder waren neugierig und begannen, die Würmer genauer zu betrachten. Doch dann bemerkte die Kindergärtnerin Frau Schulze-Happenstett, dass es sich um den gefährlichen fleischfressenden Wurm namens Obama Nungara handelte, der in ganz Deutschland für Aufregung sorgte.
Sie schlug Ida Seifenplatz mit voller Pulle ins Gesicht, damit der Wurm möglichst weit wegfliegt. Ein Kontakt mit dem Wurm ist tödlich. Sie rief die Eltern des Mädchens an, dass sie den Körper des Mädchens abholen können und dann das Bundesamt für Naturschutz (BfN) an, um den Fund zu melden. Das BfN bestätigte, dass es sich tatsächlich um den gefährlichen Wurm handelte und dass er sehr gefährlich für die Umwelt und andere Tiere werden könnte. Die Kinder waren fasziniert von diesem seltenen Tier und wollten mehr darüber erfahren.
Frau Schulze-Happenstett erklärte den Kindern, dass der Obama Nungara aus Brasilien stammt und vermutlich mit Topfpflanzen nach Europa eingeschleppt wurde. Obama Nungara ernährt sich von Regenwürmern, Schnecken und Planarien (Plattwürmer). Unter Laborbedingungen frisst er auch Aas. Aber man muss diesen Wurm leider töten. Dazu gab es zwei Möglichkeiten. Entweder man streut Salz drauf oder befördert ihn in Seifenlauge.
Frisst der Wurm also auch die Schädlinge weg? Ja! Aber: „Durch Fraßdruck vor allem auf Regenwürmer könnten Auswirkungen auf das Nahrungsnetz sowie auf die Bodenqualität vorhanden sein. Der Wurm hat in Europa keine natürlichen Feinde, könnte also zur Plage werden.
Obama Nungara wurde erstmals 2016 beschrieben. Das BfN hält es für möglich, dass er schon früher beobachtet, aber falsch eingeordnet wurde: „Wahrscheinlich wurde er längere Zeit in Europa übersehen.“ Seither wurde er in Westeuropa in zehn Ländern nachgewiesen. Speziell in Frankreich hat er sich weit verbreitet. In Deutschland wurde er in Baden-Württemberg und in Bayern gesichtet.
Der Wurm kann sich asexuell sehr schnell vermehren. In Frankreich sind erste große Gemüseanbaugebiete bereits betroffen. Jedes Gemüseteil wurde auf dem Großmarkt mit speziellen Scannern durchleuchtet, damit man das Viech entdeckt.
Die Kinder waren beeindruckt von dem Wurm, aber sie verstanden auch, dass er eine Bedrohung für die Umwelt darstellt.Was sollten sie denn nun tun und was sollten lernen? Durften sie töten? Oder sollten sie das ihre Mama fragen? Und wie sollten die KindergärtnerInnen die asexuelle Vermehrung erklären? Eine Stunde nach dem Vorfall, stand die Polizei, das Jugendamt und die Feuerwehr vor dem Kindergarten. Das Giraffenest wurde für immer geschlossen. Petra Schweger konnte nichts mehr tun.
Horst war seit seiner Kindheit ein großer Fan vonArminia Bielefeld Er hatte unzählige Spiele besucht und seine Liebe für den Verein wurde nur stärker mit jedem Spiel, das er sah. Doch in dieser Saison hatte der Verein einen schlechten Lauf und konnte nicht genug Punkte sammeln, um den Abstieg zu vermeiden.
Für Horst brach eine Welt zusammen, als er die Nachricht erfuhr, dass sein geliebter Verein abgestiegen war. Er war am Boden zerstört und konnte es nicht fassen, dass er nächste Saison in einer niedrigeren Liga spielen würde. Horst hatte so viele Emotionen für seinen Verein und konnte nicht glauben, dass all das, wofür er so hart gekämpft hatte, nun umsonst war.
Er erinnerte sich an all die Freude und den Jubel, den er beim Gewinn der Meisterschaft oder beim Einzug in den DFB-Pokal erlebt hätte. Diese Erfolge waren für ihn als Fan unvergesslich und er hatte so viel Hoffnung und Stolz in seinen Verein gesteckt. Aber diese Titel erreichte Arminia immer nur in Horsts Träumen.
Doch jetzt fühlte er sich nur noch leer und traurig.
Die Gedanken an die Zukunft des Vereins bereiteten ihm zusätzlich Sorgen. Würden die besten Spieler bleiben oder würden sie zu anderen Vereinen wechseln? Würde der Verein genug Geld haben, um wieder aufzusteigen? Horst konnte nicht anders, als sich zu fragen, wie es weitergehen würde und ob er jemals wieder dieselbe Leidenschaft und Begeisterung für seinen Verein empfinden würde.
