Der Hügel hinter meinem Haus entpuppte sich als altgermanische Grabstätte, in denen dann Schlüsselbeinknochen des alten jöllenbecker Leinewebers Johannes Gutknecht gefunden wurde. Unser Nachbar ist Vorsitzender des historischen Vereines unserer Stadt und er kam jeden Tag mit leuchtenden Augen in den Garten. Als Gegenleistung unterrichtete er mich in einem altrömischen Dialekt, damit ich die Goldmünzen entziffern konnte, die ich als 10-jähriger Bub mit meinem Kumpel Siegesmund Hasenkötter aus dem Heimatmuseum Santo Mariantos, südlich von Cagliari geklaut hatte, weil der Wärter den Lambrusco zu früher Tageszeit geleert hatte.
Wie Siegesmund Hasenkötter nach Italien kam, erzähle ich später.
Für den nächsten Freitag bin ich nun Ehrengast der Bielefelder Schreiberelite. Was für ein Privileg. Das Treffen findet in konspirativen Kreisen statt.

Nicht, dass Ideen an Headhunter ohne Autorenvertrag verscherbelt werden. Geladen sind circa zwanzig Leute. Na gut, bei einem Ticketpreis von 39 Euro inklusive einer Holunderbeerenblätterschorle kommen ja nur die Armen. Die Leser, die die Groschenromane lesen, Rosamunde Pilcher lieben und Helene Fischer ehren. Gibt es die Bildzeitung eigentlich auch im Abo?
Vielleicht hätte die Gastgeberin den Eintritt auf 199 Euro erhöhen sollen und dafür ein Glas Kellergeister Schaumwein inkludiert. Dann wäre auch das Bielefelder Bündnis aus Oetker,Miele,Melitta,Schüco und Bernies Pizzabude vorbeikommen. Aber nein…
Mir egal. Ich brauche nix, lebe von Luft und Liebe.
Aber vielleicht komme ich ja in den Dunstkreis von Frau Fischer und darf ihr einen Songtext dichten. Ich folge ihr auf Instagram, aber sie hat mich noch nicht bemerkt. Meine Likes gehen übrigens nach oben, nachdem ich den Blog mit dem Hashtag #freedrugskesse gepostet habe. „Kesse“ ist der umgangssprachliche Begriff für einen zentralen Platz in einer Stadt, die es eigentlich gar nicht gibt. Dort sollte man sich nachts nur mit genügend Paderborner Landbier aufhalten, um neue Homies zu gewinnen. Das Herforder Bier ist hier ja nicht sehr beliebt, aber bald gibt es in Bielefeld eine neue Brauerei, die mit dem Hopfentrank „Flutlicht“ und „Abendrot“ die Teutonen beglücken will. Vielleicht sollte man einen anderen Namen nehmen, vielleicht in Andenken an Johannes Gutknecht. „Knechti“ wäre doch ein toller Name für ein Starkbier. Besonders in der Fastenzeit eine tolle Alternative zum Kräutertee.
In meinem Sweet Home fehlt immer noch ein Gaskocher. In der lokalen Presse wurde von großflächigen Hackerangriffen auf deutsche Windkrafträder geschrieben. Zeit zum Handeln. Solarkocher brauchen zu lange für die Linsensuppe, vegan und glutenfrei. Also Gas. Aus meinem Kompost kommt noch kein Bläschen Biogas. Und Bohnen will ich auch nicht immer essen.Also Putingas.
Die Literaturdamen äußerten in nächtlichen Emails, dass sie noch keinen Gaskocher haben und dass diese zum Teil nicht sicher sind, von chinesischen Kinderhänden gebaut und nicht windfest sind. Falsch! Ich habe auf Yandex, dem russischen Google, einen gefunden. War günstig, weil diese von Gasprom gesponsert werden. Und dazu gibt es einen Schalkeaufkleber und man bekommt monatlich eine Kartusche von Sergiovic und Svatalanja Stroganow aus Brackwede. Chinesischen Kochern würde ich auch misstrauen. Bei meinem letzten Besuch in der Asienfoodkette Wokdichwech, muss der Koch wohl vergammelte Fischfüße in die Wangtangsuppe getan haben. Ich habe mein Magen nur mit viel Sake retten können.









