Shean Daver, ein langjähriger Bewohner von Bielefeld, lebte in unmittelbarer Nähe des Atomkraftwerks. Täglich fuhr er dorthin mit seinem Tesla, den er auf der Arbeit kostenlos laden konnte. Es war sein letzter Arbeitstag in Deutschland, ein Tag des Abschieds. Auch er entschied sich für die Auswanderung. Die letzten Atomkraftwerke wurden abgeschaltet, doch die Bedenken und Ängste in Bezug auf Atomkraft waren allgegenwärtig. Aber in Deutschland dachte man nicht über die Zukunft und den Winter. Der September war schön warm, doch der Winter 2024 soll nach Nosferatu apokalyptisch werden. Wen interessiert es beim Latte Macciato an der Lutterpromenade.
In seinem Tesla, der lautlos über die Straßen glitt, suchte Shean Trost in der Serie, die ihm vertraut war – „Die Simpsons“ mit seinem Freund Homer Simpson im Car-TV.
Homer und Shean hatten mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Beide waren in Atomkraftwerken tätig. Homer, zu jung für einen Vollzeitjob, hatte im Laufe der Serie eine Reihe von Teilzeitjobs innegehabt. Doch jetzt genoss er sein Bürgergeld, begleitet von einem leckeren Bierchen auf dem Sofa, während er unaufhaltsam an Gewicht zunahm. Aufgrund der Atomkatastrophe in Japan strebte das Schweizer Fernsehen an, heikle Folgen der „Simpsons“ zu meiden, da Serienstar Homer in einem AKW arbeitete. Auch Deutschland schloss sich dieser Zensur an und wollte die „Simpsons“ nicht mehr im Fernsehen zeigen.
Doch Shean wurde anderswo gebraucht. Er war der Mann, der die Stecker der Atomkraftwerke zog. Aber er konnte sie auch wieder hochfahren und betriebsbereit machen.
Am örtlichen Provinzflughafen stand ein Firmenjet bereit. Mit seiner Frau Petty und den Kindern Melody Joy und Joan Jaely stieg er in den kleinen Flieger. Das Ziel war Silicon Valley, wo Microsoft ihn für eine entscheidende Mission rekrutiert hatte.
Der Microsoft-Konzern plante den Aufbau einer Flotte kleiner Nuklearreaktoren, um die Datencenter ihrer Cloudsparte mit sicherem Strom zu versorgen. Dafür suchten sie Fachleute der Nuklearindustrie. Shean wurde der Programmmanager für Nukleartechnologie, mit der Verantwortung, eine globale Strategie aufzustellen, die auf kleinen Modular- und Mikroreaktoren basierte, so wie es in der Stellenausschreibung beschrieben war.
Microsoft-Chef Satya Nadella betonte, dass ein neues Computerzeitalter angebrochen sei. Die Integration hoch entwickelter Künstliche-Intelligenz-Modelle in die Cloudsparte verbrauchte mehr Energie als jede andere Computerarbeit, wie Fachleute errechnet hatten. Sheans Aufgabe war enorm: nicht nur zu prüfen, ob kleine Atomkraftwerke die Datencenter der Cloudsparte mit Energie versorgen konnten, sondern auch einen praktischen Plan für den Aufbau einer entsprechenden Mikroreaktorenflotte zu entwickeln.
Dieser Plan war Teil von Microsofts Klimastrategie. Ab dem Jahr 2030 wollte das Unternehmen netto keine Treibhausgase mehr emittieren (Net Zero) und sogar zur Reduzierung der Emissionen beitragen. Dafür investierte der Konzern in Technologien, die Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernen konnten. Microsoft bekannte sich schon lange zur Atomkraft als sauberer Energiequelle. Ein im Frühjahr eröffnetes Datencenter in Virginia konnte dank Atomstrom nahezu 100 Prozent ohne CO2-Emissionen auskommen und wurde entsprechend von Microsoft beworben.
Bill Gates, der Gründer von Microsoft, war ein beharrlicher Verfechter der Atomkraft als saubere Energie. Er hatte das Unternehmen Terrapower gegründet, das derzeit ein Kernkraftwerk im Bundesstaat Wyoming errichtete. Im Mai desselben Jahres hatte das Unternehmen für Aufsehen gesorgt, indem es einen Abnahmevertrag für Strom aus Kernfusionstechnik unterzeichnete. Das Unternehmen Helion versprach darin, 2028 Strom aus seinem Kernfusionskraftwerk liefern zu können. Schließlich konnten bald Mini-Atomkraftwerke in jeder Wohnung in Bielefeld stehen. Shean Daver war ihr Erfinder und wurde im Jahr 2030 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Doch die Welt fragte sich, ob dies der rettende Weg oder eine neue Gefahr war. Nein, die Welt fragte nicht. Alle wollten diese neue Energie haben.
Familie Boddenstedt war voller Freude und Optimismus. Es war endlich soweit – sie hatten gerade das Grundstück vom Makler besichtigt und erworben. Ein neues Kapitel in ihrem Leben begann. Das Grundstück war einfach unglaublich groß – eine Million Quadratmeter! Die Zahl allein erfüllte sie mit Staunen. Eine solche Fläche bot unzählige Möglichkeiten.
Die Kosten für das Grundstück, die Notargebühren und auch für einige notwendige Formalitäten waren erstaunlich gering – nur 100 Euro. Diese Gelegenheit konnten sie einfach nicht verpassen. Sie wollten weg, weg aus Deutschland, weg aus einem Land, das in ihren Augen immer mehr reglementiert wurde. Sohn Peter, der talentierte Didgeridoo-Spieler, sollte endlich den Platz haben, den er für seine Musik brauchte. Das geplante Konzert in Herford war abgesagt worden, aber nun gab es die Aussicht auf eine neue Heimat, wo solche Bedenken nicht im Weg stehen würden.
In der Bielefelder Innenstadt wurde es immer wärmer, doch Tausende Kilometer entfernt entstand eine grüne Oase auf ihrem neuen Grundstück. Zwar war sie noch nicht fertig, aber sie sahen diese Investition als einen Blick in die vielversprechende Zukunft. Neue Klimamodelle deuteten darauf hin, dass die Sahara grüner werden könnte. Die Müllers waren mutige Pioniere, die an diese Vision glaubten, ähnlich den Entdeckern Amerikas oder der Crew von Christoph Columbus.
Die Forschungen zu den Klimaveränderungen zeigten, dass die Sahara in der Vergangenheit mehrmals deutlich feuchter war, und dass solche Feuchtperioden alle 21.000 Jahre auftraten. Die Familie war fasziniert von den Zusammenhängen und der natürlichen Dynamik unseres Planeten. Sie waren begeistert von der Möglichkeit, Teil dieses neuen grünen Wandels zu sein.
„Theodor Fielhage von der Maklervereinigung Maghreb betonte: ‚Die Sahararegion ist ein einzigartiges Tor zwischen Nord- und Subsahara-Afrika sowie innerhalb und außerhalb des Kontinents.‘ Diese Erkenntnisse öffneten Türen für ein besseres Verständnis der Ausbreitung von Arten und der Entwicklung der Menschheit in Afrika.“
Die Boddenstedts begannen, Pläne für eine aufregende Reise in die Sahara zu schmieden. Peter freute sich darauf, sein Didgeridoo inmitten dieser inspirierenden Landschaft ungestört zu spielen. Vater Boddenstedt plante, Sandproben zu nehmen und zu erforschen, ob das Silizium für die Produktion von Solarzellen genutzt werden könnte. Tochter Melanie freute sich auf die köstlichen Plantagendrinks und Mama Boddenstedt auf die Sonne, die ihren ostwestfälischen Teint zum Strahlen bringen würde.
Für die Familie Boddenstedt begann eine neue aufregende Zukunft. Sie wussten, dass die Welt nicht unterging, sondern voller Möglichkeiten und Hoffnung war. Ihr neues Grundstück war der Anfang von etwas Großem – ein Abenteuer, das sie gemeinsam mit Vorfreude und Zuversicht in Angriff nehmen würden.
Familie Boddenstedt war voller Freude und Optimismus. Es war endlich soweit – sie hatten gerade das Grundstück vom Makler besichtigt und erworben. Ein neues Kapitel in ihrem Leben begann. Das Grundstück war einfach unglaublich groß – eine Million Quadratmeter! Die Zahl allein erfüllte sie mit Staunen. Eine solche Fläche bot unzählige Möglichkeiten.
Die Kosten für das Grundstück, die Notargebühren und auch für einige notwendige Formalitäten waren erstaunlich gering – nur 100 Euro. Dazu kamen noch einige Dollar auf de Hand des Wüstensohnes Abdhallah Nasser.