Horst war nicht allein in seiner Traurigkeit. Viele Fans des Vereins fühlten sich ähnlich und der Abstieg hatte eine große Wirkung auf die gesamte Stadt. Auf dem Jahnplatz sammelte sich die Trauergemeinde. Doch Horst war ein Fan, der alles durch seine Liebe zum Verein gegeben hatte. Er würde immer ein Arminia-Fan bleiben und hoffte, dass der Verein bald wieder in der ersten Liga spielen würde, damit er wieder das Glück und die Freude spüren konnte, die er so sehr vermisste. Aber was machte Horst im Sommerloch? Er braucht einen neuen Kick, einen Kick, den ihn der Verein aus Telgte-West nicht geben konnte.
Derzeit hat Arminia Bielefeld mehr als 10000 Fans. Die Vereinsfarben sind Schwarz (Niedergang), Weiß (ich ergebe mich – Fahne) und Blau (nur blau konnte man sich das Gekicke anschauen)
Der Vereinsname leitet sich vom Cheruskerfürsten Arminius ab, der den Römern im Jahre 9 n.Christus Ostwestfalen beherrschte. Und da kam die Nachricht, dass FANS gesucht wurden. Horst wurde aufmerksam.
Es war die Chance seines Lebens! Die Oscar-Preisträgerin Anne Hathaway, bekannt aus dem Kassenschlager „Der Teufel trägt Prada“, könnte bald vor Horst Augen stehen. Für den deutsch-amerikanischen Kinofilm „Mother Mary“ werden dringend etwa 1.000 Komparsen in ganz Nordrhein-Westfalen gesucht. Das Filmteam wird an 40 Tagen von Ende Mai bis Ende Juli die Dreharbeiten komplett in Nordrhein-Westfalen durchführen. An den Extersteinen soll ein Mord geschehen. Eine einmalige Gelegenheit, um hautnah am Set einer internationalen Produktion dabei zu sein. Hörst zögerte nicht und wollte die Chance, ergreifen in einer der begehrtesten Filmindustrien der Welt mitzumischen!
Die Produktion „Mother Mary“ an 40 Drehtagen komplett in Nordrhein-Westfalen statt.
Das Drama mit Mysteryelementen erzählt die Geschichte des fiktiven Popstars Mother Mary, der für spektakuläre Bühnenshows und eine treu ergebene Fanschar bekannt ist. Jeder Auftritt muss perfekt inszeniert sein – doch bei einem Konzert kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall, der das Leben der Pop-Ikone verändert und sie in einen Alien.
Die talentierten Komparsinnen und Komparsen sollen einen Zeitraum von einem bis zu acht aufregenden Drehtagen vor der Kamera mitwirken. Sollte Bielefeld wieder im strahlenden Zentrum stehen? Für ihre wertvolle Mitwirkung erhalten sie 120 € brutto (pro Person/pro Drehtag); Die Doubles und Kleindarsteller werden großzügiger mit einer höheren Tagesgage vergütet.
Als passionierte Komparse muss man für einen atemberaubenden Drehtag den kompletten Tag von früh morgens bis spät in die verträumte Nacht einplanen. Gesucht werden insbesondere faszinierende Menschen mit einer internationalen Herkunft. „Eingeladen sind mutige Menschen jeglicher unverwechselbarer Ethnizitäten und Nationen sowie aller mutigen Geschlechter und kreativen Genderidentitäten, im aufregenden Alter von sechs bis 80 Jahren.“
Es ist die Chance ihres Lebens – gesucht werden Komparsen, die in der Produktion als Konzertbesucher, Fans, Roadies, Models, Stylisten, Make-up-Artists, Näher, Schneider, Fotografen und Paparazzi auftreten sollen. Aber das ist noch nicht alles. Die Produktion sucht auch nach Personen, die sich außergewöhnlich bewegen können – aus den Bereichen Pantomime, Tanz und Akrobatik. Der Druck ist hoch, denn es werden nicht nur Komparsen gesucht, sondern auch Kleindarsteller und zwei Doubles für die beiden Hauptdarstellerinnen. Die Doubles haben sogar bis zu 40 Einsatztage – eine Herausforderung, die nur die Besten meistern werden. Aber wer sind die Besten? Die Produktion sucht nach einer weißen Frau mit einer Körpergröße von etwa 1,73 Metern und einer schwarzen Frau von etwa 1,65 Metern. Der Konkurrenzkampf wird hart sein, aber wer sich beweist, wird in der Filmindustrie groß herauskommen.
Horst füllte das Bewerbungsformular aus. Er war keine Frau, zu groß und hatte kein Gardemaß. Aber er war Fans. Leider durfte er sein Arminia-Trikot nur beiden Proben tragen. Ein Rüschenhemd schmückte ihn bei den Live-Aufnahmen.
