Nach einer schlaflosen Nacht waren meine Frau und ich recht klar. Wir müssen Geld auftreiben. Sie wusste gar nix von Paloma. Aber nachdem wir in einem Theaterstück gesehen hatten, dass man aus nix reich werden kann, forderte mich meine Frau auf, einfach mal mit 1000 Euro Pennystocks zu kaufen und zu zocken. Die Gute!
War sie doch immer so auf Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Öko erpicht, forderte sie mich schon fast zu einer halbseidenen Aktion auf. Reich wird man mit Drogen, Prostitution und dem Verkaufen seiner Körperteile. Nun sollte ich zocken?
Das meiste Geld kann man gewinnen, wenn man in Uran-Kohle-Cannabis-Rüstung investiert. Wollte sie das wirklich? Also Geld schaffen aus dem Nix. Ich war immer so ein konservativer Knochen, kaufte Deutsche Post Aktien in Coronazeiten für 16 Euro und verkaufte sie jetzt für 55 Euro, aber nun in saudische Panzerfäuste zu investieren, das wäre ja so als wenn ich Sergio Feta engagieren, den Neffen des Museumswärters aus dem schönen Italien.
Es gab eine irre kanadische Firma, die Luftreinigungsgeräte herstellt. Aber da ja nun auch die Tiefkühl-Fenster-Öffnungscoronaverordnung gekippt ist, rauschte das Wertpapier in die Tiefe. Es ist schon irre. Da sagt Herr Scholz, es gibt 100 Milliarden für die Rüstung und Rheinmetall schießt gleichzeitig 19 Prozent in die Höhe. Leider sind die Firmen, die Notfallbrenner liefern, nicht an der Börse gelistet, aber Hello Fresh und sogar Frosta. Ja… Frosta gegessen wird immer. Ober man aber über Nacht reich werden kann, bezweifle ich. Und wie wäre es mit Peleton. Ariadnes Mann steht auf die High-Class Geräte, nur wenn der Sommer kommt und die Pandemie vorbei ist, wird man in Gottes freier Natur strampeln. Ich brauchte einen Anlagetipp.

L.Credi und LEGO konnte man nicht fragen. Die gaben ihr Geld lieber Helpuper Sonnenmeditationsgöttern. Zudem setzten sie sich für die Rettung der ostwestfälischen Feldhamster für den Streichelzoo der nahegelegenen Grundschule ein, den die Schüler und Schülerinnen angelegt hatten, weil sie keine Lust mehr hatten im Bikini auf den Schwimmbus zu warten.
Siegesmund Hasenkötter war gebranntes Kind. Paloma selbst in Geldnöten. Dann war dort noch Pfleger Bodo, dem Zocker von Angry Birds. Das ist eine Option. Oder ich rufe Herrn Schnepel an. Bodo ging sofort an das Telefon. Er sagte: „Gib du mir 1000 Euro, ich kaufe davon Waffen und Gimmicks um Level 764 zu knacken, dann bin ich im Players Club. Da muss ich eine Havanna ausgeben und bekomme die goldene Spielerkrone und 2000 Euro Preisgeld. Du bekommst dann dein Geld und 500 Euro wieder und ich behalte die anderen 500 Euro. Freunde müssen zusammenhalten.“
So eine richtig gute Empfehlung war es nicht. Ich schickte Herrn Schnepel eine dieser neumodischen Textnachrichten. „Ich schreibe mit dem“, so sagen die Menschen heute. Schmarrn, ich schreibe ihm/ihr. So heißt es. Schnepel antwortet nicht sofort. Schnepel war Beamter, Schnepel war Schulleiter einer sekundären Schule in den Suburbs of Gütersloh, einer Stadt in der Nähe des westfälischen Äquators. Er fragte Max, den Schüler aus der Klasse 10 und Wirtschaftsass erster Klasse.
Coloplast aus Norwegen… das ist der Burner. Sie investieren in Inkontinenzprodukte, Verbände, Pflaster etc. a. die Menschen werden älter und brauchen Windeln, Kompressionsstrümpfe etc. und es ist Krieg. Da kann man als Anleger nur gewinnen, meinte Max. Das klang nicht schlecht, aber es war irgendwie nicht sexy. Sicherlich sicheres Geld, aber Schnepel hatte noch eine andere Idee. Die Idee hieß Wolfgang Mustafa. Wolfgang Mustafa war das Talent des deutschen Fußballs. Seine Eltern kommen aus Gelsenkirchen und Wattenscheid. Alle Fußballscouts sind schon auf ihn angesetzt und man konnte diesen genialen Fußballer kaufen. Ich echt! Nicht persönlich. Nein, kein linkes Bein oder rechte Wade. Nein, Anteile an seiner sportlichen Karriere. Und das ging so.
Ich investiere 1000 Euro in Wolfgang Mustafa. Wenn er von den Göttern in Blau, den Arminen einen Profivertrag bekommt, gibt es einen Gewinn von 1000 Euro. 200 Euro bekommt der Berater. 800 Euro ich. Und wie viele Anteile gab es an Wolfgang? Circa 1500 Anteile. Marktwert also 1.5 Millionen Euro. Herr Schnepel hatte schon einen Batzen Geld investiert und fieberte dem letzten Spieltag entgegen. Dann würde Wolfgangs Marktwert sich steigern können. Und nun kam das absolute Highlight. Wolfgang Mustafa sollte der berühmteste Fußballer der Welt werden. Momentan verdient Lionel Messi 126 Millionen im Jahr und darf für 500 Millionen Euro zum FC Gütersloh wechseln. Und wenn das so weit wäre, so in zehn Jahren, denn Wolfgang war erst 15, würden Herr Schnepel, die Anteilseigner und ich prozentual beteiligt werden. Wow, was für eine Rendite. Das musste ich mir durch den Kopf gehen lassen.
Fast wirr von vielen Zahlen setzte ich mich vor den Fernseher. Meine Lieblingsserie kam wieder. Die Höhle der Löwen. Vielleicht gibt es eine neue Eingebung. Leider waren die Deals nicht so richtig etwas für mich. Haargummis und Striptease-Tische.
Dann fasste ich mein Herz in die Hand und verließ mich auf meine Kernkompetenz.
Ich besuchte meinen Discounter, kaufte für 1000 Euro Reis und Kokosraspeln. Ich bat meine Homies vom #freedrugskesse mir einen Platz im Loom, dem Konsumtempel Bielefelds freizuhalten. Sie bekamen dafür eine Verkaufsprovision. Ich fertigte frittierte Reisbällchen mit Kokosmantel. In der Mittel platzierte ich eine Paste aus Meerschweinchenkötteln und Gänseblümchen.

In dieser Kombination soll es halluzinogene Effekte geben und bot die Springboster für 3 Euro das Stück an. Nachdem ich diese bei Instagram postete, konnte sich mein Verkaufsstand nicht vor Anfragen retten. Nach drei Stunden war alles verkauft. Ich hatte 800 Reisbällchen a 3 Euro verkauft. Macht als 2400 Euro. Minus der Provision an die Homies, der Werbekampanien und den Verpackungen und dem Einkauf blieb mir ein Gewinn von 999 Euro. Krass. Und das in drei Stunden. Macht einen Stundenlohn von 333 Euro. Sollte ich dies auf eine 40-Stunden-Woche hochrechnen sind das ….unglaubliche Einnahmen und Bielefelder waren glücklich und ich auch.