Diese Gelegenheit konnten sie einfach nicht verpassen. Sie wollten weg, weg aus Deutschland, weg aus einem Land, das in ihren Augen immer mehr reglementiert wurde. Sohn Peter, der talentierte Didgeridoo-Spieler, sollte endlich den Platz haben, den er für seine Musik brauchte. Das geplante Konzert in Herford war abgesagt worden. (Siehe lokale Gazetten) Warum?
Die Frage, ob ein Nicht-Aborigine ein Didgeridoo spielen „darf“, ist oft mit dem Begriff der kulturellen Aneignung verbunden. Kulturelle Aneignung bezieht sich auf die Übernahme bestimmter Elemente oder Praktiken aus einer Kultur durch eine andere Kultur, die oft eine dominantere Position in der Gesellschaft hat. In einigen Fällen kann dies problematisch sein, wenn es zu Respektlosigkeit, Stereotypisierung oder Missverständnissen führt. Aber doch nicht bei Peter. E blies das Didgeridoo um damit die Zirkularatmung zu üben, was gut gegen seine Schlafabnoe war. In Bezug auf das Didgeridoo gibt es einige Kontroversen, ob Menschen außerhalb der australischen Aborigines-Kultur es spielen sollten. Einige Aborigines und Unterstützer argumentieren, dass das Didgeridoo ein heiliges Instrument ist und nur von denen gespielt werden sollte, die dazu kulturell berechtigt sind. Andere sehen es lockerer und ermutigen Menschen aus verschiedenen Kulturen, das Didgeridoo zu spielen, solange dies mit Respekt, Wertschätzung und Verständnis für die Ursprünge des Instruments geschieht. Den Schottenrock hatte Peter schon vor Jahren weg gelegt, weil er damit in Ostwestfalen doch sehr auffiel.
Aber nun gab es die Aussicht auf eine neue Heimat, wo solche Bedenken nicht im Weg stehen würden.
In der Bielefelder Innenstadt wurde es immer wärmer, doch tausende Kilometer entfernt entstand eine grüne Oase auf ihrem neuen Grundstück. Zwar war sie noch nicht fertig, aber sie sahen diese Investition als einen Blick in die vielversprechende Zukunft. Ihr Reihenhaus war immer weniger wert. die neuen Umweltauflagen konnte sie Familienvater Boddenstedt nicht leisten.
Neue Klimamodelle deuteten darauf hin, dass die Sahara grüner werden könnte. Die Boddenstedts waren mutige Pioniere, die an diese Vision glaubten, ähnlich den Entdeckern Amerikas oder der Crew von Christoph Columbus.
Sandy-Town statt Puddingtown. Die Boddenstedts gehen in die Sahara.
Die Forschungen zu den Klimaveränderungen zeigten, dass die Sahara in der Vergangenheit nicht immer die trockene Wüste war, die wir heute kennen. Historische Daten und geologische Untersuchungen enthüllten, dass die Sahara in vergangenen Zeiten grüner und feuchter war. Diese Veränderungen waren auf natürliche Klimazyklen zurückzuführen, darunter Änderungen in den Erdumlaufbahnen und der Präzession der Erdachse.
„Theodor Fielhage von der Maklervereinigung Maghreb betonte: ‚Die Sahararegion ist ein einzigartiges Tor zwischen Nord- und Subsahara-Afrika sowie innerhalb und außerhalb des Kontinents.‘ Diese Erkenntnisse öffneten Türen für ein besseres Verständnis der Ausbreitung von Arten und der Entwicklung der Menschheit in Afrika.“
Die Boddenstedts begannen, Pläne für eine aufregende Reise in die Sahara zu schmieden. Peter freute sich darauf, sein Didgeridoo inmitten dieser inspirierenden Landschaft ungestört zu spielen. Vater Boddenstedt plante, Sandproben zu nehmen und zu erforschen, ob das Silizium für die Produktion von Solarzellen genutzt werden könnte. Tochter Melanie freute sich auf die köstlichen Plantagendrinks und Mama Boddenstedt auf die Sonne, die ihren ostwestfälischen Teint zum Strahlen bringen würde.
Für die Familie Boddenstedt begann eine neue aufregende Zukunft. Sie wussten, dass die Welt nicht unterging, sondern voller Möglichkeiten und Hoffnung war. Ihr neues Grundstück war der Anfang von etwas Großem – ein Abenteuer, das sie gemeinsam mit Vorfreude und Zuversicht in Angriff nehmen würden. Die Aussicht darauf, dass die Sahara möglicherweise in der Zukunft grüner wird, verstärkte ihren Glauben an eine hoffnungsvolle und vielversprechende Welt.
Er ist nicht vertraut mit dieser Sache: Shao Li Ping, ein Mann von Tat und für Wärmepumpen, hatte die Generalvertretung für eben diese erhalten. Doch abseits der Technikwelt wurde er zu einer Party eingeladen, eine Nacht der Unwissenheit und unheilvoller Enthüllungen. Die Party war in Kiel, wo Shao mit seiner Familie für ein Wochenende eingeladen wurde. Shao hat den Kurztrip mit einem geschäftlichen Termin vereinbart. Kneipe, Karaoke und Geschäft. Das ist für China normal.
Shao tanzte, ließ das Bier durch seine Kehle fließen und unterhielt sich in geselliger Runde, ahnungslos, dass er am Rande einer Verschwörung stand. Eine Verschwörung, die eine ganze Stadt in den Schatten stellen würde – die Bielefeld-Verschwörung. Bielefeld? Das gibt’s doch gar nicht?
Wie kam es dazu? Shao, ein Gast aus Bielefeld, trat in die Szenerie ein und entfachte unwissentlich den Funken des Rätsels. „Bielefeld?“ flüsterten die Gäste, denn keiner von ihnen hatte je diese Stadt betreten oder gar gesehen. Und so begann die unscheinbare Saga, als ein Spaßvogel die Worte „Bielefeld? Das gibt’s doch gar nicht“ in die Welt entließ.
Doch inmitten dieser Alltäglichkeit erhob sich ein Held dieser Geschichte, ein Meister der Täuschung – Armin Heise ein junger Informatikstudent.
Armin Heise war alt geworden. Er begrüßte Shao mit einem kühlen Pilsbier und erzählte die Geschichte aus den 90er Jahren.
Aus einer unschuldigen Bemerkung heraus formte Armin eine Theorie, die die Welt ins Wanken bringen sollte. Armin, ein Mann von listigem Witz, nahm den banalen Satz „Bielefeld? Das gibt’s doch gar nicht“ und knüpfte daran ein Netz aus Verschwörungstheorien. Wochen später, auf der A2 unterwegs, passierte er die Ausfahrt Bielefeld. Ein Zufall? Oder das Werk des Schicksals? Die Abfahrt war gesperrt, der Name durchgestrichen. „Witzig“, dachte sich Achim und sagte zu sich selbst „Bielefeld scheint es wirklich nicht zu geben“.
Die mysteriöse Verschwörung im Usenet nahm ihren Anfang. Armin Heise wollte diesen Geistesblitz der Welt nicht vorenthalten. Und so entschloss er sich dazu, die SciFi-mäßige Story um Bielefelds mysteriöse Nichtexistenz im Internet, damals noch Usenet genannt, zu veröffentlichen – die Bielefeld-Verschwörung war geboren. Von dort aus breitete sich die Verschwörungstheorie wie ein Lauffeuer aus, ein düsteres Gesprächsthema in den Schatten, durchtränkt von einem Hauch Hollywood. Eine Version der Verschwörungstheorie behauptete gar, dass die Stadt Bielefeld der Zugang zu Atlantis sei. Andere sprachen von kleinen grünen Männchen, die ihr Raumschiff als Universität Bielefeld tarnten, um ihre Existenz vor der Menschheit zu verschleiern. Schon klar.
25 Jahre Bielefeld-Verschwörung. Nachdem sich dieses mysteriöse Internetphänomen irgendwie durchgesetzt hatte, nahm die Verbreitung der Verschwörungstheorie zur Stadt Fahrt auf. Heute, in der düsteren Welt des Internets, wimmelt es von Einträgen zum Kuriosum Bielefeld-Verschwörung. Man möchte fast meinen, dass es aufgrund der medialen Verbreitung heute kaum jemanden in Deutschland gibt, der mit dem Begriff Bielefeld-Verschwörung oder dem Satz „Bielefeld? Das gibt’s doch gar nicht“ nichts anzufangen weiß. Selbst die Bundeskanzlerin bemerkte 2012 nach einem Besuch in Bielefeld, dass sie den Eindruck hatte, tatsächlich dort gewesen zu sein. Seit 1994 verbreitet sich dieser Spruch also dramatisch durchs Land und die Köpfe zahlreicher Menschen und feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Glückwunsch, Armin. Wir freuen uns, dass du es mit deiner Geschichte so weit gebracht hast. Wer hätte das auch nur im Ansatz ahnen können
Shao fuhr mit seiner Familie zurück nach Ostwestfalen.
