Amsterdam – Auswärtsspiel

Ich bekam ein Anruf von Piet van der Mohlen. Ich sollte aus Amsterdam berichten und so bot er mir eine kostenlose Unterkunft in Amsterdam an. Wer war Piet van der Mohlen? Na, der Schwippschwager von Herbert Jogenstaat, der in Bielefeld Unterabteilungsleiter des Kulturamtes war und meine Geschichten las. Piet van der Mohlen war Bezirksbürgermeister des Amsterdamer Stadtteils Duivendrecht und wünschte sich ein Stadtschreiberling vor Ort.  Leider gab es kein Parkticket mit dazu. In der Kniggestraat kann man parken. Das sind gut 10 Minuten  weg vom Reichsmuseum im Zentrum. Aber hier durften nur Anwohner parken. Für 300 Euro im Monat. Andere für vier Euro die Stunde. Wir sollten flux die Koffer auspacken, denn hier kommt die Politesse mit einem Auto-Scanner. Auf einem Wagen sind Rundum-Kameras installiert, die alle Kennzeichen abscannen. Diese werden sekundengenau mit den Datenbanken der Kommune abgeglichen und den gekauften Parktickets. Und wenn da etwas nicht passt…. Knöllchen. Aber was für eins.. 250 Euro. Voll überwacht, aber anders geht es nicht. Wir parken unser Auto in einer Industriestraße in der Hoffnung, dass es nicht von irgendwelchen Junkies aufgebrochen wird und stiegen auf unsere Rennräder. Rennräder…. wer fährt mit Rennrädern durch Amsterdam? Und dann noch mit Helm? Wir waren die einzigen Blöden, die einen Helm auf hatten. Und der war dringend nötig. Links ein Fahrrad, rechts ein Lastenrad, vor uns Roller. Und überall  haben die Radler Vorfahrt. Das konnte nicht wahr sein. Und bloß nicht nach hinten gucken auf dem Rad, und immer im Fahrfluss bleiben. Niemals bremsen. Haben sich das mal die Jahnplatzbauer angesehen? Es geht doch auch anders.Und hier fährt die Straßenbahn ohne Hochbahnsteige quer durch die Stadt. Und keiner wird umgefahren, vielleicht einige Touristen nach einem Joint.  Und …. Parken ist in Bielefeld soooo billig. Hier in Amsterdam werden die Parkgebühren einfach hochgeschraubt.

Kunst Amsterdam

Selbst im Nebenbezirken. Stellt euch vor, in Baumheide, im Banaterweg kostet die Stunde Parken 3 Euro und das Anwohnerticket für ein Jahr 300 Euro. Einfach machen und das war es. Keine Diskussionen der Altstadt-Geschäftsbesitzer, keine Altstadtexperimente… einfach den Autos die Fläche wegnehmen. Das geht! Aber der Autofahrer muss vorsichtiger sein. Kommen die Räder doch von links und rechts, von oben und auch unten. Man sollte nur nicht sein Rennrad mitnehmen. Das hängt in allen Ritzen fest. Und man stellt seine Bank einfach vor die Haustür, drappiert ein paar Blumen herum und schon sitzt da der Nachbar mit einem Heineken und pfeift sich ne Tüte hinein. Ups, meine Holde wollte sich kurz die Füße vertreten. Ich glaube, sie hat sich verlaufen oder wurde vom Fahrrad überrollt, oder findet den Ausgang des Coffee-Shops nicht. Ich habe ein leeres Ladenlokal gefunden. Das werde ich mieten und dort Wurstebrei und Pickert anbieten. Das fehlt hier noch.

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