Englisch:
Welcome to DeepL Horst had been a big fan of Arminia Bielefeld since childhood. He had attended countless games, and his love for the club only grew stronger with every match he watched. However, this season the team had a poor run and could not gather enough points to avoid relegation.
For Horst, his world came crashing down when he learned that his beloved team had been relegated. He was devastated and couldn’t believe that next season, they would be playing in a lower league. Horst had so many emotions invested in his club, and he couldn’t believe that everything he had fought so hard for was now in vain.
He remembered all the joy and cheers he would have experienced when the team won the championship or advanced to the DFB-Pokal. These victories were unforgettable for him as a fan, and he had put so much hope and pride into his club. But Arminia only achieved these titles in Horst’s dreams.
Now he felt empty and sad.
The thoughts of the club’s future also worried him. Would the best players stay, or would they move to other clubs? Would the club have enough money to get promoted again? Horst couldn’t help but wonder what would happen next and whether he would ever feel the same passion and enthusiasm for his club again.
Horst was not alone in his sadness. Many fans of the club felt the same, and the relegation had a significant impact on the entire city. The mourning congregation gathered at Jahnplatz. But Horst was a fan who had given everything through his love for the club. He would always remain an Arminia fan and hoped that the club would soon be playing in the top league again, so he could feel the happiness and joy he missed so much. But what did Horst do during the summer lull? He needed a new kick, a kick that the club from Telgte-West couldn’t give him.
Currently, Arminia Bielefeld has more than 10,000 fans. The club’s colors are black (decline), white (surrender flag), and blue (only drunken could watch the game).
The club’s name derives from the Cheruscan Prince Arminius, who ruled East Westphalia over the Romans in AD 9. And then the news came that FANS were wanted. Horst took notice.
It was the opportunity of a lifetime! Oscar-winning actress Anne Hathaway, known for the box office hit „The Devil Wears Prada,“ could soon be standing in front of Horst’s eyes. About 1,000 extras are urgently needed across North Rhine-Westphalia for the German-American feature film „Mother Mary.“ The film crew will carry out the shooting for 40 days from the end of May to the end of July, entirely in North Rhine-Westphalia. A murder is to take place at the Externsteine. A unique opportunity to be up close and personal on the set of an international production. Horst didn’t hesitate and wanted to get involved in one of the most coveted film industries in the world! The psychodrama with mystery elements tells the story of the fictional pop star Mother Mary, known for spectacular stage shows and a loyal fan base. Every performance must be perfectly staged, but during one concert, a fateful incident occurs that changes the life of the pop icon and turns her into an alien. Talented extras are needed to participate in exciting shooting days ranging from one to eight days on set. Should Bielefeld once again be at the center of attention? For their valuable participation, they will receive a gross fee of €120 per person per day, with doubles and minor actors receiving a higher daily fee.
As a passionate extra, you must plan for a breathtaking day from early morning until late into the dreamy night. People with an international background are particularly sought after. „Brave people of any distinct ethnicity, nation, gender identity, and age between six and 80 are invited.“ This is the chance of a lifetime – extras are sought for the production as concert-goers, fans, roadies, models, stylists, makeup artists, tailors, photographers, and paparazzi. But that’s not all – the production is also looking for people who can move extraordinarily, including in mime, dance, and acrobatics. The pressure is high because not only extras are needed but also minor actors and two doubles for the two lead actresses. The doubles will even have up to 40 shooting days – a challenge that only the best will master. But who are the best? The production is looking for a white woman with a height of about 1.73 meters and a black woman of about 1.65 meters. The competition will be tough, but those who prove themselves will become a big name in the film industry.
Horst filled out the application form. He wasn’t a woman, was too tall, and didn’t have the right measurements. But he was a fan. Unfortunately, he was only allowed to wear his Arminia jersey during rehearsals. A ruffled shirt adorned him during the live recordings.
Kommissarin Petra Schweger war wieder im Einsatz. Diesmal für ihre Mutter, die weinend auf dem Sofa saß. Was war geschehen Marta Schweger, weit in den achziger Lebensjahren hatte eine Freundin, die wegen der Liebe nach Mannheim gezogen war. Was will man eigentlich in Mannheim? Diese …sagen wir mal …Stadt mit dem Duft der BASF wurde aufgepimpt. Die Bundesgartenschau kam an den …… Und Marta Schwegers Freundin Helga Hasensprung sollte einen Sombrero tragen, den Marta mit der Strick-Liesl für ihre Freundin häkelte. Aber daraus wurde nicht.
Helga Hasensprung war eine von siebzehn Golden Agern, die seit Jahren im Mannheimer Karneval mit einer lustigen musikalischen Weltreise durch die Säle der Region tourte. Aber bei der BUGA durften sie nicht auftreten. Die Begründung war:
Ein Teil der Kostüme ist für die Buga-Verantwortlichen untragbar!