Seine Familie wirkte unglücklich
Das Stadtmarketing setzte ein Preisgeld in Höhe von einer Million Euro aus für diejenigen, die die Theorie und Behauptung widerlegen könnten, dass Bielefeld in Wirklichkeit nicht existiere. Letztlich schaffte es jedoch niemand, diesen Beweis zu erbringen. Die Stadt erklärte daraufhin den Wettbewerb für beendet und setzte der Verschwörung ein Ende.
Um dieses ungewöhnliche Kapitel zu würdigen, ließ die Stadt einen Gedenkstein im Grünzug am Leineweberdenkmal errichten. Über Wochen hinweg war er hinter einem großen Toilettenwagen verborgen. Doch nun wurde dieser Wagen weggefahren, und der Gedenkstein ist wieder sichtbar – ein stilles Zeugnis für die Beharrlichkeit der Stadt, mit ihrem ganz eigenen Mythos umzugehen.
Diese Informationen waren für Shao wichtig. Wenn nun Kunden zu ihm kamen, dann konnte er mit einer kleinen Anekdote die Barriere für ein erfolgreiches Kundengespräch leicht überspringen.
Ansgar Meyer ließ die Korken knallen. Deutschland ist nicht mehr Weltklasse. Die deutsche Nationalmannschaft kann mit Asien nicht mehr mithalten. Kein Wunder, wenn der Nachwuchs in der A-Jugend nicht mehr gefordert wird. Lieber Trinkpausen mit Actimell statt Leistung und Blutgrätsche. Doch Ansgar war kein Fußballfan. Er war Lobbyist bei der Interessengemeinschaft Wärmepumpe mit Sitz in Berlin. Der Verband gibt jährlich 500.000 Euro für Gehälter aus und hat 770 Mitglieder. Ansgar wurde gut bezahlt und durfte einen mittleren sechsstelligen Betrag für die Interessen der Wärmepumpenindustrie ausgeben, um Entscheidungsträger zu umgarnen.
Ab Januar 2024 gelten nun neue Regeln, die Hausbesitzer kennen sollten. Denn die Neuerungen im Gebäudeenergiegesetz betreffen nicht nur Heizungen. Die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ist beschlossene Sache. Die bekannteste Neuerung ist, dass neue Heizungen ab 2024 zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Doch es gibt noch weitere Pflichten, die die Bundesregierung den Hausbesitzern mit der Novelle auferlegt. Im GEG wurden die Bußgeldvorschriften (§ 108 GEG), die bei Verstößen gegen das GEG greifen, angepasst bzw. erweitert. So kann ab 2024 ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro verhängt werden, wenn Optimierungsmaßnahmen nicht durchgeführt werden oder ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro verhängt wird, wenn Optimierungsmaßnahmen nicht durchgeführt werden. Der bekannteste Beschluss der Bundesregierung ist das Verbot von Öl- und Gasheizungen ab 2024. Das bedeutet nicht, dass Eigentümer diese Heizungen ab Januar 2024 nicht mehr betreiben dürfen und bis dahin ausgetauscht haben müssen. Vielmehr verbietet das Gesetz den Einbau neuer Öl- oder Gasheizkessel, Kohleöfen und generell Heizungen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Ist in der Immobilie eine Heizungsanlage mit fossilen Brennstoffen vorhanden, darf diese bis zum 31.12.2044 weiter betrieben werden. Auch Reparaturen sind bis zu diesem Zeitpunkt gesetzlich erlaubt. Ansgar Meyer telefonierte mit seinem Freund Shao Li Ping in Bielefeld. Shao war durch eine verzockte Immobiliengeschichte leider mittellos geworden und arbeitete als Ordner beim beliebten Stadtlauf „Run and Roll Day“, um etwas Geld zu verdienen. Aber Shao hatte Kontakte. Und er war Chinese und konnte arbeiten. Mehr als sechs Tage die Woche. Ansgar fragte Shao, ob er die Generalvertretung von Hungsong Cooperated in Deutschland aufbauen wolle. Hungsong produziert günstig. In China natürlich.
Ein großes Geschäft wurde vermutet. Rechnet man zusammen, wie viel CO2 nach der Modellrechnung im Klimabericht von 2023 bis 2030 in Deutschland zu viel ausgestoßen wird, ergibt sich eine Klimaschutzlücke von insgesamt 331 Millionen Tonnen. Das Ministerium bezieht sich in seiner Stellungnahme auf ein mittleres Szenario mit „günstigen Rahmenbedingungen“. Das würde laut Institut bis 2030 eine CO2-Einsparung von insgesamt 39,2 Millionen Tonnen bringen. Was? Nur knapp 40 Millionen Tonnen Einsparung? Das geht auch billiger. Ein Tempolimit wäre also ein wichtiger Baustein „ohne Mehrkosten“. Nach einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) könnte ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen jährlich rund 6,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen.
Bis 2030 wären das 40 Millionen Tonnen. Zum Stichtag 1. Januar 2023 waren hierzulande nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes 48,8 Millionen Personenkraftwagen zugelassen und damit so viele wie nie zuvor. Mehr als drei Viertel der Privathaushalte besaßen den Berechnungen zufolge im vergangenen Jahr mindestens ein Auto.
Aber die fahren ja bald alle elektrisch. Wie schaut es aber in der Welt aus mit den CO2 Emissonen. Demnach führt China mit einem Emissionsanteil von 32,9 Prozent die Liste der größten Kohlenstoffdioxidemittenten an. Es folgen die Vereinigten Staaten mit einem Anteil von 12,55 Prozent. Zum Vergleich: Deutschland beteiligte sich 2021 nach Einschätzung der Kommission mit rund 665,9 Millionen Tonnen ausgestoßenem CO2 zu 1,76 Prozent an der weltweiten Emission. Shao überlegte sich, in dieses lukrative Geschäft einzusteigen.Shao überlegte sich, in dieses lukrative Geschäft einzusteigen. Das Aktienoptionspaket war lukrativ. Machen wir den kranken Mann Europas noch etwas malater.
Shao schüttelte den Kopf. Deutschland will durch das neue Gesetz circa 40 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Soviel emittiert China an EINEM TAG! Jeden Tag bis in die Ewigkeit.
(Disclaimer: alle Zahlen sind echte nachprüfbare Fakten)
Kunden brachten die Bilder unaufhörlich zurück – „es ist verflucht!“, hallte es durch die Straßen Bielefelds.
Heinz Hollenbusch hatte einen Pop-up-Store eröffnet, der sich schnell in einen Albtraum verwandelte. Ein Gemälde, das er einst für einen lächerlichen Euro auf einem trostlosen Stadtteilflohmarkt ergattert hatte, hatte sich in einen teuflischen Bannkreis verwandelt.
„Niemand wollte dieses verdammte Bild haben!“, erzählte der Flohmarkthändler verzweifelt. „Für einen Euro kann man es mitnehmen. Es soll sehr alt sein.“
Das Bild zeigte ein kleines Mädchen in einem blutroten Kleid, dessen Augen einem unheimlich durch den Raum folgten. Heinz setzte einen Preis von 25 Euro an, und Anneliese Schulz kaufte es, doch schon nach wenigen Tagen brachte sie es zurück. „Ich will das Bild nicht mehr! Es jagt mir Schauer über den Rücken. Das verdammte Kind starrt mich immer an!“, flüsterte sie ängstlich.
Heinz überlegte kurz angesichts der europäischen Rücknahmegesetzgebung, die auch gebrauchte Artikel zurückforderte, aber Anneliese wollte nicht einmal Geld zurück. So stellte er das unheimliche Porträt erneut ins Schaufenster, diesmal mit einem Rabatt von fünf Euro und einem beunruhigenden Hinweis: „Möglicherweise verflucht.“ Dieser makabre Marketing-Trick zog Interessenten an wie die Motten das Licht.
