Klosterplatz

In den Bielefelder Zeitungen gibt es mal wieder ein neues Thema. Es gibt einen Platz in Bielefeld, der so etwas von schön, so etwas von zentral, so etwas von begehrt ist, dass ihn alle haben wollen. Der Klosterplatz. Aber er kann nicht entwickelt werden, weil sich Stadt, katholische Klostergemeinde und die Klosterschule sich darum streiten, wer diesen Platz nutzen kann. Wenn man die Wüstenei Jahnplatz verlässt und zehn Minuten geht, kommt man zum Klosterplatz. Warum aber wird er nicht genutzt ?

Schauen wir uns das mal an. Da wollen Kirchgänger, OGS-Kinder, Gastronomen und Partypeople sich dort breit machen. Außerdem sagte die Schulleiterin, dass ihre Kinder aus ganz Bielefeld kommen und Zugänge für die Mamataxis bereit stehen müssen. 

Die ehemalige Kirche des Franziskanerordens wurde im Jahr 1511 geweiht. Im Innern der St. Jodokuskirche befinden sich sehenswerte Kostbarkeiten: die „Schwarze Madonna“ aus dem Jahre 1220, die Holzplastik des heiligen Jodokus um 1480 und die Ikonenwand von Saweljew von 1962. Und so wollte der Pater genügend Busplätze bereithalten, damit die polnischen Pilgerreisenden parken konnten. In der Komödie spielten die Stereotypen und Marvin und seine Partnerin wünschten sich eine After-Show-Party auf dem Platz.

Es gab einen Abend- und einen Flohmarkt. Und Weihnachten gab  es eine Eisbahn. Aber es gibt viele Probleme, denn dieser Platz war auch Schulhof.

Gerd Pape war Investor.

Er sah im Klosterplatz enormes Entwicklungspotential. Er löste alle Probleme. Mit Geld ging doch alles. So ging er vor. Zunächst musste dies komische Schule weg. Wer brauchte im protestantischen Bielefeld eine katholische Schule ? Und wenn die Eltern aus Hoberge – Uerentrup kommen, dann können ihre SUVs, auch wo anders parken. 

Gerd Pape ließ das Parkhaus am Kesselbrink abreisen. Dort spendierte er der Schulleiterin einen Neubau. Aber wir kam das Heilige in die neue Schule?  Gerd Pape knipste der Schwarzen Madonna von 1220 einen Fingernagel ab, beauftragte die lokale Brauerei ein Madonnenbier aufzulegen und Pater Hubertus Seelenheim würde den Neubau einsegnen.  In das alte Schulgebäude verortete Gerd stylische Galerien und das Ordnungsamt. Beide Einrichtungen sorgten dafür, dass es auch Laufpublikum gab. Dann pachtete er von der klammen Kommune Bielefeld den Klosterplatz für 99 Jahre. Dann legte er einen Veranstaltungskalender vor, der vom Stricklisl-Wettbewerb, über Dackel-Shampooing bis zum Fortniteturnier führte und jeden Abend sprudelnde Einnahmen garantierte. Natürlich musste Sharon McSheen eine Gebühr bezahlen, wenn sie einen schottischen Wasserpfeifenkurs anbieten wollte.

Holger Weizenfeld, jetzt Brauer aus Bielefeld, eröffnete den ersten Bierbrunnen in Ostwestfalen. Für die polnischen Pilger gab es das Madonnenbier für fünf Euro samt Segen des Priesters. Der Klosterplatz war der neue Treffpunkt. Die Grundschule bekam die Hüpfburg und die Bierbänke der Brauerei für den Schulhof. Kundenbindung 2022.

Helga Fahrenholz, Kassiererin eines Discounters besuchte den Platz. Sie war gekündigt worden und organisierte sich neu. Helga konnte die Gaspreise nicht mehr bezahlen. Sie übernahm die Spätschicht im Supermarkt und so gegen 21.00 Uhr kamen nur noch selten Kunden. Sie nutzte den Flaschentrick, um ihr Gehalt aufzubessern. Sie befestigte eine PET Karlskrone Flasche mit einer Schnur und schob sie in den Tomra Pfandautomaten. Kurz bevor die Metallklappe die Flasche in den richtigen Container schob, zog sie die Flasche zurück und der Pfandwert von 25 ct wurde ihr gutgeschrieben. Das konnte sie hundert Mal machen. Leider vergaß sie die Überwachungskamera.

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