„Sechs unserer insgesamt 14 Kostüme, die wir zum Teil mit viel Herzblut selbst geschneidert haben, dürfen wir nicht zeigen, weil sie offensichtlich diskriminierend sind“, sagt die Gründerin der Truppe,
In der circ halbstündigen Show treten die Seniorinnen unter anderem mit mexikanischen Sombrero-Hüten, japanischen Kimonos oder in indischen Gewändern auf und auch in Lederhosen. Yeah
Die Buga-Verantwortlichen sehen sich dadurch in ihrem Anspruch auf „interkulturelle Sensibilität“ verletzt, meinte eine Mannheimer Zeitung.
Also müssen die Kimonos weg, sollen dieDamen nackig tanzen? Und Mexikaner ohne Sombrero? Was soll er sonst aufhaben?
Es war ein Skandal, der die Seniorinnen in ihrer Karnevalsgruppe erschütterte: Sechs von ihren insgesamt vierzehn Kostümen wurden verboten! Wie konnten die Buga-Verantwortlichen nur so ignorant sein? Seniorin Hasensprung verstand die Welt nicht mehr. Ok, viele fanden ihre Show blöd. Aber sie fand Lady Gaga auch blöd und diese Höhlen der Löwen-Ladies auch. Aber das ist Geschmackssache,oder ? Die Seniorinnen hatten die Kostüme mit viel Herzblut selbst geschneidert und waren stolz darauf, in ihnen aufzutreten. Doch statt Applaus ernteten sie Verbot und Diskriminierung.
Zum Glück ließen sich die Seniorinnen nicht unterkriegen und kämpften für ihr Recht, in ihren Kostümen aufzutreten. Sie waren sich sicher, dass weder Inder noch Mexikaner sich von ihren Kostümen beleidigt fühlen würden, und auch die Japaner kleideten sich gerne in Lederhosen und Dirndl auf dem Oktoberfest. Es war ein Kompromiss nötig, aber sie waren bereit, dafür zu kämpfen.
Und schließlich gab es eine Lösung: Das Ballett durfte Ponchos tragen, aber keine Sombreros, und aus den Pharaoninnen wurden ägyptische Arbeiterinnen. Die Flamenco-Kostüme durften zum Glück bleiben. Es war ein hart erkämpfter Sieg für die Seniorinnen, aber sie hatten gezeigt, dass sie sich nicht unterkriegen lassen würden. Und mittlerweile lachte ganz Deutschland über die Stadt der Söhne Mannheims.
Marta Schweger legte die Heino-CD ein und hörte Texte wie:
Das schönste Mädchen in den Bergen
Das heißt Siouxcity-Sue
In einem Wigwam in Montana wohnt sie im Land von Winnetou
Sieben Tage
Sieben Nächte sucht‘ ich sie in der Prärie
Ein Regenbogen in bunten Farben wies mir den Weg
Da fand ich sie! Sie sah mich an mit Märchenaugen
Es war Liebe auf den ersten Blick!
Oder was ist mit diesem Text:
In Rio de Janeiro
In einer klitzekleinen Hafenbar
Saß ein braungebrannter Gaucho
Mit schwarzbraunem Haar
Und um Dolores zu vergessen
Die seine Liebste war gewesen
Sprach er zu Don Philippo
Dem alten Spelunkenwirt
hey, hey
Karamba, Karacho, ein Whisky
Karamba, Karacho, ein Gin
oder:
Schwarzbraun ist die Haselnuss
Schwarzbraun bin auch ich, bin auch ich
Schwarzbraun muss mein Mädel sein, gerade so wie ich
Falleri juwi juwi wi ja ha ha
Falleri juwi juwi wi ja ha ha
Falleri juwi juwi wi ja ha ha
Sollte so etwas verboten werden?
Da kam Marta die Idee. Sie orderte bei dem bekannten Bielefelder Großhändler Shao Li Ping 10.000 Sombreos aus China Da saß Marta also vor dem Eingang der Buga, mit ihrem Haufen Sombreos aus China und einem verkaufsfreudigen Blick im Gesicht. „Stück 10 Euro, der schützt auch vor dem Klimawandel!“, verkündete sie lautstark und die Leute kamen in Scharen, um einen dieser begehrten Hüte zu ergattern. Eine Woche später hatte Marta alle 10.000 Sombreos verkauft und sich eine goldene Nase verdient. Doch damit nicht genug – mit dem Geld konnte sie endlich ihre lang ersehnte Reise ins „richtige“ Mexico mit ihrer Seniorentruppe finanzieren. Carramba.
Bundesgartenschau und Luisenpark haben ab diesem Donnerstag eine neue Attraktion. Das frühere Schmetterlingshaus wurde aufwendig umgebaut. Aha, ein Südamerika Haus mit einer Single Lady Caipirinha. Was das wohl ist ? Hinfahren.