Doch auch der nächste Käufer kam bald darauf wieder, mit entsetztem Blick und bebender Stimme. „Ich will dieses verfluchte Ding nie wieder sehen!“, schluchzte die Käuferin namens Horst. Also landete das Bild zum dritten Mal im Schaufenster, nun begleitet von der aufdringlichen Frage: „Sie ist wieder da! Zweimal verkauft, zweimal zurückgegeben! Bist du mutig genug?“
Thorben Rudke wagte sich, mutig wie ein Held, das Gemälde für seinen Junggesellenabschied zu erwerben. Sie feierten eine wilde Party in seinem Wohnzimmer, aber am nächsten Morgen brachte er das Bild zurück und flüsterte mit bleichem Gesicht: „Es ist alles zerstört!“ Das Kind auf dem Bild hatte sein Schicksal besiegelt.
Horst behielt jedes Mal den Verkaufspreis ein und erhöhte ihn sogar noch. Ein Wettbewerb entstand: Wer konnte das mysteriöse Kunstwerk am längsten ertragen? Es wurde zu einer Art Achterbahnfahrt der Gruselkunst, die die Menschen faszinierte und entsetzte.
Der Grund für dieses seltsame Phänomen? Es könnte an der Verkaufsstrategie gelegen haben. Psychologisch betrachtet können Emotionen und Ängste verstärkt werden, wenn man sich auf etwas fokussiert oder bestimmte Erwartungen hegt. Die düsteren Augen des Kindes auf dem Gemälde schienen die Betrachter förmlich zu verfolgen und verursachten beklemmende Gefühle.
„Man kann sich auch auf Fotos und Gemälden beobachtet fühlen, besonders wenn der Porträtierte direkt aus dem Bild zu blicken scheint, aus einem Winkel von null Grad“, erklärte Professor Hansmann. „Bei einem leichten seitlichen Blick fühlt man sich gerade noch beobachtet, zum Beispiel, wenn der Porträtierte einem auf das Ohr zu schauen scheint. Wenn die Blickrichtung um mehr als fünf Grad abweicht, fühlt man sich nicht mehr beobachtet.“
Eine Besonderheit des Effekts: „Um den Eindruck zu haben, von einem Bild angesehen zu werden, müssen wir nicht frontal davor stehen“, sagt Dr. Sarah Tölz aus der Forschungsgruppe Kognitive Systeme und soziale Interaktion, die zur Technischen Fakultät und CITEC gehört. „Der Eindruck entsteht auch dann, wenn wir uns links oder rechts und in unterschiedlichen Abständen von dem Bild befinden.
Das Bild wurde schließlich von der Leiterin der örtlichen Kunsthalle, Frau Dr. Hiesenbrink, erworben. Sie ließ einen speziellen Raum für das Gemälde einrichten, in dem Besucher es für fünf Euro betrachten konnten. In diesem düsteren Raum veränderte das Bild die Menschen, und die Kunsthalle erlebte einen nie dagewesenen Ansturm, der finanziellen Erfolg brachte.
Und so wurde Heinz Hollenbuschs fluchbeladenes Gemälde zu einer Legende, die sogar die berühmte „Mona Lisa“ im Louvre in Paris in den Schatten stellte. Ob Frau Hiesenbrink tatsächlich ein Bild von Lisa del Giocondo gekauft hatte? Dieses Kunstwerk wurde zur Sensation Europas, ein Werk, das die Grenzen zwischen Kunst und Realität verschwimmen ließ.
Shao Li Ping hatte genug! Der Punkt war erreicht, an dem er handeln musste, koste es, was es wolle. Shao war vor einigen Jahren aus China geflohen und in Bielefeld gestrandet – ein riskanter Weg über die neue Seidenstraße. Sein Zufluchtsort? Ein Sojamehl-Container, ein schattiges Versteck, das von den Durchsuchungen verschont blieb. Doch das ist erst der Anfang dieser atemberaubenden Geschichte.
In den düstersten Ecken der Xhingpijmer Wirtschaftsabteilung war Shao Li Ping aktiv. In der 3. Brigade tätig, fand er Inspiration in seinem Idol, Xi Jinping, der mit feurigen Worten das chinesische Volk dazu anspornte, die Welt zu beherrschen. Währenddessen operierte Shao’s Freund Yong längst in Deutschland. Ein gewagter Deal war gerade in Hamburg über die Bühne gegangen – die Chinesen hatten Teile des Hafens erobert. Zwar nur ein kleiner Bruchteil, aber ausreichend, um den Fuß in die Tür zu setzen. Während Yong in Bielefeld agierte, enthüllt der volle Umfang dieser Geschichte sich auf meinem Blog.
Shao hatte einst den Gipfel des Wohlstands erklommen, sein Vermögen in Wohnanlagen investiert. Zwischen opulenten Unterkünften für begüterte Studenten und den aufstrebenden Megastädten Chinas, hatte er gewählt. Doch jetzt, ein Schatten seiner selbst, war er bankrott, sein Reichtum dahin. Seine Investitionen waren zu Asche zerfallen. Vertrauen in die „State Guest Mansions“ hatte ihn in den Abgrund geführt.
Die „State Guest Mansions“, einst als prächtige Residenzen für Chinas Elite geplant, waren zu Ruinen verkommen. Ein öder Anblick aus herumirrenden Viehherden und wagemutigen Entdeckern, die sich durch die verlassenen Gemäuer wühlten. Die düstere Siedlung erhob sich in den Hügeln von Shenyang, eine trostlose Überbleibsel von Plänen, die einst von der Greenland Group, einem Immobilienriesen aus Shanghai, geschmiedet wurden. Shao flog von Bielefeld nach China, um sich selbst ein Bild zu machen, wo seine Millionen gelandet sind. Alles Asche ! 2010 begann der Bau, ein Traum von royalem Leben in „europäischen“ Villen, der in nur zwei Jahren zerbarst. Zurück blieben die zerschlagenen Grundgerüste, ein Schattenreich, das die Vorstellung von Apokalypse heraufbeschwört.
Die Jahreszeiten vermischen sich in einem unheimlichen Tanz: Örtliche Bauern pflügen das Land zwischen den verfallenden Villen, legen Felder an. Die einst ungenutzten Garagen dienen jetzt als Heulager, bescheidene Holzzäune formen Gehege für Kuhherden. Ein Bauer fasst das Drama zusammen: „Diese Häuser könnten ein Vermögen wert sein, doch die Reichen haben nie zugegriffen.“ Warum die Siedlung versagt hat, ist im Nebel der Spekulationen gehüllt – korrupte Behörden, schwindende öffentliche Mittel, vielleicht. Als die Regierung gegen unkontrollierte Expansion vorging, bröckelte die Vision.
Das Innere der Villen ist ein Ort des Verfalls, ein Monument des Kontrasts. Dicker Staub und Schutt kontrastieren mit Marmorböden, Kristallsäulen, kunstvollen Kassetten und Intarsien. In einem verlassenen Hauptgebäude steht das Modell der einstigen Pracht – 260 Villen, nun in Trümmern.
Geisterstädte, ein beunruhigender Anblick in einem Land, in dem rund 65 Millionen Häuser leer stehen. Jahrelang trieb der Immobiliensektor Chinas Wirtschaft an, ambitionierte Projekte wurden großzügig unterstützt. Doch eine alternde Bevölkerung und Sorgen um die Zugänglichkeit von Immobilien schufen ein Ungleichgewicht. Das Resultat: verlassene Städte. Thames Town, ein Schanghai-inspirierter Vorort, steht leer. Kangbashi, die „leere Stadt“ in Ordos, ist das Aushängeschild. In der Wüste Nordchinas liegt die Stadt, ein futuristisches Paradies mit Wolkenkratzern, Museen und Stadien – doch von 300.000 erwarteten Bewohnern, sind nur 5.000 übriggeblieben. Ein Spektakel der Dramatik, das die Geschichten eines Landes erzählt.
Die düstere Saga von Kangbashi entfaltet sich in den aufgewühlten Gewässern der 2000er-Jahre. Ein Land, das inmitten riesiger Kohlevorkommen erwachte, verwandelte über Nacht gewöhnliche Menschen in Millionäre. Eine Schatzkammer schien sich zu öffnen, und Regierung sowie Investoren erkannten darin die Chance, in die verborgenen Reichtümer Chinas zu investieren: Infrastruktur und Immobilien. Luxuriöse Apartments schossen empor, vierspurige Autobahnen durchzogen das Land, Parks erwachten zum Leben, und architektonische Meisterwerke schmückten das Land – Zeugen der Kunst, Kultur und des Sports. Kangbashi war dazu ausersehen, das pulsierende Herz einer neuen Wirtschafts-, Kultur- und Politikmetropole zu werden. Doch es geschah etwas Unerklärliches. Die Menge blieb aus, die Stadt der Träume blieb verwaist. Die Ursachen sind so vielfältig wie schicksalhaft: Die verwendeten Baumaterialien erwiesen sich als minderwertig, und potenzielle Bewohner wurden von einer erdrückenden Vermögenssteuer belastet.
