Ja ist denn heut schon Weihnachten? Henriette Kottmann ist Architektin aus Bielefeld. In der Zeitung stand etwas über den Weihnachtsmarkt in Bielefeld. Findet der statt? Es ist doch so heiß. Was hatte es mir ihr zu tun. Sie hatte in Werther einen Laden für Süßigkeiten aufgemacht. https://gerwin.home.blog/2022/07/17/henriette/
Im Candy Crush Shop war der Bär los. Henriette ist aufgestiegen in den High Society in Ostwestfalen. Sie hatte eine Lounge auf der Bielefelder Alm, durfte einmal im Monat eine Fahne auf der Sparrenburg mit ihrem Konterfei als Unternehmerin des Jahres hissen und war als Sponsorin der Sekundärschule in Steinhagen nicht mehr aus dem Schulleben wegzudenken.
Sekundärschulleiter Schnepel bekam einen Anruf. In den Ferien. Die neue Schulministerin wollte ihn besuchen kommen. Was für ein Start. Einen Tag nach den Ferien. Die Ministerin war erst wenige Tage im Amt und wollte sich in einigen Schulen in OWL einen Blick über die Intelligenz der Schüler-*Innen machen. Schnepel war in Aufruhr. Schnell musste noch das Reinigungsteam „Blitzeblank“ gerufen werden, dass Lehrerkollegium wollte vegane Pumpernickel backen. Schnepels Familie musste in einer Nacht und Nebel-Aktion den Roten Teppich ausrollen und von den Kaugummiresten der letzten Abiturfeuer befreien. Die lokale Schnapsbrennerei bot Steinhäger in Editionsgläsern an. Das hätte aber Schnepel seinen Job gekostet. Alkohol in der Schule – geht ja gar nicht.
Geht denn Zucker? Henriette Kottmann, Mitglied im Förderverein der Schule und Sponsorin wollte eSüßigkeiten spenden. Sie wollte Blumenkinder – äh Zuckerkinder mit Körbchen voller Storck Riesen vor der Ministerin in das Gebäude der Schule laufen lassen. Ja, dass könnte gehen. Das sähe doch süß aus, aber ob der tropischen Wetterverhältnisse könnte die Ministerin mit ihren High Heels auf dem roten Teppich auf den Bonbons kleben bleiben. Ein No-Go und Thema für RTL und CO.

Foto under cc.licence
So musste der Empfang der Ministerin doch kleiner ausfallen. Schnepel und sein Kollegium besannen sich auf die ostwestfälischen Tugenden und präsentierten der Ministerin Arminia-Fahnen neben dem Roten Teppich, Gurkensticks, Schmalzbrot, westfälischen Pumpernickel, Kräutertee und Lehrerzimmerkaffee, was im Ministerium hoch angesehen wurde, zeigte sich hier doch ein sparsames Kollegium, dass mit den Steuergeldern sinnvoll umging. Zudem bekam die Ministerin überall wo anders Canapes und Lachs. Eine Wurststulle und Lehrerzimmerkaffee waren ihr doch lieber, war es doch bodenständig und als Münsteranerin war sie das. Wer den Geschmack von Lehrerzimmerkaffee nicht kennt…. er war fantastisch. Auch diese Kaffeemaschine war gesponsert. Hans-Walter Barke, Vater von Kim Barke, Schülerin der Klasse 5 war Klassenpflegschaftsvorsitzender und als stolzer Vater natürlich im Förderverein der Schule. Er war Schausteller, etwas aus der Form geraten, ob der vielen Bratwürste von den Stadtfesten und stellten beim ersten Treffen des Fördervereins der Schule fest, dass ein Kaffeemaschine fehlt. Na, die sponsert er doch gern, er hatte durch seine Schaustellerkreise Zugriff auf 100 Liter Maschinen. So viel geht in einem Lehrerkollegium morgens schon einmal durch.
Henriette sprach Hans-Walter Barke an, als er beim Fördervereintreffen die große Kaffeemaschine feierlich überreichen wollte. Wäre das nicht auch etwas für ihren Süßigkeitenladen? Kaffee mit Milchschnitte, Lila Pause oder Hanuta? Hans-Walter war nicht Henriettes Typ. Er etwas breiig, sie elegant und galant. Aber wenn es um das Geschäft ging, schaute man nicht, ob die Knöpfe des Seidenstickerhemdes spannten. Konnte es doch ein Zeichen von Wohlstand sein.
Hans-Walter war als Schausteller auf allen Stadtfesten der Welt. In der Coronakrise hatte er nichts verdient. Alle Feste geschlossen, er musste sein Haus verkaufen und in den 9.Stock in der Conti Bronx einziehen. Aber seit 2022 boomte das Geschäft wieder. Hans-Walters Schaustellergeschäft standen wieder rosige Zeiten bevor. Er wurde gefragt, ob er ein neues High-Light, den neuen Blickpunkt für NRW in Bielefeld realisieren wollte. Die größte Weihnachtspyramide in Nordrhein-Westfalen sollte am Jahnplatz aufgebaut werden. Hans-Walter zögerte keine Minute. Henriette Kottmann witterte ein neues Geschäft.









