
Ich brauchte eine Pause. Peter weinte in einer Tour. Peter wollte Picker im neuen Online-Supermarkt werden. Aber er musste eine Woche ohne mich auskommen.
Ich buchte den Seniorenservice der lokalen Zeitung und verbrachte eine Woche im Schwarzwald. Das sagte ich aber meinem neuen Jahnplatzfreund nicht. Ich musste weg.
Fünf Nächte im Murgtal. Alles gut, morgens lecker Essen und abends Fleisch in allen Variationen. Dazwischen Wanderungen bis zu 20 km. Aber irgendwie sind alle Deutsche Ostwestfalen. Hat das je schon jemand gecheckt? Der Ostwestfale liebt die Routine und so saßen im Speisesaal alle Pärchen immer am gleichen Platz. Der Kellner sagte immer den gleich Spruch und die Menüfolge war immer gleich. Wie im Sanatorium. Warum auch nicht. Ich wollte mich ja erholen. Leider wurde um 20.00 Uhr der Speisesaal zugemacht und ein leckeres Hopfengetränk gar es erst 15 Kilometer weiter beim Netto. In Plastikflaschen. Uschis Bahnhofskiosk war nur von 15-16.00 Uhr geöffnet.
Wir als Ü60 durften eine Woche im Hotel umsonst wohnen. Damit wir Werbung machen für den Schwarzwald. Es ging hier erst ab Ü70 los. Was war los im Schwarzwald, So viele verfallene oder leere Wohnungen habe ich nur im finstersten Osten gesehen. Ist der Schwarzwald für junge Menschen „out?“ … Vielleicht!
Ich bin viel gewandert, aber im Umkreis von duzenden Kilometern gib es weder einen Supermarkt,, Bäcker oder einen Getränkemarkt. Wir fanden einen Discounter und versorgten uns mit Sushi für 2.49 Euro. Warum? Personalmangel.
Im ersten Lokal weinte der Kellner, weil er überlastet war, Im zweiten Restaurant gab es keine Aushilfe. Es war eine Dönerbude, vor den schon zwanzig Leute standen.
Im dritten Ort saßen wir 29 Minuten. Kein Kellner kam… da sind wir gegangen. Nordschwarzwald… wo sind wir gelandet.
Naja.. vielleicht war es besser in Freudenstadt. Eine tolle Stadt mit dem größten Marktplatz Deutschlands. Wichtig zu wissen, wenn Günther Jauch fragt.
Dort sprangen 20 Fontänen aus der Erde im Stadtpark und alle Kids liefen nackig dadurch und freuten sich ob der sommerlichen Temperaturen. Da zog ich auch meine Badehose an und tümmelte mich unter die Generation U6, Das kam irgendwie nicht so gut an. Ich war auf einmal alleine…Homer unter Wasser – und ich begleitete meine Holde zum Schwarzwälder Kirschtortenessen. Auf dem Marktplatz kamen drei hübsche Schwarzwald-Damen auf mich zu. Mit roten Bommeln auf dem Kopf, dicken Ballonröcken in Strickstrumpfhosen …. weiß… und eine Kanne voll mit Kirschwasser.
Ich bat sie den Schabau in meinen Tank vom Auto zu füllen, da ich noch fahren müsste und Hochprozentiges dem Motor gut tut.
Sie gaben mir ein Bussi und ein Gutschein für das Konzert der Freudenstädter Glücksknaben. Und ich dachte: So muss Schwarzwald sein. Toll war auch der Moment, als Hotelmanagerin Theresa Sonnenschein sagte: „ Sie sind unter 60. Sie wohnen hier umsonst. Dafür posten sie jeden Tag 10 Tweets auf Facebook, Instagram oder TikTok. Was ist aus dem Schwarzwald geworden? Jedenfalls steht er noch. Noch!
War da Bielefeld besser? Vielleicht schon, aber hier laufe ich nicht 15 km durch den Wald. sollte ich öfters tun. Eine Chance für den Hasenpatt?