Doch vielleicht barg diese Stadt einen Funken Hoffnung für die Rentner Deutschlands. Die Sicherheit ihrer Rente war auf brüchigem Eis. Doch Shao Li Ping, unbeirrt von seinem eigenen finanziellen Desaster, war nicht bereit aufzugeben. Eine brennende Entschlossenheit trieb ihn an, eine heldenhafte Informationskampagne in den Altersheimen Ostwestfalens zu initiieren. Mit einem letzten Funken Hoffnung, in den Augen derer, die Jahrzehnte ihrer Lebenszeit der Arbeit geopfert hatten, wollte er die unwirkliche Stadt als ihren möglichen Zufluchtsort präsentieren. Der Wind des Wandels mochte verweht sein, aber Shao war entschlossen, die verblassten Träume mit einem Hauch von Abenteuer und einem Hauch von Großartigkeit zu erfüllen. In den stillen Korridoren der Altersheime würde sein Ruf nach Veränderung widerhallen, und vielleicht würden die mutigen Seelen, die das Rentenalter erreicht hatten, ihren Blick gen Osten richten, wo eine Stadt, die zu groß für ihre eigene Geschichte geworden war, darauf wartete, von neuem Leben erfüllt zu werden.
Er galt als wohl der älteste und einzige braune Gorilla in ganz Westfalen. Doch nun, tragischerweise, hat Cheeta für immer die Augen geschlossen, wie der schwer gebeugte Tierparkdirektor mit tränenerstickter Stimme verkündete: „Wir verneigen uns vor einem außergewöhnlich langen Leben. Mit über 39 Jahren war er ein erstaunlich betagter brauner Gorilla – der Einzige dieser Art in unseren Gefilden.“ Seine Präsenz, ein Juwel für Westfalen, ist nun unwiederbringlich erloschen. Cheeta trotzte den Jahren und wurde nahezu doppelt so alt wie seine Artgenossen. Schon am 14. Februar 1988 fand er Zuflucht in unserem Tierpark, nachdem er aus einer privaten Haltung in der VIP-Siedlung gerettet wurde, als er schlichtweg zu mächtig für seine ursprünglichen Besitzer wurde.
Nicht bloß ein Tier in unseren Gehegen, sondern ein Leuchtturm der Bewunderung, ein Magnet für die Massen. Trotz seiner hohen Jahre bewahrte er bis vor Kurzem eine erstaunliche Wendigkeit. Aber in letzter Zeit begann er zu schwächeln, seine Bewegungen wurden immer träger, der Hunger schwand, bis er schließlich erlosch. Die Tierpfleger, Biologen und Veterinäre des Zoos standen vor einer schmerzhaften Entscheidung: Das Ende von Cheetas Qualen bedeutete, ihn einzuschläfern und ihn von seinem Leid zu befreien.
Die traurige Nachricht füllte die Schlagzeilen unserer lokalen Zeitung: „Bielefeld trauert um Cheeta – Eine Ära endet“. Eine Stadt ohne Cheeta schien surreal, und wie reagierte die verbliebene Affenfamilie? Die braune Gorillagemeinschaft, die in Bielefeld und darüber hinaus Einzigartigkeit verkörperte, trauerte. Ein Klagelied hallte durch den Zoo, als die Affen ihren Verlust spürten. Sogar Karin Winterscheid, ein Engel im Alltag, die den Jahnplatz von Zigarettenstummeln befreite, Brötchen für Bedürftige besorgte und sich um die Sicherheit der Touristen kümmerte, konnte ihre Tränen nicht unterdrücken. Die Stadt hatte eigens Ampeln für Handy-Nutzer installiert, die das Ampellicht auf den Boden projizierten und vor Gefahren warnten. In ihren Gedanken versunken, rollten Krokodilstränen über Karins Gesicht. Die Tage verstrichen, während Karin still trauerte.
Dann erblickte sie eine Anzeige in der Zeitung. Die Buchstaben glänzten, doch die Worte trugen einen düsteren Unterton: „Gesucht: Helden von außergewöhnlichem Kaliber. Mannshohe Kostüme von mythischen Kreaturen und legendären Gestalten warten auf ihre Träger. Godzilla, Tarzan, und andere sind bereit. Sogar Angela Merkel findet sich unter ihnen. Menschen werden für ein einschneidendes Ereignis gesucht.“ Karin, geplagt von Zeit und Geldsorgen, wählte die angegebene Nummer und fand sich in einem abgelegenen Fachwerkhaus in der Altstadt von Bielefeld wieder. Ein Ort, der schlichtweg nicht zur Größe des Ereignisses passte. Vor der Tür hing ein verdecktes Messingschild – ein unheilvoller Vorbote.
Die Tür öffnete sich einen Spalt breit, und eine Hand zog Karin ins Dunkel. Überwältigt von Angst und Verwirrung wurde das Licht eingeschaltet, und in diesem Moment enthüllte sich die unerwartete Wahrheit: Dr. Schnapendick, der Zoodirektor, stand vor ihr. Karin war sprachlos, als er begann zu erzählen. Seine Augen, gezeichnet von Sorgen, baten um Verständnis. „Unser Zoo ist in Gefahr. Ohne Cheeta verlieren wir nicht nur ein Tier, sondern auch unsere Existenzgrundlage. Die Massen strömten täglich zu uns wegen ihm. Doch jetzt klafft eine Finanzlücke. Entlassungen stehen bevor, Tiere werden freigelassen, und selbst ich werde zum Hilfsfall. Sie müssen uns helfen!“
Karin war überwältigt und sah sich mit einer schicksalshaften Entscheidung konfrontiert. Dr. Schnapendick enthüllte die Einzelheiten: „Wir werden Ihnen ein Affenkostüm geben. Sie tragen es mindestens zehn Stunden am Tag. Egal zu welcher Zeit – Affen haben unterschiedliche Schlafgewohnheiten. Sie erhalten den Mindestlohn: 140 Euro pro Tag, dazu 100 Euro für Ihre Verschwiegenheit. Wochenenden fallen flach. Das ergibt 7.200 Euro monatlich, ohne Rücksicht auf Kinderzuschläge. Niemand darf je erfahren, dass Cheeta nicht mehr ist. Die Besucherströme müssen anhalten. Ihre Pausen verbringen Sie in der Affenhöhle, wo Sie sich mit den Gästen unterhalten, ohne jemals Aggression zu zeigen – besonders nicht vor den Kindern. Verstehen Sie?“
Karin sah sich in die Enge getrieben und akzeptierte widerwillig das Angebot. Ihre Tage verbrachte sie nun im Zoo. Im Affenkostüm schlüpfend, tanzte sie als Gorilla, interagierte mit den Besuchern, und wurde zur Hauptattraktion im Affengehege. Die anderen Affen zogen mit, tanzten, spielten und aßen wie echte Affen. Karin war froh um das Geld, das sie verdiente.
Doch bald stellte sich die anfängliche Euphorie als trügerisch heraus. Besonders herzzerreißend war der Besuch einer Grundschulklasse unter der Führung von Lehrerin L. Credi. Anstelle von Snacks über den Zaun zu werfen, wurden die Schüler in eine Sachkundeeinweisung mit Reiswaffel-Zeremonie verwickelt. Die Junggesellenabschiede brachten zwar manchmal Unterhaltung, doch gelegentlich wagte sich ein ängstlicher Freigeist ins Gehege. Karin befand sich in einem Zwiespalt. Die endlosen Mätzchen und das Nachahmen von Urwaldgeräuschen in der unerbittlichen Hitze des Kostüms wurden fast unerträglich. Dann kam der 17. September – ein Schicksalstag.
Karin ließ das Grunzen und Stöhnen, riss sich die Maske vom Kopf und rief laut:“Ich habe kein Bock mehr. Die Besucher denken, hier wäre ein Affenzirkus!“ Die Affenhorde hörte Karins Wutausbruch. Der Nebenaffe deutete ihr an, dass sie schweigen sollte. „Hör auf, hier rumzuschreiben, sonst verlieren wir alle hier unseren Job! Wir allen brauchen das Geld Superhelden“. Karin fiel aus allen Wolken. Die gesamte Affenbande bestand aus Laienschauspielern.
