Schwarz

Guten Tag, spreche ich mit Herrn ……?“ fragte Naina Sharma den Hörer am anderen Ende der Leitung.

· Naina Sharma arbeitete in Bielefeld. Sie war seit wenigen Jahren in Bielefeld. Sie wohnte früher auf einer indischen Insel, Neil Island. Neil Island (Shaheed Dweep), ebenfalls in den Andamanen, mit einer kleineren Einwohnerzahl und ruhigerem Ambiente. Naima hatte eine ältere Schwester. Anaya Sharma war zur Welt gekommen mit einer rüsselartigen Nase. Man munkelt, dass das kein Schicksal der Götter war, sondern Auswirkungen von Atomtests sind. Shaheed Dweep ist nur 6000 km vom Bikini-Atoll weg. Hier fanden zwischen 1946 und 1958 zahlreiche US-Atomtests statt, darunter die berühmte Wasserstoffbombe „Castle Bravo“ 1954, die eine enorme Zerstörungskraft hatte. Das Atoll wurde dadurch stark radioaktiv verseucht und die Bewohner mussten evakuiert werden.

Auf Shaheed Dweep stieg langsam das Wasser durch die Klimaerwärmung. Die Großmächte wollten weitere Atomtests in ihrer Region durchführen und Naima zog nach Bangalore. Sie wollte keine Rüsselnase.

Dort jobbte sie in einem Call-Center. Es war okay. Sie sollte zum einen für europäische Kunden das Lieferkettengesetz durchforschen und Verbraucheranfragen für den asiatischen Bereich klären. Zudem die Daten dem BIG BOY geben, einer mächtigen KI. So erfuhr sie, dass in Deutschland viele Haustiere leben. Im Durchschnitt geben Deutsche monatlich etwa 40 bis 70 Euro für ihre Haustiere aus, wobei die Ausgaben je nach Tierart variieren. Hunde sind am teuersten mit durchschnittlichen Kosten von etwa 110 Euro pro Monat, Katzen kosten etwa 60 bis 70 Euro monatlich. Kleinere Haustiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen sind günstiger, während Vögel mit rund 7 Euro pro Monat zu den kostengünstigeren Haustieren gehören.

Diesem Land muss es gut gehen. Da will ich hin. Naima hatte Geld gespart. Bis Warschau ging die chinesische Seidenstraße. 7500 km. Von da mit dem Flixbus. Passt.

Sie fing beim Schwarz-Discounter an zu arbeiten. Zuerst hieß es nur: MOPRO vorziehen. Dass Europäer so viele Milchprodukte trinken, war ihr neu. Dann durfte Naima an der Kasse arbeiten und einige Zeit später war sie Filialleiterin. Später war sie Buchhalterin der elf Schwarz-Discounter der Stadt. Der Discounter hatte Großes mit ihr vor. Sie sprach die Sprachen Asiens und man brauchte Kontakte nach China, Indien und Indonesien. Naima machte die Monatsabrechnung. In allen elf Läden gab es seit längerer Zeit ein Minus von fast 5000 Euro jeden Monat. Wie konnte das sein?

Naima ordnete eine Inventur an. Die Neffen der Grundschullehrerin L. Credi stockten durch das Zählen von Klopapier und Bauerntrunk ihr Taschengeld auf. Naima bekam die Zahlen online. Wieso waren demnach noch Champagner, Gänse, Wachtelbrüste tonnenweise im Laden und Hefe, Erbsen in Dosen und 19ct-Joghurts ständig ausgebucht?

Naima verglich die Einkaufslisten mit den Handynummern. An den SB-Kassen musste man eine Handynummer eingeben, um Rabatte zu bekommen. Und komisch, ein Kunde kaufte immer das Gleiche ein. Wer war dieser Mensch? Mann oder Frau? Die Telefonnummer war ge-ixt. Da stand nur 016745xxxx. Aber immer wieder. Ja, Naima war Chefin, aber sie musste das Gesetz brechen. Sie konnte die XXX entfernen und das Datenschutzgesetz brechen. Sie könnte gefeuert werden oder einen großen Sprung auf der Karriereleiter machen. Was sagt man in Deutsch? „Einmal ist keinmal.“

Ursprünglich bezog es sich vermutlich auf alte deutsche Gerichtsverfahren, in denen eine einmalige Vorladung oft als ungültig galt, wenn der Angeklagte nicht erschien. Es kann bedeuten, dass einmalige Fehler tolerierbar sind oder dass einmaliges Verhalten noch keine Gewohnheit darstellt. Es wird auch verwendet, um zu sagen, dass einmal zu wenig ist, um einen dauerhaften Effekt zu erzielen. Zusammengefasst heißt es: Ein einzelnes Ereignis zählt nicht wirklich oder ist unbedeutend, wenn es nicht wiederholt wird – einmal ist keinmal.

Naima änderte die Software, sah den Klarnamen und tippte die Nummer in ihr Dienstgerät.

Es klingelte. Gabriel Hoffer nahm das Gespräch an. Er nannte seinen Nachnamen. Da stockte ihm der Atem.

„Guten Tag, Naima Sharma am Apparat, Schwarz-Discounter -AG. Spreche ich mit Gabriel Hoffer?“ fragte die Stimme.

Gabriel donnerte sein iPhone an die Wand.

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