Karstadt

Endlich ist es weg. Es wurde auch Zeit. Es war ein Sterben auf Raten. Und dieser hässliche Klotz, aus den siebziger Jahren, mit seinem Charme vom letzten Jahrtausend, dazu Schaufensterpuppe mit Glatze, sowie den beigen Linoleum Böden, passt nicht in meine Zeit heute. Egal, wer die Fehler gemacht hat, aber das Flaggschiff musst nun einfach weg. Was machen wir nun mit der Fläche, die der Karstadt besetzt, und das schon seit mehr als 50 Jahren.  Es soll erst 2026 abgerissen werden und bis dahin? Früher konnte man dort im Restaurant auch noch rauchen. Und in der Zooabteilung, gab es so viele kleine, niedliche Viecher, die man als Primarschüler in Sennestadt nur aus dem Otto-Katalog kannte. Da braucht es kein Kinderparadies mit Bällebad. Da reichte es, wenn Mutti uns vor die Schaufenster vom Hoppel Hasen gesetzt hatte. Sie konnte dann einkaufen gehen, und nach 1 Stunde gab es ein leckeres Langneseeis. Brauner Bär. Oder Flutsch Finger. Oder eine Schachtel Erfrischungsstäbchen . Das war das Paradies. Und dann gab es noch den Sommerschlussverkauf. Stunden vorher standen wir vor dem Gebäude, und warteten auf die Krabbeltische. Oder heißt es nicht Grabbeltische? Dem Ursprungsort aller Coronaviren? Aber das ist vorbei. 

Nun ist die Frage was macht man mit dem Gebäude. Bielefeld hat einige Probleme. Es sollte kein zweiter Konsumtempel errichtet werden. Sondern in der ersten Etage wird ein Parkhaus für SUVs errichtet. In der zweiten Etage kommt das Fahrrad Parkhaus. In der dritten Etage, lädt eine  Rollschuhbahn ein. Auf dem Dach eine Eisbahn, und eine Ruderstrecke. Die ist neu, weil in Bielefeld Wasser fehlt.  Mit Ausblick auf die Bielefeld Sonnen. Zudem ist dort eine Bühne, wo Bands für den Laien lieber Max spielen können. Undenkbar? Na, dann mal nach Osnabrück schauen. Da gibt es eine Wellenreiteranlage in einem Kaufhaus. 

Aber was ist im Kellergeschoss? Natürlich ein Kinderparadies. Mit Vollautomaten, Kicker, Billard, und Animation. Hier kann man seinen Jüngsten für zehn Euro die Stunde bespaßen lassen. Warum soll man überhaupt noch shoppen. Man ganz ehrlich. Man hat doch alles. 

Das alles aber wollte Shao Lin Ping, Geschäftsmann aus Bielefeld und treuer Parteigenosse der kommunistischen Partei Chinas anders. Er kaufte das Gebäude für den symbolischen Preis von einem Euro. Er versprach das Kaufhaus der Zukunft. „Schlarafido“ sollte es heißen. 

Kassen brauchte man nicht mehr, Einlasskontrollen braucht man nicht mehr, das regeln dann alles intelligente Bezahlungssysteme. In den ganzen Etagen wurden nur noch Displays aufgestellt. Wenn ein Kunde einen bestimmten Gegenstand brauchte, beschrieb er diesen im Display. Wenn aber ein Kunde ein rotes Hemd mit blauen Blumen wollte, sagte er das dem Display. Kurzerhand wurden ihm weltweit alle Hemden mit blauen Blumen präsentiert. Für ein Kleinaufschlag für 49 €, wurde auch sein persönliches Hemd kreiert. Aber wie soll das funktionieren? Alle Order wurden auf direktem Weg in das Tiefgeschoss und in die Kellerräume des neuen Kaufhauses geleitet. Dort saßen 1000 Chinesen, die die Produkte entweder schnell erstellen konnten (mit 4 D Druckern oder KI), oder aber auch sofort online weltweit ordern konnten. Shao Installierte den neuen Internet Standard 7G. Mit diesem Standard war es möglich, auch Produkte des täglichen Lebens innerhalb von Stunden von China nach Bielefeld zu transferieren. Die 1000 Chinesen im Keller, war nicht freiwillig in Bielefeld, sondern wurden vom großen Führer Aus disziplinarischen Gründen dorthin geschickt.Das bekam aber auf dem Trottoir der Bahnhofstraße keiner mit.

Ansonsten brauchte Shao keine weiteren Angestellten mehr. Es war eine Cash Cow. Aber was macht man mit den Schaufenstern. Videos abspielen, oder Computerspiele zeigen? Oder TikTok Reels von Dieter Bohlen zeigen? 

Er kam auf die Idee, die Schaufenster zu vermieten. In jedem Schaufenster rekelte sich ein Instagram Star und präsentierte seine Kleidung, seine schminkt Tipps, seine neuen Diät-Tipps oder auch das krasseste neue Handy. Der Kunde konnte danach sofort in die erste Etage gehen, und dort über das Display das Produkt ordern. Die Influencer bekamen Prozente, und viele Zuschauer, der Kunde ein Produkt, was sie immer wollte. 

Das wäre eine Innovation für Ostwestfalen. Es gab für Shao eine andere Option, die war aber nicht so wirklich spannend. Er ließ das Gebäude abreißen und machte dort entweder einen Parkplatz hin, damit die sterbende Innenstadt mehr Besucher bekommt, oder er pflanzte den Park des himmlischen Friedens dorthin. Mit seiner Büste als Spender. Der chinesische Infrastrukturfond, zu dem Shao Zugriff hatte, war gut gefüllt. Aber als asiatische Arbeitsbiene befriedigte ihn dies leider nicht. 

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