Tiefer Frust lastete in der Luft. Der Regen goss sich seit Tagen in einem endlosen Strom über die Stadt aus. Karin Winterscheid sehnte sich verzweifelt nach dem Sommer, doch dieses Jahr schien er von grauen Wolken verbannt zu sein. Sie saß gefangen in der öden Betonwüste von Ostwestfalen, hoch oben im düsteren Oberzentrum. Ihre Augen ruhten auf einer Gruppe Jugendlicher, deren Gestalten in dem tristen Umfeld zu verblassen schienen. Doch was sie sah, raubte ihr den letzten Nerv: Sie rauchten weiterhin, und ihre Zigarettenstummel wurden achtlos auf den nassen Boden geworfen. Ein regelrechter Fluch schien über dieser Szene zu liegen.
In Bielefeld hätte das Wegwerfen solcher Kippen bereits Konsequenzen nach sich gezogen – ein kleiner Preis, den die Ordnungspolizei von den Übeltätern fordern würde. Aber das Ordnungsamt hatte Wochenende. In Singapur würden für solch sorgloses Verhalten gar Gefängnisstrafen verhängt. Karin stellte sich vor, ihre Freundin, die Kommissarin Petra Schweger, anzurufen. Aber konnte man überhaupt das rücksichtslose Verschütten von Kippen verhindern?
Die Auswirkungen einer einzigen Zigarette drängten sich in ihre Gedanken: Eine Studie enthüllte, dass sie tausend Liter Wasser verunreinigen konnte. Und dennoch, in der unberührten Natur, landeten Jahr für Jahr Billionen dieser Kippen. Die verheerenden Konsequenzen waren nicht nur für die Umwelt spürbar, sondern auch für die zerbrechliche Nahrungskette der Menschheit. Die Fakten zersplitterten wie ein düsteres Gemälde vor ihren Augen: Forscher hatten vor einigen Jahren im Herzen Berlins im Durchschnitt drei Zigarettenstummel pro Quadratmeter gefunden. Ein düsteres Maximum von 49 Stummeln hatte sie regelrecht schockiert. Überall auf der Welt wurden jährlich unvorstellbare 4,5 Billionen Zigaretten in die unwiderrufliche Umwelt geworfen. Ein Schwall aus Wind und Regen spülte sie gnadenlos in Flüsse und Ozeane, die letzten Rückzugsorte unserer fragilen Welt.
Karin konnte den Blick nicht abwenden von diesem herzzerreißenden Bild. Eine einzige Zigarette – wie konnte das sein? Die verfluchte Kippe vermochte laut einer verhängnisvollen Studie ganze tausend Liter Wasser in schmutziges, unheilvolles Grau zu verwandeln. Und als wäre das nicht genug, freisinnig von den Lippen eines Rauchers entlassen, konnte sie bis zu 7000 Chemikalien und toxische Substanzen freisetzen. Ein düsterer Tanz der Verderbnis, von dem niemand zu entkommen schien.
Die Tragödie erstreckte sich bis in die tiefsten Gewässer. Fische, Larven, winzige Mikroorganismen – sie alle litten unter den Folgen dieser scheinbar harmlosen Kippen. Ein Bild des Todes formte sich vor Karins Augen. Sogar bei Wattwürmern, den unscheinbaren Bewohnern des Meeresbodens, hatte man Mutationen im Erbgut nachgewiesen. Wenn harmlose Speisefische diese zerstörerischen Partikel verschlangen, konnten sie eine unheilvolle Reise durch die Nahrungskette antreten, die schlussendlich beim Menschen landete. Ostwestfalen mochte keine Fischerei bieten, doch die Bedrohung der menschlichen Nahrungskette lauerte auch hier, getragen von einem verheerenden Regen aus Gift.
Forscher hoben den bedrohlichen Finger: Es waren vor allem die vermaledeiten Filter der Zigaretten, die zur Katastrophe beitrugen. Diese unscheinbaren Teile schleusten, unbemerkt von den meisten, Mikroplastik in die belebte Natur. Doch es gab einen Hoffnungsschimmer – biologisch abbaubare Filter könnten die Rettung sein.
Auch die Touristenorte stöhnten unter der Last des Zigarettenmülls. Klagen drangen aus allen Ecken – von Besuchern, von Einheimischen. Die Bielefelder Umweltbehörde beschrieb die Szene des Grauens: Zigarettenstummel wurden achtlos auf Parkbänken entsorgt, Pflanzenkübel dienten als Aschenbecher, und das traurige Resultat waren geschädigte Pflanzen und ein erhöhter Pflegeaufwand. In Köln kämpfte man mit einer regelrechten Schlacht, um Kippen von Kopfsteinpflaster aufzulesen. Die schmalen Spalten des Pflasters verschlangen den Müll gierig.
Dramatisch ergriffen von der Dringlichkeit des Anliegens, setzen Menschen nun an zahlreichen Orten auf verzweifelte „Clean-up-Aktionen“. Hierbei eilen sie mit erhobenen Herzen und bereitwilligen Händen hervor, um Kippen und Unrat ehrenamtlich einzusammeln, als kämpften sie gegen eine unaufhaltsame Flut. In den düsteren Abgründen der sozialen Medien lauert eine Bewegung namens „Litterpicking“, ein Ruf nach Rettung, der von den Herzen und Taten all jener erfüllt wird, die sich dem Kampf angeschlossen haben. Die düstere Szenerie zeigt sowohl Privatpersonen als auch Gruppen von Unbeugsamen: Vereine, Parteien, Künstler und die rebellische Jugend, sie alle strecken die Hände aus, um der bedrängten Welt Hoffnung einzuflößen. Doch das ehrfurchtgebietende Sammeln, wie gewaltige Wellen an einem schier endlosen Strand, kann nur einen Bruchteil der Verwüstung mildern, da die Geister der Schadstoffe bereits unerbittlich aus der Dunkelheit hervorgetreten sind. Und während der Ruf nach Hilfe von Karins Nachbarn im Generationenhaus oder von Lehrerin L. Credi in der Grundschule möglicherweise einen rettenden Hauch in der Ferne verhieß, fanden ihre Worte durch die schmerzhafte Erkenntnis, dass die sonnenverwöhnten Ferien längst verweht waren, keine Erlösung.
Doch unter all den Wolken der Verzweiflung hallt ein verzweifelter Appell der Wissenschaftler wider, der wie ein düsteres Echo in den Ohren klingt: Viele Raucher verharren in einer unwissenden Dunkelheit, die von den Plastikfiltern ihrer Zigaretten gespeist wird, die unaufhörlich die unschuldige Umwelt erdrücken. Eine alarmierende Umfrage des Verbraucherzentrums enthüllt, dass jeder fünfte von diesen irrtümlich glaubt, Zigarettenstummel hätten keine Macht, da sie sich von Natur aus im Wasser und in der Welt auflösen würden. Ein finsteres Missverständnis, das die stille Verwüstung verschleiert.
Entschlossen stehen die Städte auf, um gegen diese Finsternis anzukämpfen. Gemeinschaften vereinen ihre Kräfte, um dem Teufelskreis der Verschmutzung Einhalt zu gebieten. Während die Wolken über Sylt sich drohend zusammenziehen, werden jährlich 10.000 Aschenbecher an die Strände verteilt, wie funkelnde Sterne in einer wolkenverhangenen Nacht. In Köln erstrahlt ein Licht der Hoffnung, als der Hauptbahnhof von einer Flut zusätzlicher Aschenbecher erfasst wird – eine glorreiche Schlacht gegen die Dunkelheit der Verwüstung. Die Worte auf den Hinweisschildern wirken wie Balsam für die geschundene Erde: „Wirfst du deinen Müll in die Umwelt?“ und „Wirf ihn hier rein“. Sie hallen wie ein schützender Zauber wider, der das Böse in die Dunkelheit zurückschickt.
Und dann, wie funkelnde Diamanten im Abendrot, verteilen einige Städte kostenlos Taschenaschenbecher – ein Schimmer der Rettung in der Finsternis. Doch auch der Humor zeigt sich als letzter Strohhalm im Kampf gegen die Dunkelheit, wenn Aschenbecher zu Umfrageboxen werden, deren Schlitz eine Frage aufwirft, deren Antwort nur durch die stillen Kippen gegeben werden kann. „Ostseeascher“ an den Stränden des Meeres oder die provokante Frage, wer stinkt mehr, der Mensch oder das unschuldige Wiesel im Bayerischen Nationalpark, sie alle erinnern an die bittersüße Ironie der Situation.
Und während die Tage ins Land ziehen, lastet das Gewicht aller seit 2019 gesammelten Kippen wie eine düstere Wolke auf der Nationalparkverwaltung – eine Tonne von Erinnerungen an die unermüdlichen Kämpfer im Krieg gegen die Zerstörung.
