Griechenland

Anselm Panstedt war Energieberater und Pfennigfuchser und Coach für Finanzfragen. Er taucht in meinem Blog schon einmal auf. Anselm war geschockt über die ganzen Preiserhöhungen. Regelmäßig folgte er seinem Geld-Guru Kolja B., der auf YouTube Finanztipps für die langfristige und sichere Geldanlage postete. Anselm wollte sich ein paar Euro dazu verdienen und befolgte Kolja B’S Tipps.

Tipp eins! Mystery Shopping

Beim mystery Shopping registriert man sich bei einer Agentur, die Testkäufer, Geschäftsbeobachter einstellt und checkt: Wie lange steht man an der Kasse? Wie freundlich war der Mitarbeiter? Wie dreckig war es in den Regalen und und und. Die Daten schickte man an die Firma und bekam ein paar Euro dafür. Anselm dachte, das geht auch ohne Anmeldung. Er probierte es aus.

Als erstes ging er in einen Drogeriemarkt. Er suchte eine Verkäuferin und erzählte, er habe eine Pickel-Creme gekauft. Er wollte eigentlich, dass die Pickel weggehen, aber sie kamen vermehrt, denn es war ja eine Pickel-Creme. Zudem war die Beschreibung auf der Verpackung auf Tamilisch, sodass Svetlana Kortschinow, schlecht deutsch sprechende Aushilfe den Filialleiter holte. Anselm sagt zu dem guten Mann, dass er Meldung in die Firmenzentrale geben müsse, dass die Beratung mangelhaft sei. Der Filialleiter küsste seine Füße und sagte: „Bitte tun sie das nicht. Dann verliere ich meinen Job! Suchen Sie sich doch bitte im Retourenkeller etwas für 50 Euro aus!“ Gesagt, getan. Anselm hatte die Wahl zwischen Babybrei, Blasenpflastern und Inkontinenzartikeln, aber egal…. Man weiß nie, wann man die braucht.

Im Kaufladen Gallery neben an hatte Personalplanerin Gaby Wunderlich den monatlichen Dienstplan  im Café liegen gelassen. Anselm stellte fest, dass Herrenausstatter Herr Zurbier heute frei hatte. Perfekt!

Anselm ging zu dem Abteilungsleiter und berichtete, dass Her Zurbier ihm zu einem grünen Hemd mit Mickey-Maus-Krawatte geraten hatte. All das war natürlich erfunden. Weiterhin sagte Anselm, dass er ob des hässlichen Outfits einen Millionenauftrag für seine Firma nicht bekommen habe. Die Investoren aus Qatar haben sich kaputt gelacht. Nun wollte Anselm Entschädigung. Der Abteilungsleiter des Kaufladens Gallery sah Regressforderungen der Scheichs in seinen Augen aufleuchten und spendierte Anselm einen 300 Euro Einkaufsgutschein. Na geht doch, dachte Anselm.

Ob das auch beim Discounter funktioniert? Anselm fand eine leere Orangensaftflasche in den Häuserschluchten der Stadt. Er nahm sie, haute sich diese fünfmal auf das Auge, das sich lila färbte und ging in den LADL, oder war es ELDAY? Egal.

 Er marschierte zur Kassiererin und sagte zu ihr, er habe eine Sechser-Packung Orangensaft getrunken. Der wäre aber schlecht gewesen und er musste sich übergeben. Feinheiten wollte er nicht nennen.

Dabei sei er auf ein Parkschild gestürzt und habe ein blaues Auge.  Er forderte Schadensersatz. Helga Fahrenhorst, Kassiererin  (aus der Geschichte bekannt) telefonierte mit ihrem Chef. Der geriet ob der Schadenersatzforderungen des Scheichs in Panik. Und gab Anselm dieses Angebot:

Sie dürfen eine Stunde lang ihren Einkaufswagen füllen so oft sie wollen, an Kasse 5 damit vorbei rollen und brauchen dafür nix zu bezahlen. Auf die Plätze los.

Wahnsinn!

Anselm Panstedt hatte 50 Euro Hygieneartikel, 300 Euro Einkaufsgutscheine und zehn Einkaufswagen mit Lebensmitteln. Danke Kolja! Er schickte ihm eine Sprachnachricht und wollte den Abend in ein griechisches Lokal ausklingen lassen.  Seit Jahren aß er dort eine Poseidonplatte, obwohl kein Fisch drauf war. Er freute sich auf Fleischberge, Pommes, Zaziki und Ouzo. Aber was war geschehen? Die Poseidonplatte war zu einer kargen Schmalhansplatte verkümmert. Pommes waren nicht mehr im Angebot, weil das Öl zu teuer war. Zaziki war auf Cent-Größe zusammen geschrumpft und den Ouzo gab es nicht mehr. Der Kellner meinte, den Absacker gäbe es nur noch, wenn Gäste danach fragen. Aber nicht automatisch. Beim Erleichtern auf der Toilette sah Anselm. dass Küchenangesteller Christos Chalkinois, den billigen Aldi-Ouzo Fusel in die teure Ouzo of Plomari füllte. Betrug!  Und das für 20 Euro.

Anselm bekam einen weiteren Geldtipp von Kolja: werde Statist für die amerikanische Armee.

Anselm machte sich kundig.

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