Der Regen in der Oberstadt stürzt sich weiterhin unaufhörlich auf die Erde, während Karins Kaffee kalt und bitter in ihrer Tasse verharrt. Die Gedanken an die Millionen von Kippen, die wie ein Schatten über ihrer Stadt hängen, lassen sie nicht los. Bald schon wird die Arminia wieder auf dem Spielfeld stehen, und ein Funken Hoffnung durchflutet ihre Seele. Ein Anfang ist gemacht. Mit geschickten Händen und einem Funken Entschlossenheit bastelt Karin aus alten Konservendosen Mülleimer für die Kippen und stellt sich entschlossen vor den Eingang der Südtribüne. Ein Applaus der rauchenden Fans erfüllt die Luft, als Anerkennung für ihre mutige Tat. Karin hat in dieser Dunkelheit ein kleines Licht entzündet, ein strahlendes Zeichen der Hoffnung, das den Weg in eine bessere Welt weist.
Anselm Panstedt, Energiebeauftragter aus Bielefeld, Fachmann für neue Energien, Multimillionär, das Anteilseigner einer chinesischen Solarfirma bekam ein Anruf aus Amerika. Panstedt hatte sein Gehirn mit Neurolink an E.Musk verkauft und war durch eine Behandlung im MRT etwas zerstört worden. Diese Geschichte können Sie hier nachlesen. Anselm Panstedt wusste, dass der Mensch nur circa 10 Prozent seiner Gehirnleistungen nutzt, weil er sich die Synapsen mit Drogen, Fastfood und jeder Menge Tier-Dokus verstopft. Sein Gehirn hatte ein Areal, an das der implantierte Chip nicht herankam. Es war erbsengroß hinterm Ohr und voll mit wahnsinnigen Ideen.
Diese Geschichte kann man hier im Blog nachlesen.
Die US-Regierung sah sich mit der grausamen Realität des unaufhaltsamen Klimawandels konfrontiert. Anselm bekam einen Anruf. Das Schicksal der Welt schien in einer düsteren Lage zu liegen. Um die drohende Erderwärmung zu zähmen, wurde eine faszinierende Idee diskutiert – das Abdunkeln des Sonnenlichts. Ein Vorstoß, der schon von Anselm Panstedt im Jahr 1999 vorgeschlagen worden war.
Angst und Unsicherheit breiteten sich aus, denn die bisherigen Bemühungen zur Reduzierung der CO₂-Emissionen erzielten kaum Erfolge. Die Erde befand sich im Griff einer unaufhaltsamen Katastrophe. Doch es gab noch eine letzte Hoffnung – das Solar Geoengineering. Ein riskantes Manöver, bei dem die Sonneneinstrahlung künstlich vermindert und die Erde abgekühlt werden sollte. Die US-Regierung erklärte sich bereit, einen mutigen Forschungsplan zu verfolgen und beauftragte niemand Geringeren als Anselm Panstedt, diesen auszuarbeiten.
Das Solar Geoengineering, ein Begriff, der in den letzten Jahren immer wieder wie ein düsterer Schatten über dem Klimawandel schwebte. Vier verschiedene Ansätze wurden ins Auge gefasst, jeder von ihnen eine potenzielle Rettung oder ein verhängnisvolles Verhängnis:
Wolken aufhellen:
Teilchen in der Atmosphäre sollten das einfallende Sonnenlicht reflektieren und die Erde kühlen. Ein riskantes Spiel mit den Kräften der Natur, vergleichbar mit den verheerenden Auswirkungen von Vulkanausbrüchen.
Die Wolkenaufhellung, ein machbar erscheinender Ansatz, bei dem Salzwassertröpfchen in den Himmel gesprüht wurden, um die Wolken heller zu machen und mehr Sonnenlicht zurückzuwerfen. Doch wer konnte die ungeahnten Konsequenzen dieses Eingriffs abschätzen?
Erdoberfläche aufhellen:
Eine gewagte Umgestaltung der Erdoberfläche, um mehr Sonnenlicht ins All zu reflektieren ist das Aufhellen der Erde. Häuserdächer werden in strahlenden Farben gestrichen. Alle Häuser der Welt werden weiß angestrichen, wie auf den Postkartenbildern aus Mykonos – eine vermeintlich simple Lösung mit potenziell schwerwiegenden Konsequenzen. Für jeden einzelnen Hausbesitzer. Es kann auch mit einer Billionen Dollar, das arktische Eis wieder aufgebaut werden.
Weltraum-Sonnenschirm:
Der futuristischste Ansatz beim Solar Geoengineering sollten Schirme aufgestellt werden. Aber nicht im Garten.- Bei dieser Methode wird ein großer Sonnenschirm (oder mehrere kleinere) an einem bestimmten Punkt zwischen Erde und Sonne platziert. Elon Musks Raketen standen bereit. Dadurch soll eine permanente partielle Sonnenfinsternis erzeugt werden. Anselm hatte die Zeichnungen in seinem Schreibtisch liegen.
Doch mit den fortschreitenden Untersuchungen kamen auch die Schrecken ans Licht. Forscher warnten eindringlich vor den unbekannten Gefahren einer Sonnen-Verdunkelung. Das Klimasystem, ein komplexes Rätsel, war noch lange nicht entschlüsselt, und die negativen Auswirkungen könnten verheerend sein – eine unausweichliche Tragödie.
Der neue Forschungsplan der US-Regierung ließ die Welt in Atem halten. War es die geballte Macht der USA, die sich nun entschlossen hatte, die Sonne zu verdunkeln? Was sagt China dazu? Der Bericht sollte die Vor- und Nachteile des Solar Geoengineerings beleuchten, doch die Gefahr eines finsteren Alleingangs schwebte wie ein drohender Sturm am Horizont.
In einer dramatischen Mitteilung betonte das Weiße Haus, dass der Bericht vorerst keine Veränderungen in der Politik oder den Aktivitäten der Biden-Regierung bedeute. Der Kampf gegen den Klimawandel bliebe weiterhin auf die Reduzierung von Emissionen fokussiert, doch die düstere Möglichkeit eines drastischen Eingriffs in die Sonneneinstrahlung blieb als Damoklesschwert über der Menschheit hängen.
Das Schicksal der Welt schien auf Messers Schneide zu stehen, und Anselm Panstedt wurde von einer weißen Limousine aus Bielefeld abgeholt, wie ein einsamer Held aus dem grünen Ostwestfalen, bereit, sich der Airforce One am lokalen Flughafen in der Senne zu stellen – ein einsamer Ritter im Kampf um das Schicksal der Erde, eine Bürde, die nur er allein tragen konnte.
Es war der letzte Schultag. Die Bundesjugendspiele werden abgeschafft. Schulaufsichtsbeamter Hügelbusch lud zu einer Podiumsdiskussion ein. Auf der Bühne saßen Lehrerin L.Credi, Sekundärschulleiter Herr Schnepel, die Influencerin Macy und Christina Funk. Funk war stinkesauer und startete eine Petition.
Ihr neunjähriger Sohn kehrte weinend nach Hause, das Herz gebrochen von den Bundesjugendspielen. Eine Teilnahmeurkunde – die schändlichste aller möglichen Auszeichnungen – ist alles, was er erreicht hatte. Doch das ist nicht genug für die Mutter aus Bielefeld. Sie ergreift das digitale Megafon und rief die Politiker dazu auf, diesen gnadenlosen Leichtathletik-Wettbewerb zu verbannen. Die Bundesjugendspiele, behauptete sie, zermürben die Schüler, sind sinnlos und unfair. Von weit her kommen ihre Klagen und finden Gehör bei über 20.000 Menschen, die ihr beipflichten.
Die Bundesjugendspiele, eine Institution seit 1951, wurden einst mit dem Versprechen ins Leben gerufen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu wecken und einen fröhlichen Wettkampfgeist zu entfachen. Doch sie haben das Gegenteil bewirkt. Statt Teamgeist herrscht nun ein Klima des Konkurrenzkampfes, in dem Schüler gegeneinander antreten und ihre Leistungen gnadenlos verglichen werden. Der einstige Spaß am Sport verkümmert zu einem Schatten seiner selbst, während die ganze Klasse zuschaut, wie diejenigen, die weniger begabt sind, bei den Rennen abgehängt werden oder den Ball beim Weitwurf kläglich vor ihre eigenen Füße schleudern. Und was ist mit den anderen Schulfächern? Wann werden dort diejenigen, die Schwierigkeiten haben, öffentlich bloßgestellt? Schüler mit Leseschwächen dürfen sich vor Vorlesewettbewerben drücken und müssen sich nicht der Demütigung aussetzen. Unmusikalische Kinder können den Chorauftritten fernbleiben, ohne dass man sie dafür verurteilt.
Doch das Ausmaß der Ungerechtigkeit kennt keine Grenzen. Die Bundesjugendspiele sind ein weiterer Schandfleck, denn sie setzen auf die erbarmungslose Einteilung nach Jahrgängen. Wie können wir es zulassen, dass kleinere Schüler beim Rennen und Springen von vornherein benachteiligt sind, nur weil sie physisch weniger entwickelt sind als ihre größeren Altersgenossen? Die Wettkämpfe sollten zumindest freiwillig sein, damit sich die Besten mit den Besten messen können. Den anderen blieben so Enttäuschung und Tränen erspart, die ihr zartes Gemüt zerfressen.
Die Zeit ist gekommen, die Stimmen der Vernunft zu erheben, damit diese ungerechte und demotivierende Institution der Vergangenheit angehört. Lasst uns das Leid der unschuldigen Kinder beenden, die sich dem grausamen Scheinwerferlicht der Bundesjugendspiele ausgesetzt sehen. Lasst uns eine Welt schaffen, in der der Sport ein Mittel der Freude, der persönlichen Entwicklung und des Miteinanders ist, anstatt ein Instrument der Scham und der Tränen. Der Ruf der Mutter aus Bielefeld hat eine Flutwelle der Zustimmung entfacht.
In der Aula sprang Schüler Fred Feldmann auf und klatschte. Er hatte ein kleines Bäuchlein, ein Moppelchen mit Flatrate bei McDonalds. Er hasste den Geruch der alten blauen Sportmatten und das Gefühl beim Wählen von Mannschaften immer letzter zu sein. Immer wenn Bundesjugendspiele waren, dann konnte er seinen Schachclub nicht besuchen, den er als Vorsitzender der Primar-Schülerriege leitete. Auch Influencerin Macy applaudierte. Sie hatte 10000 Follower auf Tik Tok, die von Demütigungen durch Mitschüler und vor allem Lehrer berichtete. Fred Feldmann wurde Follower Nummer 10001.
Herr Schnepel sprach sich für die Bundesjugendspiele statt:
„ Die Bundesjugendspiele sind eine gemeinsame Erfahrung, die ihr mit euren Eltern und Großeltern teilt. Seit Jahrzehnten gehören sie zu Deutschland und jährlich nehmen rund fünf Millionen Schüler daran teil. Trotz der Beschwerde von Christine Finke (siehe vorheriger Textabschnitt) hat eine Umfrage ergeben, dass die Mehrheit der Bürger die Bundesjugendspiele behalten möchte. Offensichtlich erinnern sie sich gerne an diese Zeit zurück.
Die Wettkämpfe bieten nicht nur eine willkommene Abwechslung vom Unterricht. Gerade die Tatsache, dass alle Schüler daran teilnehmen müssen, verdeutlicht die Wichtigkeit von Sport. Ärzte beklagen schon lange, dass viele Kinder sich zu wenig bewegen. Ein Wettbewerb, für den sie trainieren und bei dem sie sich anstrengen müssen, kann ihnen nur guttun. Wer weiß schon, ob ein Schüler, der bei den Bundesjugendspielen schlecht abschneidet, nicht gerade dadurch angeregt wird, in Zukunft mehr Sport zu treiben und im nächsten Jahr bessere Leistungen zu erzielen? Jeder geht schließlich unterschiedlich mit Niederlagen um.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den der Leichtathletik-Wettkampf lehrt, ist der Umgang mit eigenen Schwächen. Das Leben besteht nun einmal nicht nur aus Erfolgen – das gilt auch für die anderen Schulfächer. Es wird niemand ernsthaft fordern, eine Mathearbeit aus dem Stundenplan zu streichen, nur weil jemand Schwierigkeiten mit den Aufgaben hat. Warum sollten also für Sportprüfungen andere Regeln gelten?
Es ist doch völlig klar, dass nicht jeder alles gleich gut kann und dass Schüler unterschiedliche Talente haben. Oft glänzen auf dem Sportplatz genau diejenigen, die in Deutschaufsätzen oder Mathearbeiten weniger gut abschneiden. Es ist nur fair, ihnen diesen Erfolg zu gönnen.“
Gaby Haarlich, Dorfschönheit der Klasse 4B, Tennisstar im Vorort pflichtet Schnepel bei. Sie stand gerne im Vordergrund und bestückte die Wand ihres Kinderzimmers monatlich mit Abzeichen und Pokalen, die sie gewonnen hatte.
Ab dem nächsten Jahr werden die Bundesjugendspiele nicht mehr als Wettkampf stattfinden. Damit gibt man den jahrelangen Kampagnen nach. Doch Sport ohne Sieger und Verlierer ist sinnlos. Und auch die Erfahrung des Misserfolgs hilft beim Erwachsenwerden.
Schulaufsichtsbeamter Hügelbusch informierte nun die Anwesenden, dass die Bundesjugendspiele mit der Form der Leistungsmessung nicht mehr stattfinden.
L.Credi, eine leidenschaftliche Grundschullehrerin, hatte sich seit Jahren auf die Bundesjugendspiele vorbereitet und diese mit großer Begeisterung in ihrem Unterricht eingebunden. Sie hatte ihre Schüler motiviert und ihnen geholfen, ihre sportlichen Fähigkeiten zu verbessern. Die Bundesjugendspiele waren für sie ein Höhepunkt des Schuljahres, an dem sie ihre Schüler dabei unterstützen konnte, ihre persönlichen Grenzen zu überwinden und ein Gefühl des Stolzes und der Gemeinschaft zu erleben.
Als L.Credi jedoch die Nachricht erhielt, dass ab dem Schuljahr 2023/2024 nur noch die freiwillige Wettbewerbsform der Bundesjugendspiele in den Klassenstufen angeboten werden würde, war sie zunächst enttäuscht. Sie fragte sich, wie sie diese Veränderung in ihren Unterricht integrieren sollte und ob dies die Motivation und das Engagement ihrer Schüler beeinflussen würde.
Aber L.Credi war eine einfallsreiche und flexible Lehrerin. Sie beschloss, die neue Situation als Chance zu nutzen, um ihre Schüler weiterhin zu inspirieren und ihnen wichtige Werte wie Fairness, Respekt und Teamfähigkeit zu vermitteln. Sie entwickelte alternative sportliche Aktivitäten und Spiele, bei denen ihre Schüler ihre Fähigkeiten und ihren Teamgeist unter Beweis stellen konnten. Sie organisierte kleine Turniere und Herausforderungen, um den Wettkampfgeist aufrechtzuerhalten und den Schülern die Möglichkeit zu geben, sich gegenseitig anzuspornen.
L.Credi erkannte auch, dass die Wettbewerbsform der Bundesjugendspiele immer noch die Möglichkeit bot, den Schülern ein Gefühl des Stolzes und der persönlichen Entwicklung zu vermitteln. Sie setzte sich intensiv mit den individuellen Stärken und Schwächen ihrer Schüler auseinander und ermutigte sie, ihre eigenen Ziele zu setzen und ihr Bestes zu geben. Sie betonte, dass es nicht darum ging, gegen andere Schüler anzutreten, sondern sich selbst zu übertreffen und persönliche Fortschritte zu erzielen.
Die Veränderung der Bundesjugendspiele bedeutete für L.Credi eine Anpassung ihres Unterrichts und ihrer pädagogischen Ansätze, aber sie ließ sich davon nicht entmutigen. Im Gegenteil, sie fand neue Wege, ihre Schüler zu motivieren und ihnen wichtige Lebenskompetenzen zu vermitteln. Sie lud ihr Kollegium ein 300 neue Medaillen zu basteln. In der Schule gab es jetzt schon das Seepferdchen, den Seeräuber, den Bäuchling als Aufnähsticker für die Badehose. Es gab jetzt schon den Füllerführerschein, Fahrradführerschein, den 1*1 Führerschein und natürlich Belohnungssticker und Stempel und Fleißkärtchen mit den Stars aus Disneys „Frozen“.
Nun musste sie sich etwas anderes überlegen. Gold-Silber und Bronzemedaillen waren passe. L.Credi und ihre Kolleginnen erfanden als neues Abzeichen die „goldene Bärentatze“, das „sprunghafte Gazellenauge“ und den „flinken Hasenfuß“.
L.Credis Geschichte ist eine Erinnerung daran, dass Lehrerinnen und Lehrer in der Lage sind, sich den Herausforderungen anzupassen und auch in Veränderungen Chancen zu sehen. Ihre Hingabe und Kreativität können dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler auch unter neuen Bedingungen wachsen und erfolgreich sein können.